NEL ASA präsentiert Elektrolyse-Plattform der nächsten Generation - Aktie gibt nach

NEL ASA hat seine neue Generation druckbeaufschlagter Alkalisch-Elektrolyseure offiziell vorgestellt. An der Börse reagieren Anleger skeptisch.
Werte in diesem Artikel
• NEL startet neue Elektrolyse-Plattform für grünen Wasserstoff
• System soll Kosten und Komplexität deutlich reduzieren
• Aktie reagiert trotz Technologie-Offensive schwächer
NEL ASA hat am Mittwoch die Markteinführung seiner neuen druckbeaufschlagten Alkalisch-Elektrolyse-Plattform angekündigt. Nach mehr als acht Jahren Entwicklungsarbeit und Tests am norwegischen Standort Herøya soll das System die Kosten und die Komplexität bei der Herstellung von grünem Wasserstoff reduzieren.
Trotz der Technologie-Neuheit gab die NEL-Aktie in Oslo letztlich 5,44 Prozent auf 3,22 NOK ab. Allerdings konnte das Papier in den letzten fünf Tagen schon rund 40 Prozent zulegen.
Nach Angaben des Unternehmens soll die Plattform schlüsselfertige Gesamtkosten von unter 1.450 US-Dollar pro Kilowatt für eine 25-Megawatt-Anlage ermöglichen. Damit positioniert sich NEL deutlich unter den derzeit branchenüblichen Kosten vieler Elektrolyse-Projekte.
Strategische Bedeutung für den Wasserstoffmarkt
NEL-Chef Håkon Volldal bezeichnete die neue Plattform als wichtigen Schritt, um erneuerbaren Wasserstoff einfacher skalierbar und wirtschaftlicher zu machen. Angesichts wachsender Anforderungen an Versorgungssicherheit, Energiespeicherung und industrielle Dekarbonisierung sieht das Unternehmen langfristig steigenden Bedarf für Wasserstofflösungen.
Modulares Design soll Projekte vereinfachen
Technisch basiert die Plattform auf einem modularen, Skid-basierten Aufbau. Die Systeme werden im Werk vormontiert und standardisiert ausgeliefert, wodurch individuelle Projektanfertigungen reduziert werden sollen. Das System arbeitet mit einer 15-Bar-Konfiguration und ist für die Außenaufstellung ausgelegt, wodurch laut NEL der Infrastrukturbedarf vor Ort sinkt.
Nach Angaben von CTO Marius Løken soll der druckbeaufschlagte Betrieb in Kombination mit der standardisierten Bauweise die Effizienz erhöhen und die Umsetzung großer Projekte vereinfachen.
Deutliche Kostensenkungen angestrebt
NEL erwartet durch die neue Plattform eine Reduzierung des System-CAPEX um 40 bis 60 Prozent gegenüber aktuellen Marktlösungen. Laut Unternehmensangaben soll dies insbesondere Großprojekte wirtschaftlich attraktiver machen.
Das Einsatzspektrum reicht laut NEL von Anwendungen in der Stahl- und Chemieindustrie bis hin zu nachhaltigen Flugkraftstoffen sowie Infrastruktur- und Energiesicherheitsprojekten.
Unterstützt wird die Industrialisierung der Plattform durch einen Zuschuss des EU-Innovationsfonds von bis zu 135 Millionen Euro. In Herøya plant NEL zunächst eine Produktionskapazität von einem Gigawatt pro Jahr, die später auf bis zu vier Gigawatt ausgebaut werden soll.
Claudia Stephan, Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net
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