Neue Strategie

DroneShield-Aktie verliert weiter: CEO setzt auf Offenheit - Anleger bleiben dennoch skeptisch


DroneShield-Aktie verliert weiter: CEO setzt auf Offenheit - Anleger bleiben dennoch skeptisch

Kaum hat DroneShield seine erste offizielle Jahresprognose überhaupt vorgelegt, gerät die Aktie unter Druck. Der neue Transparenzkurs scheint sich bislang nicht auszuzahlen.

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  • DroneShield-Aktie reagiert auf erste offizielle Jahresprognose mit Verlusten
  • CEO Angus Bean wirbt für mehr Transparenz und regelmäßige Updates
  • Eine ASIC-Untersuchung zu Insiderverkäufen der Vorgänger bleibt offen
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Als DroneShield am Dienstag erstmals in der Unternehmensgeschichte eine konkrete Jahresprognose vorlegt, quittiert der Markt das mit deutlichen Kursverlusten. Auch an den Folgetagen ging es weiter abwärts, am Freitag zeigte sich die DroneShield-Aktie an der Börse in Sydney zuletzt 4,24 Prozent tiefer bei 1,695 AUD. Innerhalb einer Woche hat der Anteilsschein somit rund 17 Prozent verloren.

Für den australischen Hersteller von Drohnenabwehrsystemen ist das ein unangenehmer Auftakt für eine neue Ära der Offenheit, die CEO Angus Bean seit seinem Amtsantritt predigt. Kürzlich erklärte der Vorstandschef seine strategischen Ziele in einem Gespräch mit Capital Brief am Rande der ASEAN-Australien-Konferenz zur Terrorismusbekämpfung vom 28. und 29. Juli auf Bali: "Ich würde mir vor allem eine deutlich geringere Volatilität der Aktie und ein beständigeres Wachstum wünschen sowie - ganz sicher - mehr institutionelle Investoren im Aktionärskreis", so der neue DroneShield-CEO. Erreichen wolle er dies, "indem wir offener mit Informationen umgehen. Wir schaffen mehr Planungssicherheit und liefern regelmäßigere Updates. Es geht darum, sowohl institutionellen als auch privaten Anlegern mehr Informationen bereitzustellen, damit sie genau wissen, wo das Unternehmen aktuell steht - und wo es in Zukunft stehen wird", so Bean weiter.

Erste Prognose, harte Reaktion der DroneShield-Aktie

Der Auslöser der jüngsten Abwärtsbewegung war jedoch gerade diese neue Offenheit, beziehungsweise die Prognose, die im Rahmen der vorläufigen Halbjahresbilanz veröffentlicht wurde. Für das Gesamtjahr 2026 stellte DroneShield einen Umsatz zwischen 250 und 270 Millionen australischen Dollar in Aussicht, ein Plus von 15 bis 25 Prozent gegenüber dem Geschäftsjahr 2025. Für die vergangenen sechs Monate bis 30. Juni 2026 rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz von 125,8 Millionen australischen Dollar, ein Plus von 74 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Bruttomarge sinkt dabei jedoch voraussichtlich von 65 auf rund 60 Prozent. Zusätzlich vermeldete DroneShield ein neues Auftragspaket über 23,2 Millionen australische Dollar für ein europäisches Militärkundenprojekt sowie die dritte Generation seiner Funkaufklärungssoftware RfAI-3. Bean betonte, das bis zum 28. Juli gesicherte Auftragsvolumen des laufenden Kalenderjahres liege bereits bei rund 206 Millionen australischen Dollar und damit nahe am gesamten Rekordumsatz von 2025, obwohl noch fünf Monate verblieben.

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Warum ausgerechnet jetzt Vertrauen zählt

Anfang April verließen der langjährige Vorstandschef Oleg Vornik und Aufsichtsratschef Peter James das Unternehmen, nachdem beide zuvor wegen eines umstrittenen Aktienverkaufs in der Kritik standen. Bean, zuvor Produktchef, übernimmt seither die operative Führung. James selbst beschrieb den Rückzug im Nachhinein als einen ordentlichen Übergang ohne Absprache mit Vornik, was den Abgang für die Anleger jedoch nicht weniger überraschend machte. Im Mai 2026 leitet die australische Finanzaufsicht ASIC eine Untersuchung zu Mitteilungen und Aktiengeschäften aus dem November 2025 ein, in deren Zentrum Verkäufe von Vornik, James und einem weiteren Direktor im Volumen von rund 66,8 Millionen australischen Dollar stehen. Ein Ergebnis der Prüfung steht weiterhin aus.

Offenheit als Versprechen, nicht als Beleg

Die Botschaft des neuen CEO Angus Bean klingt vor diesem Hintergrund überzeugend: mehr Berechenbarkeit statt Achterbahnfahrt, mehr institutionelle Anleger statt nervöser Privatanleger. Doch die erste Amtshandlung dieser neuen Offenheit verursachte ausgerechnet einen Kursrutsch, keinen Vertrauensbeweis. Eine einzelne, ambitioniert kommunizierte Prognose ersetzt weder die Aufklärung der ASIC-Untersuchung noch beseitigt sie das strukturelle Problem, das den Kurs seit dem Frühjahr belastet. Das Misstrauen gegenüber der früheren Führung wirkt fort, unabhängig davon, wie offen die neue Mannschaft künftig kommuniziert. Hinzu kommt: Die vorgelegte Prognose ist die allererste ihrer Art, dem Unternehmen fehlt damit jede Historie, an der sich die Verlässlichkeit der neuen Kommunikation überhaupt messen ließe.

Ob die neue Linie tatsächlich trägt, zeigt sich erst am nächsten Datenpunkt: dem Ausgang der ASIC-Untersuchung oder der nächsten Kapitalmarktkommunikation, in der Bean seine angekündigte Regelmäßigkeit über mehrere Quartale hinweg erstmals belegen muss.

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Carolin Ludwig, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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Bildquellen: Droneshield

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