Alphabet-Aktie: Google DeepMind rüstet mit Coding-Modell gegen OpenAI und Anthropic auf
Google soll schon heute ein KI-Modell zeigen, das ausgerechnet dort ansetzt, wo der Rückstand auf die Konkurrenz zuletzt am größten war.
Werte in diesem Artikel
- Google DeepMind bereitet ein neues Coding-Modell vor
- Modell Gemini 3.8 Flash soll intern Claude Opus übertroffen haben
- Start könnte schon heute erfolgen
Der Alphabet-Konzern könnte einem Bericht von Dow Jones Newswires zufolge schon heute ein neues KI-Modell mit deutlich verbesserten Programmierfähigkeiten vorstellen und damit ausgerechnet in jenem Bereich nachlegen, in dem Googles Forschungsabteilung DeepMind zuletzt hinter die Konkurrenten OpenAIAnthropic Auf die Informationen reagierte die Alphabet-Aktie im NASDAQ-Handel mit Aufschlägen von letztlich 0,53 Prozent auf 333,78 US-Dollar.
Skimaki soll Claude Opus im internen Test schlagen
Kern der Meldung ist ein interner Vergleichstest: Auf Googles eigener Entwicklerplattform Jetski sollen Ingenieure das neue Modell laut Wall Street Journal dem bisherigen Flaggschiff-Konkurrenten Claude Opus von Anthropic vorgezogen haben. Für Alphabet ist das strategisch bedeutsam, weil sich das automatisierte Programmieren durch KI-Agenten zum wichtigsten kommerziellen Anwendungsfall für generative KI entwickelt hat, wie Investing.com unter Berufung auf den Artikel des Wall Street Journal schreibt. Ein gelungener Start würde das Signal senden, dass Google die Lücke im Coding-Bereich schließen kann, statt wie zuletzt hinter den Wettbewerbern herzulaufen. Bestätigt ist der interne Vorzugstest allerdings nicht, öffentliche Benchmark-Ergebnisse zu dem Modell stehen noch aus.
Rückstand nach Verzögerungen beim Flaggschiff-Modell
Der Vorstoß kommt nicht aus dem Nichts. Erst Mitte Juli hatte Google die Vorstellung seines größeren Flaggschiff-Modells Gemini 3.5 Pro um mehrere Monate verschoben, weil dessen Programmierfähigkeiten hinter den internen Erwartungen zurückblieben. Zeitgleich vollzog sich an der Spitze von DeepMind ein Wechsel: Mitgründer Demis Hassabis zog sich aus dem operativen Tagesgeschäft zurück, während sein Nachfolger Koray Kavukcuoglu, der die Modellentwicklung bereits zuvor gesteuert hatte, nach mehreren prominenten Abgängen aus der Forschungsabteilung auf ein höheres Tempo drängt. Ein rasch nachgereichtes, kleineres Modell passt in dieses Bild, denn es lässt sich schneller trainieren und anpassen als ein Flaggschiff.
Dritter Flash-Release binnen weniger Wochen
Tempo statt Größe ist bei der Flash-Reihe ohnehin das Prinzip. Erst Mitte August hatte Google nach eigenen Angaben im Unternehmensblog mit Gemini 3.7 Flash sein bis dahin leistungsfähigstes Modell für Programmieraufgaben und KI-Agenten vorgestellt, nur drei Wochen nach dem Vorgängermodell. Sollte Gemini 3.8 Flash tatsächlich schon jetzt folgen, wäre es die dritte Flash-Veröffentlichung binnen weniger Wochen. Weil sich kleinere Modelle mit deutlich weniger Rechenkapazität verändern lassen als das große Pro-Modell, kann Google mehrere Forschungsteams parallel daran arbeiten lassen. Das eigentliche Flaggschiff Gemini 4 befindet sich laut Investing.com aktuell im Post-Training, nachdem es in früheren Bewertungsphasen bereits eine starke Leistung gezeigt haben soll.
Ob Google die Veröffentlichung tatsächlich am Mittwoch bringt und ob öffentliche Benchmark-Tests den intern berichteten Vorsprung gegenüber Claude Opus bestätigen, ist der nächste konkrete Prüfstein für Anleger. Erst danach lässt sich einordnen, ob Skimaki der erhoffte Schritt zurück an die Spitze im Coding-Wettbewerb ist oder nur ein weiteres Zwischenmodell auf dem Weg zu Gemini 4.
Benedict Kurschat, Bettina Schneider, Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
Ausgewählte Hebelprodukte auf Alphabet A (ex Google)
Mit Knock-outs können spekulative Anleger überproportional an Kursbewegungen partizipieren. Wählen Sie einfach den gewünschten Hebel und wir zeigen Ihnen passende Open-End Produkte auf Alphabet A (ex Google)
Der Hebel muss zwischen 2 und 20 liegen
Bildquellen: Denis Linine / Shutterstock.com, Justin Sullivan/Getty Images
