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09.06.26 08:38 Uhr

Aktuelles Stimmungsbarometer der VR Smart Finanz: Jedes fünfte

Kleinunternehmen fürchtet um seine Existenz (FOTO)

Eschborn (ots) - Im Umfeld geopolitischer Krisen und Reformstau in Deutschland

hat sich die Stimmung bei Kleinunternehmen in den vergangenen Monaten deutlich

eingetrübt. Das zeigt das aktuelle Stimmungsbarometer der VR Smart Finanz

zusammen mit dem Steinbeis-Institut. Die Investitionen sind zurückgegangen und

finanzielle Engpässe unverändert hoch. Insbesondere der Blick in die Zukunft ist

von Sorge geprägt: Fast ein Fünftel der Befragten fürchtet um den Bestand des

eigenen Unternehmens.

Kleinunternehmerindex geht zurück

War in der Herbstbefragung noch ein leichter Optimismus und eine Belebung der

Investitionstätigkeit zu verzeichnen, hat sich das Stimmungsbild im Frühjahr

2026 gedreht. Der Kleinunternehmerindex der VR Smart Finanz zeigt, dass die

Befragten ihre wirtschaftliche Situation im Vergleich zu vor 12 Monaten

schlechter bewerten als im Oktober 2025. Der Indikator für den

12-Monatsrückblick sinkt leicht um 3 Punkte auf -1. Für die Zukunft sind die

Unternehmen nochmal deutlich pessimistischer: Der Zukunftsindikator fällt

signifikant um 19 Punkte auf 11 Punkte.

Wirtschaftliche Situation ist angespannt

Auch ihre aktuelle wirtschaftliche Lage beurteilen die Befragten negativer als

im Herbst. Nur noch 44 Prozent bewerten diese als gut oder sehr gut. Auch die

Umsatz- und Gewinnentwicklung schätzen sie tendenziell schlechter ein.

Gleichzeitig bleibt die Liquiditätssituation angespannt: Mehr als die Hälfte der

Unternehmen (53 Prozent) berichtet von Liquiditätsengpässen. Der Anteil ist

damit seit April 2025 gleichbleibend hoch. Das schwierige Marktumfeld macht sich

aber auch in den Zukunftssorgen der Unternehmen bemerkbar. Neben

Nachfragerückgängen befürchten die Befragten vor allem

Energiekostensteigerungen. Gleichzeitig führen die geopolitischen Krisen zu

großer Verunsicherung. Rund drei Viertel der Betriebe äußern Besorgnis über

Iran- und Ukrainekrieg sowie die transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen.

Investitionstätigkeit wieder gesunken

Diese Entwicklung spiegelt sich auch im Investitionsverhalten der kleinen

Unternehmen wider. Trotz unverändert hohem Investitionsbedarf haben nur 47

Prozent der Unternehmen entsprechende Vorhaben wie geplant durchgeführt, 42

Prozent hingegen verschoben oder ganz abgesagt. Gründe dafür sind vor allem

fehlendes Eigenkapital, zu hohe Kosten und die unsichere wirtschaftliche

Entwicklung. Dennoch wollen die Unternehmen in den nächsten Jahren investieren,

dabei setzen sie auch auf Vorhaben, die ihre Zukunftsfähigkeit betreffen. So

planen gut drei Viertel der Befragten nicht nur Ausgaben für

Geschäftsausstattung, sondern auch für Digitalisierung und Automatisierung. An

Relevanz verlieren demgegenüber Investitionen in Nachhaltigkeit und

Energieeffizienz. Nur noch knapp 60 Prozent der Kleinunternehmen planen

entsprechende Investitionen in den nächsten Jahren.

Knapp ein Fünftel befürchtet Insolvenz

Damit diese Pläne nicht verpuffen und Unternehmen tatsächlich wieder mehr

investieren, ist die Politik in der Pflicht. Neben einer verbesserten Nachfrage

fordern die Kleinunternehmen vor allem geringere Steuern und Abgaben,

konsequenten Bürokratieabbau sowie niedrigere Energiekosten. Die neuen

degressiven Abschreibungsregeln haben zwar zu knapp 40 Prozent der Investitionen

beigetragen, bleiben aber ein Tropfen auf dem heißen Stein. Ändern sich die

wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht grundlegend, sieht knapp ein Fünftel

der Kleinunternehmen den Fortbestand seines Unternehmens gefährdet.

Alarmsignal für den Wirtschaftsstandort Deutschland

Es wird klar: Die aktuelle Situation der kleinen Unternehmen hierzulande ist ein

Alarmsignal. Über 90 Prozent der Unternehmen in Deutschland stellen

Kleinunternehmen mit bis 10 Millionen Jahresumsatz. Sie sind damit ein wichtiger

Arbeitgeber und tragen wesentlich zu Wertschöpfung und Wachstum bei. Um dieses

Unternehmenssegment nachhaltig zu stärken, ist die Politik gefordert, die

notwendigen Reformen anzugehen und wieder investitionsfreundliche Bedingungen im

Mittelstand und damit Voraussetzungen für mehr Wachstum in Deutschland zu

schaffen.

Zur Studie: Das Stimmungsbarometer ist eine regelmäßige Studie, die die VR Smart

Finanz seit 2019 gemeinsam mit dem CFin - Research Center For Financial Services

der Steinbeis-Hochschule zur Situation und zu den Bedürfnissen von

Kleinunternehmen erhebt. Die Befragung fand vom 01. bis 14. April 2026 unter 300

Geschäftskunden, Gewerbekunden, Soloselbständigen sowie Unternehmen aus dem

kleineren Mittelstand mit einem Jahresumsatz bis zu sechs Millionen Euro statt.

Weitere Details zur Studie und ihre Ergebnisse gibt es unter

https://www.vr-smart-finanz.de/stimmungsbarometer-2026-06.

Pressekontakt:

Annette Spiegel

Leiterin Vermarktung & Kommunikation

Tel. +49 6196 99 4385

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