Shell-Aktie freundlich: Raffineriemarge erreicht im 3. Quartal Rekordhoch
Shell hat nach eigener Einschätzung mit seiner Raffineriemarge im dritten Quartal ein Rekordhoch erreicht.
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Treiber dieser Entwicklung sind die Preisschwankungen als Folge des Konflikts im Nahen Osten und ein weltweiter Angebotsengpass auf den Kraftstoffmärkten.
Der in London ansässige Energiekonzern teilte mit, dass sein Raffineriemargen-Indikator für das abgelaufene Quartal bei 42 US-Dollar pro Barrel prognostiziert wird, verglichen mit 24 Dollar pro Barrel im zweiten Quartal. Die bisherige Rekordmarge lag bei 28,04 Dollar pro Barrel und war kurz nach dem groß angelegten Einmarsch Russlands in die Ukraine im Jahr 2022 erreicht worden.
Raffineriemargen messen die Differenz zwischen den Kosten für Rohöl und dem Wert der daraus hergestellten Kraftstoffe. Die hohen Margen spiegeln eine Nachfrage nach raffinierten Produkten wider, die das Produktionsvermögen der Raffinerien übersteigt.
Während die Margen im Quartalsverlauf sprunghaft stiegen, konnte Shell das Produktionsniveau aus dem zweiten Quartal in seinen Raffinerien nicht halten. Niedrige Wasserstände des Rheins in Deutschland belasteten die Auslastungsrate der Raffinerien. Sie sank auf 93 bis 97 Prozent, verglichen mit 102 Prozent im Vorquartal. Damals waren die Raffinerien so stark ausgelastet worden wie nur möglich, um die Produktion von Flugbenzin und Diesel zu steigern.
Während Rohöl aus dem Nahen Osten über Pipelines auf den Weltmarkt gelangt, bleibt der Markt für Ölprodukte außergewöhnlich angespannt. Mehrere große Raffinerien, die Flugbenzin und Diesel produzierten, wurden beschädigt und benötigen Zeit für Reparaturen.
Die Dieselpreise in den USA und Großbritannien haben Rekordhöhen erreicht, und die Raffineriemargen befinden sich auf beispiellosem Niveau. In den USA lag der durchschnittliche Preis für eine Gallone Diesel am Mittwoch bei 6,31 Dollar, verglichen mit 3,68 Dollar im Vorjahr.
Angesichts der ukrainischen Drohnenangriffe auf russische Raffinerien und einem Exportverbot aus China dürfte der Markt bis in das Jahr 2027 angespannt bleiben.
Hohe europäische Gaspreise bieten zudem Rückenwind für Gewinne von Energiekonzernen. Die Speicherstände auf dem Kontinent sind niedrig, und die Länder konkurrieren mit asiatischen Kunden um Lieferungen.
Die Auswirkungen des Konflikts auf Shells Gassparte sind gemischt. Eines seiner Kronjuwelen, die Pearl-Gas-to-Liquids-Anlage in Katar, wurde angegriffen, die Produktion ist noch nicht wieder aufgenommen. Dafür profitierte Shell von höheren Preisen und davon, dass seine Händler verflüssigtes Erdgas aus Nordamerika an besser zahlende europäische Kunden verkaufen konnten.
Unterdessen hat Shell seine Prognose für die integrierte Gasproduktion im dritten Quartal auf 740.000 bis 780.000 Barrel Öläquivalent pro Tag angehoben, da das Unternehmen von der Integration von Kanadas ARC Resources profitiert, die im April für rund 13,6 Milliarden US-Dollar übernommen wurde.
Die Shell-Aktie notiert in London zeitweise 0,27 höher bei 36,61 GBP.
DJG/DJN/rio/cln
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