SpaceX-Aktie im Visier: Dieser bekannte Kunde setzt auf Starfalls ersten kommerziellen Flug - Signal für Anleger?
Das neue Rückführungsgeschäft Starfall von SpaceX hat seinen ersten bekannten europäischen Kunden gefunden. Das steckt dahinter.
Werte in diesem Artikel
• Space Cargo Unlimited ist erster europäischer Kunde von SpaceX Starfall
• Flug auf der ersten kommerziellen Starship-Mission ist offenbar für 2028 geplant
• Bis zu eine Tonne Nutzlast für Pharma und Biotechnologie vorgesehen
Starfall gewinnt ersten europäischen Kunden
Das Rückführungsgeschäft Starfall von SpaceX hat seinen ersten europäischen Kunden gewonnen. Der in Luxemburg ansässige Mission-Integrator Space Cargo Unlimited, der Kunden Flüge für die Fertigung in der Schwerelosigkeit organisiert, hat einen Missionsvertrag unterzeichnet, wie Chef Nicolas Gaume der Nachrichtenagentur Reuters sagte. Das Programm entstand Anfang des Jahres schnell und demonstrierte im Juni eine Kapselmission.
Space Cargo Unlimited will Gaume zufolge 2028 einen Wiedereintrittsflug auf der ersten kommerziellen Mission der Starship-Rakete absolvieren, berichtet Reuters. Dabei soll die scheibenförmige Kapsel Starfall zum Einsatz kommen, die Materialien auf kurzen Umlaufbahnflügen ins All und zurück zur Erde bringt. Sie startet an Bord der Falcon 9 und künftig auch der Starship. Die Kapsel besteht aus einem Aluminiumgehäuse mit einem Hitzeschild von drei Metern Durchmesser, das SpaceX Kunden für Produktion und Forschung in der Schwerelosigkeit anbietet. Zentrale Fähigkeit ist der Hitzeschild, der auf den Erfahrungen von SpaceX mit den größeren Dragon-Kapseln aufbaut, die vor allem für die US-Raumfahrtbehörde NASA zwischen Erde und All pendeln.
Space Cargo Unlimited setzt sein System BentoBox in die Kapsel ein und will sich als Integrator im SpaceX-Programm positionieren. Weitere Missionen sollen gebucht werden. Derzeit fliege das Unternehmen nach Gaumes Angaben mit rund 200 Kilogramm, künftig sollen es deutlich größere Mengen werden. Die Box soll bis zu eine Tonne unterschiedlicher Nutzlasten der eigenen Kunden aufnehmen und ihnen den Wiedereintritt ermöglichen.
Space Cargo Unlimited plant Fabrik im All
Nach eigener Mitteilung von vergangener Woche will Space Cargo Unlimited eine Tonne schwere Fabrik für Mikrogravitationsdienste an Bord von Starfall bringen. Die Kapsel soll 2028 auf einer Starship-Rakete starten. Das Unternehmen erwartet dadurch eine Steigerung seiner Fertigungskapazität um eine Größenordnung und knüpft an bestehende Missionen mit 100 Kilogramm an. Kunden müssen keine eigene Raumfahrthardware entwickeln, denn das Unternehmen bietet geteilte Kapazitäten und Missionsdienste von der Definition der Nutzlast bis zur Rückkehr zur Erde. Vorgesehen sind Anwendungen für Pharmazeutika, Biotechnologie und fortgeschrittene Materialien. Vor dem Start führt Space Cargo Unlimited Gespräche mit mehr als 100 Kunden und Interessenten, rund 40 Prozent davon stammen aus den Biowissenschaften und der Biotechnologie.
Chef Gaume sieht die Herausforderung gemäß Reuters nicht in der Wissenschaft, sondern darin, den Zugang zur Schwerelosigkeit kommerziell praktikabel, wiederholbar und skalierbar zu machen. Space Cargo Unlimited will dabei als Bindeglied zwischen Startanbietern und Herstellern dienen. Als weiteren Schritt der Flottenstrategie nennt das Unternehmen REV1, eine größere autonome Orbitalfabrik und Wiedereintrittskapsel auf Basis des Space Rider der Europäischen Weltraumorganisation (ESA).
Wettbewerb und offene Fragen bei Anlegern der SpaceX-Aktie
Reuters zufolge trifft SpaceX mit Starfall auf eine wachsende Branche für Kapselrückführungen, in der kleinere Start-ups wie das kalifornische Unternehmen Varda Space aktiv sind. Dessen Kapsel hat sechs Missionen absolviert und landet in einer australischen Wüste. Das Pentagon hält Wiedereintrittsmissionen demnach für nützlich bei Forschung und Tests zu Hyperschallwaffen sowie als Übungsziel für das Raketenabwehrprogramm Golden Dome. Gaume nennt laut Reuters Volumen und Rhythmus als entscheidend für den Vertrag mit SpaceX, das eine bislang beispiellose Flugrate für die Starship anstrebe. Angaben zu Preisen und Kosten machte er nicht. Die Starship nähert sich routinemäßigen Flügen, ihre Entwicklung liegt jedoch seit Jahren hinter dem Zeitplan. Der nächste Testflug noch in diesem Jahr, der 14. seit 2023, soll erstmals von SpaceX gebaute Starlink-Satelliten in eine Umlaufbahn bringen. SpaceX hatte den Zeitpunkt des ersten kommerziellen Starship-Flugs zuvor nicht genannt und reagierte nicht auf eine Anfrage von Reuters.
Jonas Vogt, Redaktion finanzen.net
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