Reform des Leitindex

Nach potenzieller DAX-Erweiterung: Das sind die möglichen neuen DAX-Mitglieder


Nach potenzieller DAX-Erweiterung: Das sind die möglichen neuen DAX-Mitglieder

Die DAX-Familie könnte schon bald deutlich wachsen. Statt 30 Mitglieder könnten bald 40 Unternehmen im deutschen Leitindex gelistet werden. Diese Börsenmitglieder haben die besten Chancen auf die erste Börsenliga.

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• Deutsche Börse plant Reform des DAX
• 10 potenzielle neue deutsche Bluechips
• Aufnahmevoraussetzungen noch unklar

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Das Image des traditionsreichen deutschen Leitindex DAX hat zuletzt ein paar Kratzer abbekommen. Insbesondere das Drama um den insolventen Zahlungsdienstleister Wirecard hatte die Deutsche Börse in den Mittelpunkt der Kritik von unter anderem Anlegerschützern gerückt.

Reform des DAX geplant

Nun reagiert der Börsenbetreiber und lotet eine Reform des größten deutschen Börsenbarometers aus. Demnach sollen alle DAX-Mitglieder künftig einen Prüfungsausschuss im Aufsichtsrat nachweisen, zudem werden Unternehmen, die mehr als 10 Prozent ihres Umsatzes mit "kontroversen Waffen" machen, nicht in den deutschen Leitindex aufgenommen.
Geplant sei in diesem Zusammenhang auch eine mögliche Anpassung der Zahl der DAX-Mitglieder: Statt 30 könnten im DAX künftig 40 Unternehmen gelistet sein. Der MDAX würde dann kleiner, während der SDAX weiterhin 70 Unternehmen umfassen soll. Wird die DAX-Familie tatsächlich um zehn Mitglieder erweitert, würde es zu einer veränderten Branchengewichtung im Leitindex kommen. Einer Präsentation zum Reformvorschlag zufolge würden sowohl der Chemie-Sektor als auch die Medien- und Pharmabranche höher gewichtet werden, Autobauer und Konsumgüterunternehmen würden daneben für die Berechnung des Index an Bedeutung verlieren.

Wer sind die neuen DAX-Kandidaten?

Doch welche Unternehmen könnten von den Anpassungen profitieren und den Aufstieg in den deutschen Leitindex schaffen? Endgültig lässt sich dies wohl erst in einigen Monaten absehen. Legt man die aktuelle Marktkapitalisierung zugrunde, könnten sich der Flugzeugbauer Airbus, Symrise, Zalando, Sartorius, QIAGEN, LEG Immobilien, Brenntag, Hannover Rück, Siemens Healthineers und Scout24 Hoffnungen auf eine Aufnahme in die erste Börsenliga machen.

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Eng würde es dann für das aktuelle DAX-Mitglied Covestro, der Werkstoffhersteller liegt nach Marktkapitalisierung auf dem 40. Platz. Knorr-Bremse, PUMA und HelloFresh hätten - ebenso wie TeamViewer und KION - in Abhängigkeit von ihrer Börsenkursentwicklung zumindest ebenfalls theoretische Chancen auf eine DAX-Aufnahme.

Bankenanleger, die auf eine Rückkehr der Commerzbank in den DAX hoffen, werden aber voraussichtlich enttäuscht: Das Finanzhaus liegt aktuell nach Marktkapitalisierung auf Platz 47. Auch Bechtle, GEA und Evonik werden wohl im MDAX verbleiben.

Noch unsicher ist allerdings, ob die Deutsche Börse bei den Kriterien für die Indexaufnahme tatsächlich weiterhin ihren hauptsächlichen Fokus auf Marktkapitalisierung und Aktienhandelsumsatz legt. Denn offenbar wird auch eine Praxis diskutiert, die in vielen anderen internationalen Indizes bereits jetzt Anwendung findet: Nämlich, dass es nur noch profitable Konzerne ins Börsenoberhaus schaffen. Tech- und Wachstumstitel könnten es dann schwer haben, das neue DAX-Mitglied Delivery Hero müsste seinen Platz im Leitindex dann möglicherweise wieder räumen.

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Was bringt ein DAX-Aufstieg eigentlich?

Eine Aufnahme in die DAX-Familie bringt Unternehmen nicht nur Prestige. Auch international erhalten DAX-Konzerne größere Sichtbarkeit, als die Mitglieder kleinerer Börsenbarometer, was eine höhere Beteiligung ausländischer Anleger nach sich ziehen könnte. Hinzu kommt: Ändert sich die Zusammensetzung eines Index, sind passive Indexfonds (ETFs), die Indizes 1:1 abbilden, dazu gezwungen, auch Aktien der neuen DAX-Mitglieder anteilig zu erwerben.

Zumindest in der Theorie ist daher für die prognostizierten DAX-Aufsteiger mit Kursaufschlägen zu rechnen. Anleger sollten die potenziellen Aufstiegskandidaten in den nächsten Monaten genauer beobachten, denn häufig steigen die Aktien bereits geraume Zeit im Vorfeld, da Spekulanten sich entsprechend eindecken, um ihre Anteile zum Zeitpunkt der Indexaufnahme, wenn die Nachfrage von Seiten der Indexfonds da ist, wieder zu verkaufen.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Julian Mezger für Finanzen Verlag, Julian Mezger für Finanzen Verlag

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