Auto-Aktien vor der Wende? Continental überzeugt Analysten - BMW und Mercedes kämpfen um den Turnaround
Drei Auto-Aktien stehen am Montag im Fokus: Continental erhält Rückenwind von Morgan Stanley, während Mercedes-Benz und BMW nach neuen Tiefständen zur Erholung ansetzen.
Werte in diesem Artikel
- Eine Hochstufung gibt Continental neuen Schwung
- Mercedes-Benz erholt sich trotz Sparkurs und gesenktem Kursziel
- BMW sucht nach dem 5-Jahres-Tief wieder Halt
Die Aktie von Continental legt im XETRA-Handel am Montag zeitweise 2,06 Prozent auf 69,50 Euro zu. Mit BMW (+0,88 Prozent auf 54,80 Euro) und Mercedes-Benz (+1,25 Prozent auf 40,22 Euro) gehören zwei weitere Vertreter der Autobranche zu den stärksten Gewinnern im DAX, und das aus unterschiedlichen Gründen.
Morgan Stanley dreht bei Continental-Aktie
Die Kursgewinne beim Reifenhersteller Conti sind auf eine positive Analystenstimme zurückzuführen: Morgan Stanley stuft das Papier von Equal-weight auf Overweight hoch und hebt das Kursziel von 62 auf 78 Euro an. Die Schätzungen für 2027 und 2028 lägen demnach deutlich über dem Marktkonsens, getragen von einer erwarteten Margenausweitung in Amerika und einem reicheren Produktmix bei Ultra-High-Performance-Reifen. Für 2028 nenne Morgan Stanley einen Gewinn je Aktie von 9,2 Euro.
Pre-Close-Call stärkt die Analystenstimmung
Schon am Abend des 30. September hatte Continental einen Pre-Close-Call abgehalten. Ross MacDonald von Citigroup sah im dritten Quartal erneut Rückenwind durch Ultra-High-Performance-Reifen und die Nutzfahrzeug-Nachfrage in den USA. In Europa erwarte er stabile Nachfrage und eine Reifenmarge am oberen Ende der Zielspanne oder darüber.
UBS-Analyst David Lesne hält sogar eine Anhebung der Jahresziele für möglich und schließt ein operatives Ergebnis von 1,9 Milliarden Euro über dem Konsens nicht aus. UBS führt Continental mit Buy und einem Kursziel von 90 Euro.
Aktien von Mercedes-Benz und BMW erholen sich von Tiefständen
Auch die Aktie der Mercedes-Benz Group steht am Montag im Fokus, und das trotz schlechter Nachrichten. Am Morgen war das Papier mit 39,405 Euro zunächst auf ein neues 52-Wochen-Tief gefallen, bevor Käufer zugriffen. Charttechnisch galt die Aktie mit einem RSI von rund 24 als deutlich überverkauft, was die Gegenbewegung erklären dürfte. Einen konkreten positiven Auslöser gab es nicht.
Fundamental bleibt die Lage angespannt. Der Konzern verschärft den Sparkurs bis zur Drohung mit Werksschließungen: Produktionsvorstand Michael Schiebe hatte im September gewarnt, ohne niedrigere Arbeitskosten müsse Mercedes ein deutsches Aufbauwerk und ein Powertrainwerk schließen. Zudem legt der Konzern sein freiwilliges Abfindungsprogramm in Deutschland neu auf. Es soll im Dezember starten und richtet sich an indirekte Bereiche wie Verwaltung und Entwicklung, erstmals auch an leitende Führungskräfte. In den USA streicht Mercedes für das Modelljahr 2027 mehrere Elektromodelle, darunter die EQE-Limousine. Belastend wirkt vor allem das schwache China-Geschäft.
Die BMW-Aktie erreichte am Freitag mit 54,46 Euro ein neues 5-Jahres-Tief. Auch hier spricht vieles für eine technische Erholung, eine konkrete Unternehmensnachricht lag nicht vor. Belastet wird die Aktie vor allem durch die deutlich gesenkte Jahresprognose: BMW rechnet für 2026 mit schwächeren Auslieferungen und einem kräftigeren Ergebnisrückgang als zuvor. Hinzu kommen die schwache Nachfrage in China und die Kosten des Umbaus zur Elektromobilität. Analysten sehen dennoch Aufholpotenzial: JPMorgan beließ BMW am 1. Oktober mit einem Kursziel von 82 Euro auf Overweight, auch die Deutsche Bank rät zum Kauf, senkte aber das Kursziel auf 71 Euro.
Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net
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