ROUNDUP 2/Weiterer Rückschlag für Adler Group: BCP-Geschäft mit LEG geplatzt


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(neu: Reaktion von Adler Group, Aktienkurs)

DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Der angeschlagene Immobilienkonzern Adler Group (ADLER) muss beim geplanten Schuldenabbau einen weiteren Rückschlag hinnehmen. Der angepeilte Verkauf eines 63-prozentigen Anteils der Tochtergesellschaft Brack Capital Properties (BCP) an den Branchenkollegen LEG (LEG Immobilien) kommt nicht zustande. LEG werde die Option zum Kauf der restlichen Anteile an der BCP nicht ausüben, teilte der Düsseldorfer Immobilienkonzern am Mittwochabend mit. Die Anleger reagierten am Donnerstag verschnupft.

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Adler Group habe die Erklärung der LEG Immobilien zur Kenntnis genommen, teilte das Unternehmen am Donnerstag auf Anfrage mit. Der Vorstand werde weitere Optionen für die Beteiligung an der BCP evaluieren und dabei die Interessen aller Anteilseigner berücksichtigen. Angesichts der hohen Qualität des Portfolios zeigte sich Adler zuversichtlich, in angemessener Zeit eine Lösung zu finden. Im Rahmen der Halbjahreszahlen Ende August werde es ein Update geben.

Die schon stark gebeutelte Aktie gab am Donnerstag um mehr als acht Prozent nach und kostete zuletzt weniger als drei Euro. In den vergangenen zwölf Monaten hat das Papier mehr als 85 Prozent verloren - vor allem, weil seit Oktober der Leerverkäufer Fraser Perring Druck ausübt. Wegen der Vorwürfe von Perring geriet Adler in das Visier der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

LEG hatte Ende 2021 in einem ersten Schritt für 328 Millionen Euro einen Anteil von 31 Prozent an der niederländischen Wohnungsbaugesellschaft übernommen. Von dem Anteil kam ein Paket von knapp sieben Prozent für 75 Millionen Euro von der Adler Group direkt, die restlichen 24 Prozent stammten von anderen Investoren. Zudem hatte LEG sich damals die Option auf weitere 63 Prozent der BCP-Anteile von der Adler Group gesichert. Wäre die Option ausgeübt worden, hätte LEG dafür mindestens 765 Millionen Euro gezahlt. BCP verfügt über mehr als 12 000 Wohnungen, die sich vor allem in Leipzig und Nordrhein-Westfalen befinden.

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Auch für Deutschlands größten Immobilienkonzern Vonovia (Vonovia SE (ex Deutsche Annington)) kommt eine Übernahme des angeschlagenen Konkurrenten Adler Group nicht mehr in Betracht. "Die Märkte haben sich verändert und deswegen ist für uns die ursprüngliche Überlegung, die Adler Group zu übernehmen, definitiv vom Tisch", sagte Unternehmenschef Rolf Buch der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX am Vortag. Die Entscheidung von damals könne man deshalb auch kritisch hinterfragen.

Vonovia wurde vor einigen Monaten größter Aktionär beim Branchenrivalen Adler Group, der in schweres Fahrwasser geraten war. Vonovia sicherte sich im Wege der Pfandverwertung 20,5 Prozent an dem Konkurrenten.

Adler ist in das Visier der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) geraten, nachdem die Immobiliengesellschaft im Oktober erstmals unter Druck des Leerverkäufers Fraser Perring geraten war. Sein Researchdienst Viceroy hatte schwere Vorwürfe gegen Adler erhoben, darin ging es unter anderem um die Bewertung von Immobilienprojekten. Adler hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen.

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Am Montag teilte die Finanzaufsicht mit, dass die Jahresbilanz 2019 der Adler Real Estate fehlerhaft sei. Der Wert eines Projekts zur Entwicklung einer ehemaligen Glashütte in Düsseldorf sei mit 375 Millionen Euro etwa doppelt so hoch angesetzt worden wie der Marktwert. Adler hält hingegen an der vollumfänglichen Richtigkeit und Ordnungsmäßigkeit des testierten Konzernabschlusses für 2019 fest und will Rechtsmittel gegen den Bescheid der BaFin einlegen.

Für Adler ist es ein erneuter Schlag. Das Unternehmen hatte Ende April trotz der Verweigerung des Testats durch die Wirtschaftsprüfer von KPMG Zahlen für 2021 vorgelegt - dabei war wegen hoher Abschreibungen ein Milliardenverlust angefallen. Für den Jahres- und Konzernabschluss 2022 steht KPMG nicht mehr als Wirtschaftsprüfer zur Verfügung. Wegen des fehlenden Prüf-Testats hatten fast alle Mitglieder des Verwaltungsrats ihren Rücktritt erklärt. Verwaltungsratschef Stefan Kirsten hatte jedoch nur vier davon angenommen./mne/lew/nas/jha/

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Datum Rating Analyst
07.09.26 LEG Immobilien Neutral Goldman Sachs Group Inc.
24.08.26 LEG Immobilien Equal Weight Barclays Capital
21.08.26 LEG Immobilien Buy Jefferies & Company Inc.
13.08.26 LEG Immobilien Neutral Goldman Sachs Group Inc.
05.08.26 LEG Immobilien Buy Deutsche Bank AG

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