Schaeffler: Prognose bestätigt, Zweifel bleiben


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Schaeffler: Prognose bestätigt, Zweifel bleiben

Schaeffler hat nach neun Monaten seine Prognose bestätigt und schreibt zugleich Anlagen in der E-Mobilität ab. Ein genauerer Blick zeigt, dass ausgerechnet das Geschäft unter Druck gerät, das den Umbau finanzieren soll.

Auf den ersten Blick wirkt die Zwischenbilanz bei Schaeffler nach neun Monaten ordentlich. Die bereinigte EBIT-Marge lag mit 4,5 Prozent über dem Vorjahr, die Prognose für 2026 und die Ziele für 2028 stehen. Wer genauer hinsieht, erkennt allerdings, dass die Verbesserung aus dem ersten Halbjahr stammt. Im dritten Quartal fiel die Marge auf 4,2 Prozent und damit unter den Vorjahreswert.

Verbrenner verdienen weniger

Das ist vor allem deshalb unangenehm, weil der Rückgang aus dem Bereich Powertrain & Chassis kommt. Dort verdient Schaeffler mit Komponenten für herkömmliche Antriebe und Fahrwerke das Geld, das die Verluste in der E-Mobilität auffangen soll. Sinkt hier die Marge, wie im dritten Quartal um gut einen Prozentpunkt, wird das Polster für den Umbau dünner. Stabilisierend wirkt das Industriegeschäft, das seine Rendite steigern konnte, sowie das margenstarke Ersatzteil- und Servicegeschäft.

Abschreibungen als Eingeständnis

Die Sonderbelastungen in der E-Mobilität sind der eigentliche Kern der aktuellen Bilanz. Schaeffler schreibt Produktionsanlagen ab, die für Projekte europäischer Hersteller in China gebaut wurden und nun nicht mehr ausgelastet werden. Damit wird sichtbar, wie stark die Absatzprobleme der deutschen Autoindustrie in China inzwischen bei den Zulieferern ankommen. Investitionen, die vor wenigen Jahren noch als Zukunftssicherung galten, erweisen sich als Fehlkapazität.

Die bereinigte Marge der Sparte hat sich zwar verbessert, bleibt mit rund minus 13 Prozent im Quartal aber tief im negativen Bereich. Dass die Sparte in den Folgejahren besser abschneiden soll, hat vor allem einen buchhalterischen Grund. Anlagen, die jetzt auf einen Schlag abgeschrieben werden, belasten das Ergebnis künftig nicht mehr mit jährlichen Abschreibungen. Die Marge steigt dadurch, ohne dass sich am Geschäft selbst etwas verbessert. Die Antwort auf die schwachen Volumina lautet nun, verstärkt chinesische Hersteller als Kunden zu gewinnen. Das ist folgerichtig, bedeutet aber auch den Eintritt in einen Markt mit erheblichem Preisdruck.

Roboter als kleine Wette auf die Zukunft

Ein Lichtblick ist die humanoide Robotik, in der der Auftragseingang auf rund 400 Mio. Euro gestiegen ist, getragen von neuen Kunden aus China. Für einen Konzern mit geschätzt über 23 Mrd. Euro Jahresumsatz bleibt das vorerst aber nur eine Randgröße. Strategisch ist es dennoch interessant, weil Schaeffler hier sein Know-how bei Lagern und Antrieben in ein neues Wachstumsfeld übertragen kann.

Die bestätigte Prognose ist angesichts des schwächeren dritten Quartals ein Signal der Zuversicht, mehr aber nicht. Der Free Cashflow hat sich im Quartal deutlich verbessert, liegt nach neun Monaten aber leicht im Minus. Schaeffler steckt mitten in einem Umbau, dessen Kosten weiter steigen, während die Erträge aus dem Altgeschäft langsam nachgeben. Ob die Rechnung aufgeht, hängt davon ab, wie schnell die E-Mobilität aus den Verlusten kommt.

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Erstellung am 13.10.26 um 14:08 Uhr.

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