Stärkerer Kampf von Adidas und Co gegen Rassismus gefordert


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Von Jacob Gallagher, Khadeeja Safdar und Sharon Terlep

NEW YORK (Dow Jones)--Der Kampf gegen Rassismus hat nun auch die Wirtschaft erreicht, und Mitarbeiter fordern von ihren Arbeitgebern, stärker gegen Diskriminierung vorzugehen. Hintergrund ist der gewaltsame Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem Polizeieinsatz und die darauf folgenden landesweiten Proteste in den USA gegen Rassismus. So hat etwa der Sportartikelhersteller Adidas, wie viele andere Firmen auch, die sozialen Medien genutzt, um sich gegen Rassismus auszusprechen. Dennoch sagen einige der in den USA von Adidas angestellte Afroamerikaner, die Unternehmenskultur sei von Gleichstellung weit entfernt. Diese Kritik mussten auch viele andere Firmen aus Branchen von Kosmetik bis Medien gefallen lassen.

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Die jüngsten Statements "stimmen nicht unbedingt damit überein, wie jemand intern über die Dinge denkt, die [Adidas] unternimmt, um Schwarze zu unterstützen", sagte Aric Armon, ein Schuhdesigner von Adidas in Portland. Am Sonntag schrieb Armon auf Instagram, dass ihn ein ehemaliger Adidas-Mitarbeiter während einer Reise zum Super Bowl in Miami im Februar dieses Jahres mit dem N-Wort bezeichnet habe. Der ehemalige Mitarbeiter erklärte, er werde dies nicht kommentieren, bis er sich persönlich mit Armon sowie der Personalabteilung von Adidas getroffen habe.

Adidas stelle Afroamerikaner ein, um dem Unternehmen dabei zu helfen, "mit dem schwarzen Konsumenten in Kontakt zu treten", sagte Armon weiter, der seit sieben Jahren in dem Konzern arbeitet. "Es ist deutlich, dass wir nur zum besseren Verständnis da sind und nicht für die Führungsrollen", sagte Armon weiter in einem Interview am Montag. Adidas lehnte es ab, sich zu einzelnen Mitarbeitern oder Führungskräften zu äußern. "Wir haben eingesehen, dass wir nicht genug getan haben, und wir sind entschlossen, mehr zu tun", hieß es vom Unternehmen als Antwort auf die allgemeine Kritik der Mitarbeiter. "Wir stehen kurz vor dem Abschluss unserer Verpflichtungen, um sicherzustellen, dass unsere Mitarbeiter, vor allem unsere afroamerikanischen Angestellten, gehört, unterstützt und an Problemlösungen beteiligt werden", so Adidas weiter.

Adidas, Nike und Under Armour sehen sich seit Jahren mit Beschwerden einiger Mitarbeiter konfrontiert, dass diese Sportriesen von der Vermarktung afroamerikanischer Sportstars und dem Verkauf von Turnschuhen und anderen Produkten an diese profitieren, aber nur wenige Farbige oder Frauen in ihren Führungspositionen haben. Weder im sechsköpfigen Vorstand von Adidas noch im 16-köpfigen Aufsichtsrat von Adidas gebe es ein schwarzes Mitglied. Keiner der 10 Führungskräfte, die derzeit auf der Website von Nike aufgelistet sind, sind Farbige. Estée Lauder hat zwei schwarze Frauen in ihrem 14-köpfigen Führungsteam und einen schwarzen Direktor in ihrem 16-köpfigen Vorstand.

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Adidas lehnte es ab, Einzelheiten über die personelle Vielfalt in der Führungsriege zu nennen. Nike sagte, mehrere leitende Führungskräfte stammten aus unterrepräsentierten Gruppen. Am späten Montag legte Estée Lauder detaillierte Pläne zur Verbesserung ihrer Vielfalt und zur Unterstützung der afroamerikanischen Gemeinde vor.

In der vergangenen Wochen sandte eine Gruppe afroamerikanischer Adidas-Mitarbeiter eine Präsentation mit dem Titel "Unser Ausnahmezustand" an die Führungskräfte und forderte das Unternehmen auf, die personelle Vertretung der schwarzen und lateinamerikanischen Mitarbeiter bis Ende 2021 auf 31 Prozent auf allen Ebenen der Firma zu erhöhen. In dem Dokument, über das zuerst Footwear News berichtet hatte, wurde Adidas zudem aufgefordert, jährlich 50 Millionen US-Dollar an die schwarze US-Gemeinschaften zu spenden und dabei zu helfen, Geld für gemeinnützige Organisationen zu sammeln, die diesen Gemeinden dienen.

Adidas teilte mit, man stehe gegen Rassismus und sei "zutiefst betrübt über das, was wir mit unserer afroamerikanischen Gemeinde in Amerika erleben". Die Führungskräfte in Nordamerika und in der deutschen Zentrale hätten in der vergangenen Woche an Aufklärungsveranstaltungen teilgenommen, um zu verstehen und zu lernen, wie man mit den Nachwirkungen der Ermordung von George Floyd umgehen könne.

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Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com

DJG/DJN/cbr/jhe

(END) Dow Jones Newswires

June 09, 2020 01:40 ET (05:40 GMT)

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