Aktien von Commerzbank und UniCredit im Plus: Bundesregierung stellt sich gegen harte Übernahmestrategie

Die Finanzagentur des Bundes hat sich im Streit zwischen der Commerzbank und der UniCredit um das Übernahmeangebot der italienischen Bank zu Wort gemeldet.
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Der deutsche Staat hat der laufenden Übernahmeofferte der italienischen UniCredit für die Commerzbank eine Absage erteilt. "Eine Annahme des Angebots kam bereits wirtschaftlich nicht infrage, da das Übernahmeangebot keine angemessene Prämie auf den aktuellen Kurs der Commerzbank-Aktie enthält", teilte die Finanzagentur des Bundes in Frankfurt mit.
Zugleich wandte sich der Bund, der als zweitgrößter Aktionär der Commerzbank rund 12 Prozent der Anteile hält, erneut gegen eine Übernahme der zweitgrößten deutschen Privatbank durch die UniCredit. Man unterstütze die Strategie der Eigenständigkeit der Commerzbank und lehne "das aggressive Vorgehen" der UniCredit ab. "Die Commerzbank AG spielt eine wichtige Rolle bei der Finanzierung der deutschen Wirtschaft und des deutschen Mittelstands", hieß es. "Sie ist als bedeutender Arbeitgeber zudem zentral für den Finanzstandort Frankfurt. Beides gilt es auch in Zukunft sicherzustellen."
Übernahmekampf wird zur Schlammschlacht
Die UniCredit hat Anfang Mai eine freiwillige Offerte für die Commerzbank vorgelegt und bietet eigene Aktien zum Tausch. Die Großbank aus Mailand bekam nach neuesten Angaben von Dienstag 12,4 Prozent aller Commerzbank-Aktien angedient. Da die Italiener bereits ein Aktienpaket von 26,77 Prozent halten, würde der Anteil damit rechnerisch auf mehr als 39 Prozent steigen. Zudem hat sich die UniCredit über Kaufoptionen mehr als drei Prozent der Commerzbank-Aktien gesichert und hält weitere Finanzinstrumente. Die Übernahmefrist läuft bis diesen Dienstag, soll aber bis 3. Juli verlängert werden.
Der Übernahmekampf zwischen Commerzbank und UniCredit war zuletzt eskaliert. So drohte die UniCredit der Commerzbank mit einem Austausch von Aufsichtsrat und Vorstand, sollte sie auf der Hauptversammlung genug Unterstützung von Aktionären erlangen.
Commerzbank-Kurs erstmals unter UniCredit-Offerte
Die Commerzbank wiederum sieht bei den Angaben der UniCredit ein falsches Spiel und hat die Finanzaufsicht Bafin eingeschaltet. Sie kritisiert, die angedienten Aktien stammten überwiegend von Banken, mit denen die UniCredit über Finanzinstrumente Geschäfte macht, und nicht von unabhängigen Aktionären. Denn für diese war bisher das Angebot der UniCredit, das unter dem Aktienkurs der Commerzbank lag, ein Verlustgeschäft. Die UniCredit wies die Kritik wiederholt zurück.
Am Dienstag fielen Aktien der Commerzbank allerdings erstmals unter den Preis des Übernahmeangebots der UniCredit, die statt Geld für jedes Commerzbank-Papier 0,485 eigene UniCredit-Anteile bietet. Das lag am starken Kursanstieg der UniCredit-Papiere, die mit 77,80 Euro den höchsten Stand seit Februar erreichten. Commerzbank-Aktien kosteten auf der Handelsplattform XETRA letztlich 36,30 Euro (+0,25 Prozent), während die Übernahmeofferte der Italiener einem Wert von gut 37,73 Euro entspricht. Erstmals seit der offiziellen Übernahmeofferte der UniCredit würde sich so für Commerzbank-Aktionäre eine Annahme des Angebots bezahlt machen.
/als/DP/stw
FRANKFURT (dpa-AFX)
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