Top-Pick trotz FTC-Klage

Amazon-Aktie nach FTC-Klage erholt: Citi bleibt bullish – sollten Anleger jetzt einsteigen?


Amazon-Aktie nach FTC-Klage erholt: Citi bleibt bullish – sollten Anleger jetzt einsteigen?

Citi bekräftigt trotz der FTC-Klage gegen Amazon seine Top-Pick-Einstufung und sieht in der Kursschwäche eine Kaufgelegenheit.

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  • Citi sieht in Kursschwäche nach FTC-Klage eine Kaufgelegenheit für Amazon-Aktie
  • Analystenkonsens bleibt trotz Klage klar auf Strong Buy ausgerichtet
  • AWS und Werbegeschäft liefern laut Citi weiter Wachstumsimpulse
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Amazon sieht sich einer Klage der US-Handelsaufsicht FTC wegen mutmaßlich verdeckter Werbeaufschläge ausgesetzt. Citi bekräftigt dennoch seine Einstufung der Amazon-Aktie als Top-Pick und rate, die Kursschwäche als Kaufgelegenheit zu betrachten. Der Analystenkonsens bleibt insgesamt klar positiv.

FTC wirft Amazon verdeckte Werbeaufschläge vor

Die FTC und die Generalstaatsanwälte von 22 US-Bundesstaaten reichten Ende August vor dem US-Bezirksgericht für den Western District of Washington in Seattle Klage gegen Amazon ein, den Onlinehändler und Cloud-Anbieter. Der Vorstandsbeschluss der Kommission fiel mit 2:0 Stimmen. Laut Klageschrift habe Amazon über sieben Jahre hinweg die Preise, die mehr als eine Million Marken und Verkäufer für Werbung auf der Plattform zahlten, verdeckt und erheblich erhöht, wodurch dem Konzern nach Einschätzung der Behörde wahrscheinlich zweistellige Milliardenbeträge von Werbekunden entzogen worden seien.

Die FTC wirft Amazon vor, ab 2019 ohne Vorankündigung einen intern als soft reserve price bezeichneten Aufschlag in seine Werbeauktionen eingeführt zu haben. Der Anteil der Fälle, in denen Werbetreibende bei Sponsored-Products-Anzeigen exakt ihr eigenes Gebot zahlen mussten, lag im Jahr 2021 bei 30 bis 40 Prozent. Bis 2024 stieg dieser Anteil auf rund 80 Prozent. FTC-Chairman Andrew N. Ferguson erklärte, die höheren Kosten seien größtenteils an amerikanische Verbraucher weitergegeben worden. Amazon bezeichnete die Klage als misguided und wies jegliches Fehlverhalten zurück. Der Konzern erklärte, der durchschnittliche Gewinnerbeitrag bei Sponsored-Products-Suchanzeigen sei von 2019 bis 2025 um 50 Prozent gefallen. Rund 92 Prozent der platzierten Anzeigen hätten nicht das höchste Gebot erhalten. Nach Bekanntwerden der Klage gab die Amazon-Aktie nach.

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Amazon-Aktie: Citi hält an Kursziel fest

Bereits Anfang September bekräftigte Citi-Analyst Ronald Josey seine Top-Pick-Einstufung für Amazon und empfahl die kursbedingte Schwäche als Kaufgelegenheit, da Werbetreibende laut den vorliegenden Ergebnissen weiterhin mehr auf Amazon ausgäben und sich die KI-Nachfragetrends bei AWS beschleunigen würden. Citi bestätigte laut investing.com die Einstufung Buy mit einem Kursziel von 350 US-Dollar. Die Amazon-Aktie werde demnach zum etwa 23,5-fachen des von Citi für 2027 geschätzten Gewinns pro Aktie von 11,06 US-Dollar gehandelt. Das Kursziel basiere auf dem etwa 31,5-fachen des für 2027 erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnisses. Das Kursziel impliziere zudem einen Unternehmenswert vom 11-fachen des für 2027 prognostizierten EBITDA, was laut Citi am unteren Ende der Bewertungsspanne von Amazon der vergangenen zehn Jahre liege.

Bei AWS werde sich das Umsatzwachstum in der zweiten Jahreshälfte 2026 durch Rückenwind aus dem KI-Bereich beschleunigen, so die Einschätzung von Citi gemäß investing.com. Im Einzelhandelsgeschäft gewinne Amazon durch Agentic Commerce und Alexa Shopping Marktanteile bei verbesserten Konversionsraten.

Der Analystenkonsens aus den 40 von TipRanks erfassten Häusern fällt mit 39 Buy-Einstufungen und einer Hold-Einstufung klar positiv aus. Das mittlere Kursziel liegt bei 333,89 US-Dollar. Die Kurszielspanne reicht von 250 bis 400 US-Dollar. Bank of America, Wells Fargo und Bernstein bestätigten im September jeweils ihre Kaufempfehlungen mit Kurszielen zwischen 320 und 338 US-Dollar.

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Wachstumstreiber AWS und Werbegeschäft

Amazon Web Services ging eine strategische Kooperation mit Cognition ein, um den KI-Ingenieur Devin einzusetzen, und sicherte sich zugleich einen Liefervertrag mit Generac über Notstromaggregate im Wert von bis zu 8 Milliarden US-Dollar. Im Rahmen der Partnerschaft mit NVIDIA sollen laut Citi in den Jahren 2027 und 2028 mehr als 2 Millionen Grafikprozessoren zum Einsatz kommen. Amazons Cloud-Sparte meldete zudem, dass der Zugang zu ihrer Einrichtung in Bahrain wegen kriegsbedingter Schäden nicht wiederhergestellt werden könne.

Im zweiten Quartal 2026 erzielte Amazon einen Nettoumsatz von 200,6 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das operative Ergebnis stieg auf 27,5 Milliarden US-Dollar. AWS wuchs um 37 Prozent auf eine annualisierte Umsatzrate von 169 Milliarden US-Dollar. Das Werbegeschäft legte um 26 Prozent zu. Amazon erklärte, die inflationsbereinigten Kosten pro Klick für gesponserte Produkte seien von 2019 bis 2024 unverändert geblieben, während die Konversionsraten zwischen 2021 und 2025 um mehr als 24 Prozent gestiegen seien. Investitionen in Tools zur Anzeigenrelevanz hätten Werbetreibenden nach Unternehmensangaben 8 Milliarden US-Dollar eingespart. Diese Einsparungen hätten zu 58 Prozent höheren Umsätzen und einer um 46 Prozent besseren Rendite der Werbeausgaben geführt. Zudem sei die Reichweite um 58 Prozent gestiegen, so Amazon.

Citi bleibt bullish: Sollten Anleger jetzt zuschlagen?

Aus Sicht von Citi könnte die jüngste Kursschwäche der Amazon-Aktie eine Gelegenheit für Anleger darstellen. Dafür sprechen aus Sicht des Analysehauses insbesondere die weiterhin robuste Nachfrage im Werbegeschäft sowie die erwartete Beschleunigung des AWS-Wachstums durch den KI-Boom. Auch der Analystenkonsens bleibt klar positiv. Gleichzeitig bleibt die FTC-Klage ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor, dessen mögliche finanzielle und regulatorische Folgen derzeit noch nicht abschließend absehbar sind.

Die Amazon-Aktie stand zuletzt unter Druck und verbucht auf 5-Tages-Sicht ein Minus von 2,18 Prozent. Auch auf Monatssicht lassen sich Abschläge ähnlicher Größenordnung beobachten. Zuletzt konnte sich der Kurs jedoch etwas stabilisieren: So schloss die Amazon-Aktie am Donnerstag im NASDAQ-Handel mit einem Plus von 2,13 Prozent bei 251,19 US-Dollar. Am Freitag geht es hier zeitweise um weitere 1,28 Prozent auf 254,42 US-Dollar nach oben. Ob das aktuelle Kursniveau tatsächlich einen attraktiven Einstiegszeitpunkt darstellt, hängt daher maßgeblich davon ab, wie Anleger die Chancen aus AWS und Werbung im Verhältnis zu den regulatorischen Risiken und der Bewertung der Amazon-Aktie einschätzen.

Der nächste Zahlentermin von Amazon ist laut Kalender für den 29. Oktober vorgesehen, wenngleich dieser Termin bislang als vorläufig gilt. Bis dahin dürfte sich zeigen, ob sich Werbekunden trotz der FTC-Klage von der Plattform abwenden oder ob sich Citis Einschätzung einer unveränderten Nachfrage bestätigt.

Bettina Schneider, Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: Annette Shaff / Shutterstock.com, Twin Design / Shutterstock.com

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03.08.26 Amazon Buy Jefferies & Company Inc.
31.07.26 Amazon Buy UBS AG
31.07.26 Amazon Kaufen DZ BANK
31.07.26 Amazon Outperform RBC Capital Markets
31.07.26 Amazon Overweight JP Morgan Chase & Co.

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