Alphabet-Aktie trotzdem schwächer: Piper Sandler sieht TPU-Chipgeschäft als NVIDIA-Bedrohung
Ein Analyst rechnet bis 2028 mit einem TPU-Umsatz von 104 Milliarden US-Dollar für Alphabets Chipsparte, deutlich mehr als der Markt bislang einpreist.
Werte in diesem Artikel
- Piper Sandler hebt das Kursziel für Alphabet auf 400 US-Dollar an
- Googles TPU-Chips gelten als wachsende Konkurrenz für NVIDIA
- Google Cloud liefert bereits kräftige Wachstumssignale
Piper Sandler-Analyst Thomas Champion hat das Kursziel für die Alphabet-Aktie angehoben und sieht im externen TPU-Chipgeschäft des Konzerns ein bislang unterschätztes Wachstumsfeld. Google verfolgt laut SiliconANGLE das Ziel, binnen weniger Jahre spürbar Marktanteile im Geschäft mit KI-Chips zu gewinnen, das bislang von NVIDIA dominiert wird.
Piper Sandler erhöht Kursziel für Alphabet
Der Analyst Thomas Champion von Piper Sandler hat das Kursziel für die Alphabet-Aktie am Montag von 395 auf 400 US-Dollar angehoben und die Einstufung Overweight bestätigt, wie investing.com berichtet. Damit hätte die Aktie von Alphabet, zu dem Google gehört, die zuletzt an der NASDAQ bei 340,74 US-Dollar geschlossen hatte (Schlusskurs vom 30.09.2026) noch 17,4 Prozent Luft nach oben. Champion leitet den neuen Wert aus einem DCF-Modell ab, das die Umsatzschätzung für 2027 um 2 Prozent nach oben korrigiert. Zudem hebt er die Schätzung für das operative Ergebnis 2027 um 8 Prozent an.
Im Zentrum von Champions Studie steht nicht die Tagesbewegung, sondern das noch junge externe TPU-Chipgeschäft von Google, das der Analyst als vom Markt unterschätzt bezeichnet.
TPU-Geschäft als Wachstumstreiber für Alphabet
Champion prognostiziert, dass das neu ausgewiesene externe TPU-Chipgeschäft bis 2028 auf einen Hardwareumsatz von rund 104 Milliarden US-Dollar anwächst. Seiner Modellrechnung zufolge steigt der Umsatz von etwa 8 Milliarden US-Dollar in diesem Jahr auf 51 Milliarden US-Dollar im kommenden Jahr. Getragen wird dies von einer TPU-Kapazität, die bis Ende 2027 auf 3 Gigawatt und bis Ende 2028 auf 6 Gigawatt wachsen soll. Piper Sandler kalkuliert dabei mit Investitionsausgaben von rund 30 Milliarden US-Dollar je Gigawatt TPU-Kapazität, was etwa einer Million Chips entspricht.
Champion merkte an, seine Schätzungen könnten sogar konservativ ausfallen: Das Management von Broadcom habe von einer Nachfrage seitens Anthropic in Höhe von 5 Gigawatt für 2027 und 10 Gigawatt für 2028 gesprochen. Dies entspreche einem Umsatzpotenzial von 105 beziehungsweise 210 Milliarden US-Dollar, sofern diese Kapazität erreicht werde. Google verfolgt laut SiliconANGLE das Ziel, binnen weniger Jahre bis zu 10 Prozent des Rechenzentrumsumsatzes von NVIDIA zu übernehmen.
Cloud-Zahlen stützen die These
Alphabet hatte im zweiten Quartal erstmals Umsätze aus dem Verkauf von TPU-Systemen ausgewiesen. Finanzchefin Anat Ashkenazi erklärte im entsprechenden Earnings Call, das Unternehmen habe begonnen, Erlöse aus TPU-Systemverkäufen zu verbuchen, die erstmals an Kundenrechenzentren ausgeliefert worden seien. Der Cloud-Umsatz stieg in diesem Quartal um 82 Prozent auf 24,8 Milliarden US-Dollar. Ashkenazi betonte, der Großteil der Erlöse aus bestehenden TPU-Vereinbarungen werde erst 2027 realisiert.
Analystenbild rund um Alphabet-Aktie
Der Konsens von zwölf Analysten liegt laut TipRanks bei Strong Buy, elf empfehlen die Alphabet-Aktie zum Kauf, einer zum Halten, keiner zum Verkauf. Das mittlere Kursziel liegt bei 430,78 US-Dollar, die Spanne reicht von 379 bis 475 US-Dollar. Bereits Mitte September hatte Oppenheimer-Analyst Jason Helfstein die Aktie mit Buy und einem Kursziel von 400 US-Dollar eingestuft, ein Wert, den Piper Sandler mit seiner aktuellen Anhebung nun einholt.
Anleger warten auf Geschäftsbericht
Ob sich Piper Sandlers optimistisches TPU-Szenario bestätigt, dürfte sich erst zeigen, wenn Alphabet weitere Details zum Hochlauf der Chipverkäufe offenlegt. Der Ende Oktober erwartete Quartalsbericht zum dritten Quartal könnte hierfür erste Anhaltspunkte liefern.
Die Alphabet-Aktie schloss an der NASDAQ 1,71 Prozent leichter bei 334,93 US-Dollar.
Thomas Zoller, Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net
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