Transparenzrichtlinie

Microsoft-Aktie: Milliardenumsätze in Deutschland - doch die meisten EU-Steuern zahlt der Konzern anderswo


Microsoft-Aktie: Milliardenumsätze in Deutschland - doch die meisten EU-Steuern zahlt der Konzern anderswo

Der erstmals veröffentlichte EU-Steuerbericht von Microsoft zeigt, wie stark der Konzern seine europäischen Gewinne und Steuerzahlungen in einem EU-Land bündelt.

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  • Microsoft erzielte in Deutschland 2024/25 rund 661 Millionen Dollar Gewinn
  • Fast 90 Prozent der EU-Steuern zahlte der Konzern in Irland
  • In Irland liegt die effektive Steuerquote bei rund 14 Prozent
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Neue Einblicke in die Steuerpraxis eines Tech-Giganten: Erstmals legt Microsoft infolge der EU-Transparenzrichtlinie 2021/2101 detailliert offen, wo welcher Umsatz fließt und wer wie viel Steuern zahlt. Die Zahlen für das Geschäftsjahr 2024/25 (Stichtag 30. Juni 2025) zeigen für Deutschland ein starkes Bild: Mit einem Umsatz von rund 11,7 Milliarden US-Dollar und einem Vorsteuergewinn von 661 Millionen US-Dollar ist die Bundesrepublik der zweitwichtigste EU-Markt hinter Irland. Der Haken für den deutschen Fiskus: Trotz der starken Performance in Deutschland landete der Löwenanteil der EU-Steuerzahlungen erwartungsgemäß in Dublin.

Irland vereint fast 90 Prozent der EU-Steuerlast

Die länderspezifische Verteilung grenzt an ein Monopol: Von den weltweit ausgewiesenen 7,5 Milliarden US-Dollar an EU-Ertragsteuern deklarierte Microsoft satte 6,6 Milliarden US-Dollar - knapp 89 Prozent - einzig und allein in Irland. Für die restlichen Schwergewichte bleibt kaum etwas übrig: Deutschland musste sich mit mageren 221 Millionen US-Dollar begnügen, während die restlichen 25 EU-Staaten zusammen gerade einmal 620 Millionen US-Dollar verbuchten. Wie extrem die Verzerrungen sind, zeigt das Beispiel Frankreich: Dort wies der Konzern zwar nominell 131 Millionen US-Dollar Steuern aus - unter dem Strich floss durch Erstattungen aus den Vorjahren jedoch sogar mehr Geld zurück nach Redmond, als im selben Jahr gezahlt wurde.

Irland als Lizenz- und Verwaltungszentrum

Hinter diesen Zahlen steckt die klassische Steuer- und Organisationsstruktur von Big Tech. Microsoft nutzt Irland als zentralen Hub für sein EU-Geschäft: Hier sind strategische Einheiten wie die Microsoft Ireland Operations Limited sowie reine Holdings gebündelt, die geistiges Eigentum, Lizenzen und interne Finanzen verwalten. Die Folge ist eine bizarre Verzerrung der Pro-Kopf-Statistik: Weil über die irische Tochter gigantische Summen fließen, erwirtschaftet ein Mitarbeiter dort rein rechnerisch 29,5 Millionen US-Dollar - fast das Neunfache eines Angestellten in Deutschland (3,4 Millionen US-Dollar). Ein klarer Beleg dafür, dass Irland kein klassischer Produktionsstandort ist, sondern die administrative und finanzielle Schaltzentrale des Konzerns.

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Effektive Steuerquote unter dem globalen Mindeststeuersatz

Die Steuerbilanz zeigt ebenfalls deutliche Unterschiede: Während sich für Deutschland auf Basis der ausgewiesenen Daten eine effektive Steuerquote von rund 33 Prozent ergibt, liegt sie für Irland bei rund 14 Prozent. Damit liegt der rechnerische Wert leicht unter dem im Rahmen der OECD-Mindestbesteuerung (Pillar Two) vorgesehenen Satz von 15 Prozent. Ein direkter Vergleich ist jedoch nur eingeschränkt möglich, da die Pillar-Two-Regeln auf einer deutlich komplexeren Berechnung beruhen als der im EU-Steuerbericht ausgewiesene Vorsteuervergleich.

Ob sich diese Verteilung ändert, dürfte sich erst am nächsten länderbezogenen Steuerbericht ablesen lassen, den Microsoft turnusgemäß für das Geschäftsjahr 2025/26 vorlegen muss.

Microsoft streicht tausende Jobs im Xbox-Spielegeschäft

Microsoft streicht rund 3.200 Arbeitsplätze bei der Videospiele-Sparte Xbox und will das Geschäft drastisch umkrempeln. US-Medienberichten zufolge fällt damit rund ein Fünftel der Jobs des Bereichs weg. "Unser Geschäft ist heute nicht gesund", schrieb Xbox-Chefin Asha Sharma in einer E-Mail an die Mitarbeiter. So durchlaufe manche Arbeit 14 Management-Ebenen und die komplexe Organisation bremse Entscheidungen. Nach dem "Reset" solle es künftig nur noch drei bis fünf Management-Stufen geben.

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Im ersten Schritt werden sofort zunächst 1.600 Stellen abgebaut, die restlichen sollen binnen zwölf Monaten gestrichen werden. Es sei "der bedeutendste Umbau der Xbox-Geschichte", schrieb Sharma.

Eine Milliarde Nutzer täglich als Ziel

Zudem verlassen vier Spieleentwickler-Studios den Konzern. Sharma verwies unter anderem darauf, dass die Spielerzahl und die Zeit, die sie mit Gaming auf der Xbox-Plattform verbringen, in den vergangenen Jahren gesunken seien.

Microsoft hatte bereits nach der rund 69 Milliarden Dollar schweren Übernahme des Videospiel-Konzerns Activision Blizzard Ende 2023 tausende Jobs gekürzt. Sharma schrieb zugleich, sie strebe mit dem Umbau ein zukünftiges Wachstum für das Xbox-Geschäft an und wolle, dass das Unternehmen mit der Zeit auf mehr als eine Milliarde Nutzer täglich komme.

Am Montag zeigte sich die Microsoft-Aktie im NASDAQ-Handel letztlich mit einem Minus von 0,96 Prozent auf 386,74 US-Dollar.

Claudia Stephan, Benedict Kurschat, Thomas Zoller, Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net mit Material von dpa-AFX

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: Peteri / Shutterstock.com, turtix / Shutterstock.com

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