Trump vs. Ölkonzerne

Aktien von ExxonMobil und Chevron im Visier: Trump kritisiert hohe Ölgewinne


Aktien von ExxonMobil und Chevron  im Visier: Trump kritisiert hohe Ölgewinne

US-Präsident Donald Trump geht die beiden Ölriesen ExxonMobil und Chevron frontal an, kurz nach deren Quartalsbilanzen. Dabei stört er sich insbesondere an deren hohen Gewinnen.

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Rohstoffe

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  • Trump wirft ExxonMobil und Chevron zu hohe Gewinne vor
  • Ölkonzerne hatten am Freitag starke Quartalszahlen vorgelegt
  • US-Benzinpreis liegt Anfang August bei 4,10 US-Dollar
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US-Präsident Donald Trump attackiert ExxonMobil und Chevron wegen ihrer hohen Gewinne und rückt den politischen Druck auf die US-Ölbranche vor den Zwischenwahlen im Herbst zurück ins Rampenlicht. Am Montag erklärte Trump im Oval Office, angesichts eines Angebotsengpasses würden beide Konzerne zu viel Geld verdienen, und forderte niedrigere Preise an der Tankstelle. Für Anleger wächst damit das politische Risiko rund um zwei der größten US-Energiewerte, während beide Aktien zugleich von den hohen Ölpreisen profitieren.

Rekordquartal trifft auf politischen Gegenwind

Auslöser der Attacke sind die Quartalszahlen, die ExxonMobil und Chevron am vergangenen Freitag vorgelegt hatten. Beide Konzerne profitierten von höheren Rohölpreisen infolge der Lieferunterbrechungen im Nahen Osten sowie von deutlich gestiegenen Raffineriemargen. Trump nannte die Gewinne beider Unternehmen unangemessen hoch und forderte sie auf, einen Teil davon an die Verbraucher zurückzugeben und die Preise an den Tankstellen zu senken. Zugleich betonte er, eigentlich ein Verfechter der freien Marktwirtschaft zu sein, was die Schärfe seiner Kritik an den langjährigen Branchenverbündeten zusätzlich unterstreicht.

Hoher Spritpreis erhöht den Druck

Hintergrund ist der anhaltend hohe Spritpreis in den USA. Der landesweite Durchschnittspreis für Benzin lag Anfang August nahe 4,10 US-Dollar je Gallone, deutlich über dem Niveau von unter 3 US-Dollar vor den Angriffen durch die USA und Israel auf den Iran im Februar. Bereits Ende Juni hatte Trump das Justizministerium angewiesen, große Ölkonzerne zu untersuchen, weil diese die Preise nach seiner Einschätzung nicht schnell genug gesenkt hätten, obwohl die Rohölpreise zuvor gefallen waren. Die Endpreise an der Tankstelle setzen jedoch meist einzelne Betreiber der Stationen fest, nicht die großen Förderkonzerne selbst. ExxonMobil und Chevron warnten in ihren Telefonkonferenzen am Freitag zudem, dass knappe Raffineriekapazitäten die Preise bis in den Herbst hinein hochhalten könnten.

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Branchenverband widerspricht, Chevron-Chef im Visier

Der Branchenverband American Petroleum Institute widersprach laut Politico der Darstellung, ein einzelnes Unternehmen sei für die Preise verantwortlich. Eine Sprecherin des Verbands verwies stattdessen auf globales Angebot, Nachfrage und die anhaltende Unsicherheit rund um die Straße von Hormus und andere kritische Schifffahrtsrouten. Chevron lehnte eine Stellungnahme zu Trumps Äußerungen ab, ExxonMobil reagierte laut Politico zunächst nicht auf eine Anfrage. Trump kritisierte zudem Chevron-Chef Mike Wirth in einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social, weil dieser die Politik seiner Regierung für das starke Quartal nicht gewürdigt habe, und forderte alle Ölkonzerne auf, ihre Verbraucherpreise umgehend zu senken.

Für Anleger dürfte nun entscheidend sein, ob aus der verbalen Attacke konkrete Schritte werden, etwa im Rahmen der laufenden Prüfung durch das Justizministerium, oder ob es bei der politischen Rhetorik vor den Zwischenwahlen bleibt.

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Chevron-Aktie und Exxon-Aktie unter der Lupe

An der NYSE fällt die Chevron-Aktie im Handel zeitweise um 1,38 Prozent auf 190,51 US-Dollar, für das ExxonMobil-Papier geht es derweil um 1,55 Prozent auf 152,66 US-Dollar abwärts. Beide Aktien schauen auf eine starke Performance in diesem Jahr zurück. So konnte die Chevron-Aktie seit Jahresstart bisher rund 27 Prozent steigen, Exxon legte derweil rund 29 Prozent zu.

Martina Köhler, Claudia Stephan, Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net

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