Verbraucherschützer: Koalition soll "Rettungsschirm für Verbraucher" spannen
Von Andreas Kißler
BERLIN (Dow Jones)--Der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Klaus Müller, hat Union und SPD angesichts des am Dienstag geplanten Treffens des Koalitionsausschusses aufgefordert, die Verbraucher mit drei wirkungsvollen Maßnahmen zu unterstützen. "Nachdem Schwarz-Rot für einige Unternehmen und Branchen bereits großzügige Rettungsschirme gespannt hat, sind nun die Verbraucherinnen und Verbraucher an der Reihe", erklärte Müller.
Drei Punkte seien dafür nötig: ein gesetzlicher Riegel gegen überhöhte Inkassogebühren, kürzere Vertragslaufzeiten bei Handyverträgen oder Fitness-Studios sowie eine Einschränkung oder ein Verbot von Vorkassezahlungen. "Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind nur zu bewältigen, wenn die Politik die gesamte Bevölkerung im Blick behält und die Verbraucher nicht alleine lässt", betonte Müller.
Bei Flug- und Pauschalreisen erlebten viele Verbraucher gerade, dass sie ihr im voraus bezahltes Geld entweder überhaupt nicht oder nur sehr spät zurück bekämen. Dabei hätten viele Leute das Geld aufgrund von Jobverlust oder Kurzarbeit selber dringend nötig. Die große Koalition müsse sich damit beschäftigen, "wie sie solche Vorkasse-Geschäfte entweder reduzieren kann oder - alternativ - die Verbraucher wirksam gegen eine Insolvenz des Unternehmens absichern will".
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August 24, 2020 08:15 ET (12:15 GMT)