Vierter Rekordmonat in Folge

Nachfrage nach KI-Chips ungebrochen: Das verrät der TSMC-Rekordumsatz über die Aktien von Samsung, Intel & Co.


Nachfrage nach KI-Chips ungebrochen: Das verrät der TSMC-Rekordumsatz über die Aktien von Samsung, Intel & Co.

Der weltgrößte Auftragsfertiger meldet den vierten Rekordmonat in Folge, doch die eigentliche Geschichte liegt in dem, was seine Auslastung über die gesamte Chipbranche verrät.

Werte in diesem Artikel

  • TSMC meldet im August vierten Rekordmonat in Folge
  • TSMC hält die gesamte Chipindustrie mit hohem Marktanteil in Atem
  • Was der Rekordumsatz für die Halbleiterbranche bedeutet
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Der Umsatz von TSMC kletterte im August auf einen Rekordwert von 514,8 Milliarden Taiwan-Dollar, umgerechnet rund 16,35 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 53,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Für die Halbleiterbranche ist das mehr als eine weitere starke Kennzahl des weltgrößten Auftragsfertigers: Es bestätigt, dass die Nachfrage nach Chips für Künstliche Intelligenz die verfügbaren Fertigungskapazitäten weiterhin übersteigt, mit Folgen für Kunden, Wettbewerber und Zulieferer gleichermaßen.

Umsatzrekord mit langem Atem

Laut dem heute bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereichten Monatsbericht wuchs der Umsatz gegenüber Juli 2026 um 10,1 Prozent. Für die ersten acht Monate dieses Jahres summiert sich der Umsatz damit auf 3.386,87 Milliarden Taiwan-Dollar, ein Plus von 39,3 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2025. Es ist bereits der vierte Monat in Folge mit steigendem Umsatz. Im zweiten Quartal hatte TSMC bereits einen Gewinnsprung von mehr als 77 Prozent gegenüber dem Vorjahr vermeldet und für das dritte Quartal einen Umsatz zwischen 44,6 und 45,8 Milliarden US-Dollar in Aussicht gestellt. Die Augustzahlen liegen auf einem Kurs, der diese Prognose stützt.

TSMC-Aktie steht nicht allein

Der Trend erfasst den gesamten Sektor. Einer Analyse von TrendForce von Mittwoch zufolge erwirtschafteten die zehn größten Auftragsfertiger im zweiten Quartal dieses Jahres zusammen einen Rekordumsatz von rund 53,49 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 11,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal. TSMC kam dabei auf 40,2 Milliarden US-Dollar und einen Marktanteil von 72,5 Prozent. Auf Platz zwei folgte die Chipfertigungssparte von Samsung mit einem Anteil von 5,9 Prozent, während SMIC aus China nur auf 5,4 Prozent kam, den Umsatz binnen eines Quartals aber um rund 20 Prozent steigerte, das stärkste Wachstum unter den führenden Auftragsfertigern. Die hohe Konzentration bedeutet: Preissetzungsmacht liegt bei den größten Auftragsfertigern, kleinere Wettbewerber profitieren nur am Rand.

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Woher der Kapazitätsdruck kommt

Der Grund für das branchenweite Wachstum liegt in einem einfachen Verhältnis: Die Nachfrage nach Chips für Künstliche Intelligenz übersteigt weiterhin das verfügbare Angebot. TSMC hatte im Juli bei der Vorlage der Quartalszahlen mitgeteilt, die KI-Nachfrage bleibe außergewöhnlich robust, und laut TrendForce waren die fortschrittlichsten Fertigungslinien für 5, 4 und 3 Nanometer im zweiten Quartal 2026 durchgehend ausgebucht.

Als strukturelle Antwort darauf haben TSMC und der niederländische Anlagenbauer ASML am Dienstag eine Initiative angekündigt, mit der die sogenannte High NA EUV Technologie ab dem Jahr 2030 in der Großserienfertigung eingesetzt werden soll. Je komplexer die Transistorarchitekturen für KI-Anwendungen werden, desto wichtiger wird diese Technologie für die gesamte Branche. Für Cloudanbieter und Chipdesigner heißt das im Zweifel längere Lieferzeiten und eine anhaltend hohe Investitionsbereitschaft in eigene oder vertraglich gesicherte Fertigungskapazitäten.

Was das für die Halbleiterbranche bedeutet

Für Anleger und Branchenbeobachter verschiebt sich damit die eigentliche Frage: Es geht nicht mehr darum, ob die KI-Nachfrage anhält, sondern wie lange sich das Angebot noch knapp halten lässt und wer am Ende die Zeche zahlt. Chipdesigner ohne eigene Fertigung geraten zunehmend in Abhängigkeit von den Kapazitätszusagen weniger Anbieter, was ihre Verhandlungsposition schwächt und Projekte verzögern kann, die auf modernste Fertigungsknoten angewiesen sind. Gleichzeitig wächst der Druck auf Unternehmen wie Samsung oder Intel, mit eigenen Kapazitätsausbauten aufzuholen, bevor sich die Marktanteile weiter zementieren. Für die Aktie selbst dürfte entscheidend werden, ob TSMC das Tempo auch 2027 halten kann, wenn die ersten Wettbewerber mit eigenen fortschrittlichen Verfahren nachziehen.

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Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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