Vonovia-Aktie im Check

Vonovia-Aktie nach Zahlen: Analysten mit unterschiedlichen Kurszielen


Vonovia-Aktie nach Zahlen: Analysten mit unterschiedlichen Kurszielen

Fünf Analystenhäuser äußerten sich nach den Halbjahreszahlen zur Vonovia-Aktie, die Einschätzungen reichen von neutral bis deutlich zuversichtlich.

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  • Analystenhäuser bewerten die Halbjahreszahlen unterschiedlich optimistisch
  • Steigende Portfoliowerte treffen auf höhere Finanzierungskosten
  • Die Kursziele der Institute variieren deutlich zwischen den Instituten
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Die Vonovia-Aktie gab im XETRA-Handel letztlich 0,52 Prozent auf 20,89 Euro ab, während sich mehrere Analystenhäuser nach den Halbjahreszahlen des Wohnungskonzerns zu Wort gemeldet haben. Die Einschätzungen reichen von einer neutralen Bestandsaufnahme bis zu Kurszielen von bis zu 34,50 Euro, gleichzeitig bleibt der Immobilienkonzern mit politischen Enteignungsforderungen konfrontiert.

Was die Halbjahreszahlen zeigen

Vonovia, Deutschlands größter Wohnimmobilienkonzern mit Sitz in Bochum, meldete am Mittwoch für das erste Halbjahr ein bereinigtes EBITDA im Vermietungsgeschäft von 1,27 Milliarden Euro, ein Plus von 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, obwohl der Bestand kleiner ausfiel. Das gesamte bereinigte EBITDA legte um 2,4 Prozent auf 1,46 Milliarden Euro zu. Auf der Ergebnisseite bremsten höhere Finanzierungskosten: Das bereinigte EBT sank um 2,6 Prozent auf 962,30 Millionen Euro, das bereinigte Periodenergebnis für die Aktionäre fiel um 4,9 Prozent auf 771,60 Millionen Euro.

Zum 30. Juni erreichte der Verkehrswert des Portfolios 81,8 Milliarden Euro, organisch ein Plus von 1,1 Prozent ohne Investitionen, nach zwei Jahren mit Abwertungen. Seit Jahresbeginn refinanzierte der Konzern rund 4,4 Milliarden Euro mit einer durchschnittlichen Laufzeit von acht Jahren und einem Euro-Kupon von rund 3,2 Prozent. Vonovia bestätigte die Prognose für das Gesamtjahr in allen Ertragskennzahlen, das Adjusted EBITDA Total soll zwischen 2,95 und 3,05 Milliarden Euro liegen, und verwies zugleich auf eine vorsichtigere Haltung der Investoren im Verkaufsgeschäft wegen anhaltender Marktunsicherheiten.

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Wie die Analystenhäuser die Vonovia-Aktie einordnen

Die Deutsche Bank bestätigte letzten Donnerstag ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 26 Euro. Analyst Thomas Rothäusler bezeichnete den Bericht zum zweiten Quartal als neutrales Ereignis, wertete die Fortschritte bei Veräußerungen aber positiv. Jefferies senkte am selben Tag das Kursziel von 30 auf 28,50 Euro und beließ das Rating bei "Buy". Analyst Pierre-Emmanuel Clouard sprach von einem neuen Quartal mit derselben Frustration, da das nur moderat gesenkte Ziel für das organische Mietwachstum der Anlagestory nicht helfen würde; das Ergebnisziel hänge nun stärker von mehr Dynamik im Verkaufsgeschäft und im Entwicklungsgeschäft im zweiten Halbjahr ab, die Jahresziele blieben aber erreichbar.

Die DZ BANK reduzierte letzten Mittwoch den fairen Wert von 33 auf 31 Euro und beließ die Einstufung bei Kaufen. Analyst Karsten Oblinger sah eine solide operative Entwicklung im ersten Halbjahr und senkte seine Schätzungen wegen gestiegener Refinanzierungskosten. Berenberg Bank und JPMorgan äußerten sich zuversichtlicher: Berenberg-Analyst Kai Klose bestätigte sein "Buy"-Rrating mit einem Kursziel von 34,50 Euro und sieht Vonovia auf gutem Weg zu den operativen Zielen für 2026, wobei das Vermietungsgeschäft nach wie vor robust erscheine. JPMorgan-Analyst Neil Green beließ Vonovia auf "Overweight" mit demselben Kursziel und verwies darauf, dass Vonovia alle Ergebnisprognosen für 2026 und 2028 bestätigt habe, während das Verkaufsumfeld herausfordernd bleibe. Der Konsens aus acht Analysten liegt laut TipRanks bei "Strong Buy" mit einem mittleren Kursziel von 31,17 Euro und einer Spanne von 26 bis 34,50 Euro.

Politischer Gegenwind für die Vonovia-Aktie

Neben den Analystenstimmen bleibt Vonovia im Fokus der Berliner Enteignungsdebatte. Linken-Chef Luigi Pantisano pochte im Berliner Wahlkampf am Sonntag erneut auf die Enteignung großer Wohnungskonzerne wie Vonovia und Deutsche Wohnen und kritisierte, es gehe den Konzernen nicht um bezahlbaren Wohnraum, sondern um Rendite. Die Co-Bundesvorsitzende der Linken, Ines Schwerdtner, hatte eine Enteignung von Wohnungskonzernen zuvor zur Bedingung für eine Regierungsbeteiligung in Berlin gemacht.

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Im weiteren Jahresverlauf dürfte sich zeigen, ob sich die vorsichtigere Haltung der Investoren im Verkaufsgeschäft auflöst; auch der Ausgang der politischen Debatte um den Berliner Wahlkampf bleibt ein Beobachtungspunkt für die Vonovia-Aktie.

Thomas Zoller, Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Vonovia SE

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DatumRatingAnalyst
06.08.26 Vonovia SE Buy Deutsche Bank AG
06.08.26 Vonovia SE Buy Jefferies & Company Inc.
05.08.26 Vonovia SE Kaufen DZ BANK
05.08.26 Vonovia SE Buy Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
05.08.26 Vonovia SE Buy Jefferies & Company Inc.