OpenAI-Aktie: Mitarbeiter verkaufen vor IPO Anteile für 7 Milliarden US-Dollar
Mitarbeiter und Ex-Mitarbeiter von OpenAI konnten Anteile zu einer Bewertung von 852 Milliarden Dollar abgeben.
Werte in diesem Artikel
- OpenAI wickelt erneut Verkauf von Mitarbeiteranteilen ab
- Die Transaktion wirft ein neues Licht auf den Zeitplan für einen Börsengang
- Sam Altman blickt auf ein schwieriges Jahr zurück und wagt einen Ausblick
OpenAI hat einen Sekundärverkauf von Mitarbeiteraktien im Volumen von rund 7 Milliarden US-Dollar abgeschlossen. Aktuelle und ehemalige Beschäftigte konnten dabei Anteile auf Basis einer Unternehmensbewertung von 852 Milliarden US-Dollar veräußern. Das berichtete zuerst Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen; CNBC bestätigte die Transaktion am Montag. Da OpenAI nicht börsennotiert ist, sind die Anteile weiterhin nicht frei handelbar - ein möglicher Börsengang rückt damit erneut in den Fokus.
Tender Offer statt frisches Kapital
Anders als bei früheren Runden kaufte OpenAI, das Unternehmen hinter dem Chatbot ChatGPT, die Anteile diesmal aus eigenen Mitteln zurück, statt externe Investoren einzubinden - ebenfalls ein Detail, das zuerst Bloomberg meldete. Bei den beiden vorangegangenen Tender-Angeboten hatten noch Kapitalgeber wie Thrive Capital und SoftBank die Aktien übernommen. Das aktuelle Angebot ist an die im März abgeschlossene Finanzierungsrunde über 122 Milliarden US-Dollar gekoppelt, in der OpenAI erstmals die Bewertung von 852 Milliarden US-Dollar erreichte - dieselbe Marke wie jetzt.
Sekundärverkäufe sind für OpenAI inzwischen fester Bestandteil der Strategie vor einem möglichen Börsengang. Im Oktober vergangenen Jahres hatte das Unternehmen bereits ein Tender-Angebot über 6,6 Milliarden US-Dollar bei einer Bewertung von 500 Milliarden US-Dollar durchgeführt; bereits im November 2024 gab es ein kleineres Angebot über 1,5 Milliarden US-Dollar, damals bei einer Bewertung von 157 Milliarden US-Dollar. Auf eine Anfrage von Bloomberg wollte sich OpenAI nicht äußern.
Was der erneute Verkauf für den Börsengang bedeutet
OpenAI hatte im Juni diesen Jahres vertraulich Unterlagen für einen möglichen Börsengang bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht, ohne einen Zeitpunkt für die Notierung zu nennen. Dass es erneut ein Tender-Angebot gibt, werten Beobachter - darunter TechCrunch - als Signal, dass ein Börsengang noch nicht unmittelbar bevorsteht. Private Tender-Angebote sind für große Techkonzerne, die zunehmend länger privat bleiben, ein bewährtes Instrument, um Mitarbeitern den Zugriff auf den Wert ihrer Anteile zu ermöglichen, ohne den vollständigen Prozess eines Börsengangs zu durchlaufen.
OpenAI-Chef Sam Altman schrieb im Juli an die Belegschaft, man habe nicht die besten zwölf Monate überhaupt gehabt, was größtenteils seine eigene Schuld sei, stehe aber kurz davor, die besten zwölf Monate bislang zu erreichen, so Altman. Das Unternehmen hat über verschiedene Runden hinweg insgesamt rund 180 Milliarden US-Dollar eingesammelt und verbrennt weiterhin Kapital für den Ausbau von Rechenkapazitäten und Infrastruktur.
Ob und wann OpenAI den Schritt an die Börse tatsächlich vollzieht, bleibt offen. Das Unternehmen selbst hatte bei der IPO-Ankündigung im Juni erklärt, sich noch nicht auf einen Zeitpunkt festgelegt zu haben, da einige Vorhaben als privates Unternehmen einfacher umzusetzen seien.
Julia Walter, Redaktion finanzen.net
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