Zinsangst drückt Chipwerte: TSMC-Aktie trotzt Ausverkauf nach Rekordumsatz, SK hynix, Kioxia & Co. fallen
Die steigenden Ölpreise schüren vor der Notenbanksitzung neue Zinsangst, und Asiens Halbleiter- und KI-Aktien trifft der Ausverkauf am härtesten.
Werte in diesem Artikel
- Ölpreissprung befeuert Zinsangst vor Fed-Entscheid
- Asiens Halbleiter- und KI-Aktien fallen am stärksten
- TSMC hält sich nach Rekordumsatz für August vergleichsweise stabil
Ein kräftiger Anstieg der Ölpreise schürt neue Inflationssorgen und schickte Asiens Börsen am Freitag breit ins Minus. Am härtesten traf es die zinsreagiblen Technologiewerte, allen voran die Halbleiter- und KI-Aktien der Region, während die Anleger zugleich auf die Veröffentlichung der US-Verbraucherpreise für August im Tagesverlauf warteten und in der kommenden Woche die Zinsentscheidung der US-Notenbank ansteht.
Ölpreissprung befeuert die Zinsangst
Brent-Öl notierte zeitweise bei gut 108 US-Dollar je Barrel, knapp ein Prozent höher als am späten Donnerstag und deutlich über den rund 101 US-Dollar vom frühen Donnerstag. Treiber ist die angespannte Lage in der Straße von Hormus, wo am Donnerstag nur sieben Handelsschiffe die Meerenge passierten, gegenüber rund 125 pro Tag vor dem Krieg. Im bisherigen Kriegshoch kostete Brent schon über 120 US-Dollar. Am Terminmarkt wird eine Zinserhöhung inzwischen mit rund 72 Prozent eingepreist, und die Anleiherenditen der Region ziehen im Sog der US-Renditen kräftig an.
Chip- und KI-Werte geraten unter Druck
Im Sog steigender Renditen wurden vor allem die zuletzt hochgelaufenen Technologiewerte abgestoßen. An der als besonders technologielastig geltende Börse in Seoul gaben die Speicherspezialisten SK hynix und Samsung Electronics 2,21 Prozent auf 1.812.000 Südkoreanischer Won bzw. 3,53 Prozent auf 259.500 Südkoreanischer Won nach. In Tokio traf es die Chipzulieferer noch härter: Kioxia sackten um 6,99 Prozent auf 54.030 Yen ab, Advantest um 6,49 Prozent auf 31.720 Yen, der Technologieinvestor SoftBank verlor 3,96 Prozent auf 6.540 Yen.
TSMC trotzt dem Ausverkauf, Oracle stützt die KI-Fantasie
Vergleichsweise glimpflich kam Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC) davon, deren Papiere in Taipeh nur 1,63 Prozent auf 2.410.000 NT-Dollar verloren. Rückenwind gab der am Donnerstag nach Börsenschluss gemeldete Rekordumsatz für August: Mit rund 514,81 Milliarden NT-Dollar lag der Erlös 53,3 Prozent über dem Vorjahresmonat und 10,1 Prozent über dem Juli, für die ersten acht Monate steht ein Plus von 39,3 Prozent. Dass die KI-Nachfrage trotz des Ausverkaufs intakt ist, untermauert auch Oracle: Der Konzern hat ein stärker als erwartetes Cloud-Wachstum und einen Rekordauftragsbestand gemeldet.
Auf die US-Verbraucherpreise für August, die für die Zinsentscheidung als noch gewichtiger gelten als die Erzeugerpreise, werden die Anleger in Asien erst kommende Woche reagieren können. Ob sie die Zinsangst bestätigen oder entkräften, dürfte mit darüber entscheiden, wie es für Asiens Technologie-Aktien weitergeht.
Julia Walter, Redaktion finanzen.net
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