Warum Analysten die Aktien von Samsung und SK hynix als "extrem unterbewertet" ansehen
Nach kräftigen Kursverlusten sehen Analysten bei Samsung und SK Hynix deutliches Aufholpotenzial und verweisen auf steigende Gewinnerwartungen im KI-Speichergeschäft.
Werte in diesem Artikel
• Jeff Kim von KB Securities nennt Samsung und SK hynix "extrem unterbewertet"
• Für Q3 2026 werden bei beiden deutliche Gewinnsprünge erwartet
• Mehrere Brokerhäuser starten Coverage der SK hynix-Aktie mit positiven Einstufungen
KB Securities sieht erhebliches Aufwertungspotenzial
Nach Angaben von KB Securities-Analyst Jeff Kim gelten Samsung und SK hynix trotz ihrer Stellung im Bereich künstliche Intelligenz (KI) als deutlich unterbewertet. Beide Aktien hatten jüngst mehr als 40 Prozent gegenüber ihren bisherigen Höchstständen verloren, nachdem zuvor kreditfinanzierte Positionen im großen Stil aufgelöst worden waren. Gemessen am Schlusskurs vom 12. August wird Samsung demnach mit dem 3,7-Fachen und SK hynix mit dem 3,2-Fachen des für 2027 geschätzten Gewinns je Aktie gehandelt. Für das kommende Jahr rechnen Analysten beim operativen Gewinn mit 575 Billionen Won bei Samsung und 389 Billionen Won bei SK hynix, was dem 13,2-Fachen beziehungsweise 8,2-Fachen des jeweiligen Niveaus von 2025 entspricht. Aus Sicht von Kim ist diese Lücke zwischen erwartetem Gewinnwachstum und aktueller Bewertung ein Hinweis darauf, dass die für 2027 erwarteten Ergebnisverbesserungen bislang kaum eingepreist seien, woraus sich erheblicher Spielraum für eine Neubewertung ergebe. Zusätzlich verwies der Analyst auf geplante Ausschüttungsprogramme beider Unternehmen als mögliche Kurstreiber und zog dabei einen Vergleich zur Aktie von TSMC. Bei Samsung sollen die Ausschüttungen an Aktionäre in den kommenden drei Jahren demnach mindestens 600 Billionen Won erreichen, bei einer Dividendenrendite von über 7 Prozent, was laut Kim auch internationale Großfonds anziehen könnte.
Gewinnsprung im dritten Quartal erwartet
Auch kurzfristig rechnen Analysten mit einem deutlichen Anstieg der Ergebnisse. Für Samsung wird im dritten Quartal dieses Jahres ein operativer Gewinn von 112 Billionen Won prognostiziert, ein Plus von 817 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum bei einer operativen Marge von 55 Prozent. Es wäre demnach der vierte Rekordwert in Folge seit einem Ergebnis von 20 Billionen Won im vierten Quartal 2025. Bei SK hynix wird für denselben Zeitraum ein operativer Gewinn von 77 Billionen Won erwartet, ein Anstieg von 579 Prozent gegenüber dem Vorjahr bei einer Marge von 78 Prozent. Das erwartete Wachstum wird unter anderem darauf zurückgeführt, dass beide Unternehmen mehr als 60 Prozent ihrer Produktion über mehrjährige Lieferverträge an Hyperscaler gebunden haben, während gleichzeitig die Speicherpreise steigen. Der addierte operative Gewinn beider Konzerne soll von 91 Billionen Won im Jahr 2025 auf 641 Billionen Won im laufenden Jahr steigen, aufgeteilt in 382 Billionen Won bei Samsung und 259 Billionen Won bei SK hynix, und 2027 auf rund 964 Billionen Won zulegen. Die gemeinsame Marktkapitalisierung beider Unternehmen liegt aktuell bei rund 2.593 Billionen Won, was aus Sicht von Kim angesichts der erwarteten Gewinnentwicklung Potenzial für eine Neubewertung eröffnet.
US-Notierung von SK hynix stößt auf positive Resonanz
Unabhängig von der Einschätzung aus Südkorea sorgte zuletzt auch der US-Börsengang von SK hynix für Aufmerksamkeit. Die erst kürzlich eingeführten American Depositary Receipts (ADRs) des Speicherchip-Herstellers stiegen Anfang August kräftig an, nachdem sechs Brokerhäuser die Coverage der Aktie mit positiven Einstufungen aufgenommen hatten. Als Gründe wurden die Marktstellung von SK hynix im wachsenden KI-Speichergeschäft sowie der Zugang zu einer breiteren internationalen Investorenbasis genannt. Die ADRs, deren Hauptnotierung weiterhin in Seoul liegt, notierten zuletzt bei 161,04 US-Dollar (Stand: Schlusskurs vom 28.08.2026) und damit rund 8 Prozent über dem Ausgabepreis vom 10. Juli. Beim Zweitlisting in den USA hatte SK hynix die ADRs zu 149 US-Dollar je Stück platziert und dabei rund 26,5 Milliarden US-Dollar eingenommen, begünstigt durch reges Investoreninteresse an KI-tauglichen Speicherchips vom Typ High Bandwidth Memory (HBM). Mindestens sechs Häuser, darunter Bank of America (BofA) Global Research, stuften die Aktie mit einem kaufähnlichen Rating ein, Rosenblatt Securities setzte mit 320 US-Dollar das höchste Kursziel. BofA bezeichnete SK hynix in diesem Zusammenhang ebenfalls als unterbewertet und verwies auf starke Bestellungen von US-Technologiekonzernen, die führende Position bei hochwertigen Speicherchips sowie die Erwartung eines mehrjährigen Aufschwungs im Zuge steigender Investitionen in KI-Infrastruktur. Die positive Resonanz am Markt stand dabei im Kontrast zum jüngsten Quartalsbericht des Unternehmens, in dem SK hynix zwar einen Rekordgewinn auswies, jedoch wegen Lieferverzögerungen bei fortschrittlichen Speicherprodukten hinter den Erwartungen der Analysten zurückblieb, was Bedenken hinsichtlich des Tempos der KI-bezogenen Investitionen aufkommen ließ.
Jonas Vogt, Redaktion finanzen.net
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