BYD-Aktie steigt: Citigroup sieht Ende des China-Auto-Short-Trades
Ein an den Märkten beliebter Trade könnte laut Citi-Analysten im zweiten Halbjahr kippen, und ausgerechnet die anstehenden BYD-Zahlen könnten dabei die entscheidende Rolle spielen.
Werte in diesem Artikel
- Citi sieht Risiko für einen beliebten Short-Trade schwinden
- Niedrige Bewertungen und mögliche Gewinnüberraschungen sprechen für Chinas Autowerte
- BYD steuert auf Termin der Zahlenvorlage zu
Citigroup-Analysten glauben, dass der in der ersten Jahreshälfte 2026 populäre Trade, KI-Aktien zu kaufen und gleichzeitig auf fallende Kurse chinesischer Autowerte zu setzen, in den kommenden Wochen und Monaten an Wirksamkeit verlieren könnte. Das berichtet DER AKTIONÄR. Die Analysten begründen ihre Einschätzung dabei mit drei Faktoren: So seien die Bewertungen in der chinesischen Autobranche mittlerweile auf einem sehr niedrigen Niveau, was weitere Abwärtsrisiken begrenze. Auch könnten die kommenden Quartalszahlen von BYD und Co. womöglich für positive Überraschungen sorgen, was sich positiv auf die Gewinnerwartungen auswirken würde. Zudem nennt Citi eine möglicherweise schnellere Konsolidierung des Marktes, was den Druck auf etablierte Anbieter verringern würde.
Für die BYD-Aktie ging es am Montag bereits aufwärts: Das Papier legte im Hongkonger Handel letztlich um 2,10 Prozent auf 90,10 Hongkong-Dollar zu. Die anstehenden Quartalszahlen des Autobauers gelten als möglicher Auslöser für eine Korrektur der bisherigen Markterwartungen.
BYD-Zahlen könnten künftige Richtung vorgeben
Als entscheidender Termin für die Citi-These dürfte sich die Veröffentlichung der BYD-Quartals- und Halbjahreszahlen erweisen, die in den kommenden Wochen erwartet wird. Experten erwarten für den Zeitraum April bis Juni 2026 einen Umsatz in Höhe von rund 174,5 Milliarden CNY sowie einen Gewinn von 0,85 CNY je Aktie.
Der operative Alltag zeigt sich gemischt: Im Juli verkaufte BYD 419.211 Fahrzeuge, deutlich mehr als im Vorjahresmonat. Über die ersten sieben Monate des Jahres 2026 fiel die Bilanz dagegen schwächer aus: Die Verkäufe gingen von 2.490.250 auf 2.227.722 Fahrzeuge zurück. Hintergrund ist der schwache chinesische Automarkt.
Analysten bleiben mehrheitlich zuversichtlich
Laut einer Konsenserhebung stufen acht von zehn erfassten Analysten die BYD-Aktie mit Buy ein, zwei mit Hold, ein Sell-Votum gibt es nicht. Zu den jüngeren Einzelstimmen zählt DBS-Analyst Raphael Tse, der die Aktie am 6. August mit Buy und einem Kursziel von 150 Hongkong-Dollar bewertete. Bank of America Securities bestätigte zwei Tage zuvor ebenfalls Buy bei einem Kursziel von 123 Hongkong-Dollar, während Jefferies-Analystin Xiaoyi Lei am selben Tag mit Hold und einem Kursziel von 106 Hongkong-Dollar zurückhaltender blieb.
Ob die kommenden Halbjahreszahlen von BYD die von Citi skizzierte These stützen, ist offen. Ebenso bleibt unklar, ob der Markt die von der Bank erwartete Konsolidierung bereits vorwegnimmt.
Carolin Ludwig, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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