BYD, Xiaomi und CATL wohl Teil der US-Reise von Xi: Neue Chancen für die Aktien?
Chinesische Wirtschaftsvertreter von BYD, Xiaomi und CATL könnten Xi Jinping bei seinem Besuch in Washington begleiten, doch politische Hürden bleiben groß.
Werte in diesem Artikel
- Peking wählt Firmen für Wirtschaftsdelegation nach US-Geschäft und Parteitreue aus
- BYD zwischen Sanktionsliste und Rekordexporten
- Kritiker warnen vor Jobverlusten in der US-Autoindustrie
Peking stellt gemeinsam mit der US-Regierung laut "Reuters"-Quellen eine Gruppe chinesischer Wirtschaftsvertreter für Xi Jinpings bevorstehenden Besuch im Weißen Haus zusammen. Neben BYD werden auch Xiaomi und Contemporary Amperex Technology (CATL) als mögliche Delegationsmitglieder gehandelt, was neue Investitionsdeals andeuten könnte. Für den Tesla-Rivalen BYD wäre die Teilnahme ein Balanceakt zwischen politischer Symbolik und handfesten US-Handelshürden.
Wirtschaftsdelegation nimmt Konturen an
Laut "Reuters" sollen die finalen Einladungen für die Delegationsmitglieder in den kommenden Tagen verschickt werden. Erwogen werden neben BYD, Xiaomi und CATL dabei auch Vertreter von Gotion, Hisense, Wanxiang Group und Bank of China. Einem Bericht der "South China Morning Post" zufolge könnten zudem auch Vertreter von Zhongji Innolight teilnehmen. Auswahlkriterien seien laufende US-Geschäfte, Loyalität zur Kommunistischen Partei und die Fähigkeit, nicht von Xis Auftritt abzulenken, berichtet "EV" unter Berufung auf "Bloomberg". Noch sei jedoch nichts bestätigt, manche Kandidaten würden sogar noch auf US-Visa warten.
Der geplante Besuch baut auf Trumps Reise nach China Mitte Mai auf, bei der beide Seiten eine konstruktive, strategische und stabile Beziehung vereinbarten und Trump Xi für September ins Weiße Haus einlud. "Reuters" zufolge dürfte Chinas Delegation ähnlich groß ausfallen wie Trumps Gruppe, die damals rund 18 Führungskräfte umfasste, da Peking auf Gegenseitigkeit bestehe.
BYD-Aktie: Sanktionsliste trifft auf Exportrekorde
BYD betreibt in den USA kein Pkw-Geschäft, sondern lediglich ein 2012 eröffnetes und seither erweitertes Bus- und Lkw-Werk in Lancaster, Kalifornien. Der Konzern wurde im Juni vom US-Verteidigungsministerium wegen angeblicher Verbindungen zum chinesischen Militär auf eine entsprechende Liste gesetzt, während Washington weiterhin einen Zoll von 100 Prozent auf chinesische Elektrofahrzeuge erhebt.
Operativ kann BYD auf Wachstum außerhalb Chinas verweisen: Die Inlandsverkäufe fielen in den ersten acht Monaten des Jahres 2026 um 33 Prozent, während die Auslandsverkäufe um 86 Prozent auf mehr als 1,16 Millionen Fahrzeuge stiegen. Im August verschiffte der Konzern mit fast 190.000 Fahrzeugen eine Rekordanzahl ins Ausland.
Aktien von Xiaomi und CATL: Unterschiedliche Ausgangslagen
Xiaomi ist neben Smartphones und Haushaltsgeräten auch Autohersteller mit der SU7-Limousine und dem SUV YU7. Der erste Auslandsschritt erfolgt in Europa über Vereinbarungen mit deutschen Händlern, für die USA gibt es keine angekündigten Pläne. CATL hat kein Konsumentengeschäft in den USA, dafür aber einen konkreten Industriedeal: Ford baut in Michigan ein Werk, das CATL-Batterietechnologie unter Lizenz nutzt und im Jahr 2026 den Betrieb aufnehmen soll. CATL war indes bereits im Januar 2025 wegen angeblicher Militärverbindungen auf die Liste des US-Verteidigungsministeriums gesetzt worden.
Treffen in den USA könnte Chancen für Chinas E-Autobauer eröffnen
Das Treffen in Washington könnte für die China-Konzerne zu einer entscheidenden Weichenstellung führen: US-Präsident Donald Trump hatte am vergangenen Freitag in einem Interview mit "Fox News" erklärt, chinesische Elektroautobauer könnten auf den US-Markt zurückkehren, sofern sie ihre Fahrzeuge dort produzierten. Michigans Senatorin Elissa Slotkin bezeichnete einen möglichen Marktzugangs-Deal für chinesische Autobauer allerdings als strategischen Fehler und warnte vor Risiken für 1,2 Millionen Arbeitsplätze in der Autoindustrie ihres Bundesstaates.
Am Rande des Gipfels könnten zudem auch Gespräche über Exportlizenzen für Seltene Erden und die Verlängerung des Handelswaffenstillstands aus Südkorea Signalwirkung für die betroffenen Aktien entfalten. Am Freitag zeigen sich die Anleger von BYD, Xiaomi und CATL allerdings nur teilweise hoffnungsvoll: Die BYD-Aktie stieg in Hongkong bis zum Handelsende um 0,43 Prozent auf 81,50 HKD, für Anteilsscheine von Xiaomi ging es um 0,54 Prozent auf 26,28 HKD nach oben, während CATL um 0,39 Prozent tiefer bei 505,00 HKD schloss.
Carolin Ludwig, Redaktion finanzen.net
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