WOCHENAUSBLICK: Dax weiter zwischen Zinsängsten und Corona-Hoffnungen


Werte in diesem Artikel
Indizes

25,457.90 EUR 191.37 EUR 0.76 %

6,322.93 EUR 50.43 EUR 0.8 %

FRANKFURT (dpa-AFX) - Auch in der neuen Woche dürften Inflations- und Zinsängste und die Hoffnungen auf eine Wirtschaftserholung von der Corona-Krise die Börsen bestimmen. Unsicherheit und Nervosität dürften den deutschen Aktienmarkt weiter prägen. Allerdings: "Nach einer negativen Woche sind die Märkte leicht überverkauft, was für eine Stabilisierung sprechen könnte. Besonders, wenn die Notenbanken sich zu klaren Äußerungen hinsichtlich eines fortgesetzt offensiven Kurses hinreißen lassen", glaubt Chris-Oliver Schickentanz, Chef-Anlagestratege der Commerzbank.

Werbung

Aus Sicht von Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck, steht die Sorge um stärker steigende Zinsen weiter im Anlegerfokus. Er erwartet jedoch, dass die Europäische Zentralbank (EZB) alles daran setzen wird, deutliche Zinsanstiege zu verhindern. Für Aktienmärkte sind steigende Zinsen - wie jüngst der Fall - eine Gefahr, weil damit Anleihen als Anlagealternative wieder interessanter werden und Gelder aus Aktien abgezogen werden könnten.

Der geldpolitischen Entscheidungen der EZB stehen am Donnerstag somit besonders im Fokus der Anleger. Sie werden genau hinhören, was die Präsidentin Christine Lagarde zu sagen hat. Zumal der Chef der US-Notenbank, Jerome Powell, gerade erst die Märkte vor den Kopf gestoßen hatte mit nur sehr vorsichtigen Äußerungen zum starken Anstieg der Kapitalmarktzinsen, woraufhin die Börsen prompt wieder negativ reagiert hatten.

Für Uwe Burkert, Chefvolkswirt der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), ist das Reflationierungsszenario - eine boomende Konjunktur begleitet von Preissteigerungen - das Hauptthema an den Märkten. "Für die Aktionäre bedeutet dies: 'Super-Growth'-Aktien, also Unternehmen, die in ihrer hohen Bewertung eine rosige Zukunft vorwegnehmen, haben es zur Zeit schwer", sagte der Experte. Am anderen Ende der Risikoskala seien Anleger derzeit besser aufgehoben, denn werthaltige Aktien profitierten vom Reflationierungsthema. Derzeit erschienen etwa dividendenstarke Versicherer und Energietitel attraktiv - "zumindest so lange, bis der Sturm an den Rentenmärkten wieder abebbt", so Burkert.

Werbung

Die Berichtssaison der Unternehmen neigt sich dem Ende zu. In der neuen Woche werden aus dem deutschen Leitindex Dax (DAX 30) und seinem Eurozonen-Pendant, dem EuroStoxx 50 (EURO STOXX 50), nur noch drei beziehungsweise vier Unternehmen über ihre Geschäftsentwicklung berichten, darunter der Sportartikelhersteller adidas am Mittwoch, der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental am Dienstag sowie die Deutsche Post, ebenfalls am Dienstag.

Neben der EZB-Sitzung stehen aus konjunktureller Sicht die Zahlen zur Industrieproduktion in der Eurozone insgesamt und in großen Mitgliedsländern verstärkt im Blick. In den USA dürften Inflationszahlen große Aufmerksamkeit auf sich ziehen./edh/ajx/he

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

Information


Die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit werden für Finanzinstrumente von der Finanzen.net Zero GmbH als vertraglich gebundener Vermittler der DonauCapital Wertpapier GmbH (§ 3 Abs. 2 WpIG) bereitgestellt; bei Kryptowerten werden die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit ausschließlich von der DonauCapital Wertpapier GmbH bereitgestellt. Die Finanzen.net GmbH stellt ausschließlich den technischen Rahmen bereit und ist in die Wertpapier- und Kryptodienstleistung nicht einbezogen.