Zahlen nicht überzeugend

Corning-Aktie gerät kräftig unter die Räder: Ausblick überschattet starke Quartalszahlen


Corning-Aktie gerät kräftig unter die Räder: Ausblick überschattet starke Quartalszahlen

Starke Quartalszahlen reichen an der Börse nicht immer aus: Corning übertrifft operativ die Erwartungen, doch der Ausblick fällt verhaltener aus als erhofft.

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  • Corning verfehlt trotz starker Zahlen die Erwartungen
  • Umsatz stieg im zweiten Quartal um 17 Prozent auf 4,74 Milliarden Dollar
  • Ausblick für das dritte Quartal bleibt unter den Analystenschätzungen
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Die Aktie von Corning bricht am Dienstag an der NYSE vorbörslich kräftig ein und verliert zeitweise 17,48 Prozent auf 118,30 US-Dollar. Dabei hatte der Glas- und Glasfaserkonzern zwar starke Zahlen zum zweiten Quartal 2026 vorgelegt, der Ausblick auf das dritte Quartal hat die Anleger aber enttäuscht.

Operatives Geschäft läuft gut

Nach Konzernangaben stieg der Kernumsatz im zweiten Quartal um 17 Prozent auf 4,74 Milliarden US-Dollar, der bereinigte Gewinn je Aktie legte um 30 Prozent auf 0,78 US-Dollar zu. Der Unternehmensbereich Optical Communications wuchs um 32 Prozent auf 2,07 Milliarden US-Dollar, angetrieben von einem Plus von 65 Prozent im Bereich Enterprise Networks. Die Solarsparte steigerte den Umsatz um 90 Prozent und schloss zudem eine längere Wartungsunterbrechung samt Anlagen-Upgrade an der Solar-Wafer-Fertigung ab.

Der Ausblick schickt die Corning-Aktie auf Talfahrt

Für das dritte Quartal stellt Corning einen Umsatz von 4,9 bis 5,0 Milliarden US-Dollar sowie einen Gewinn je Aktie von 0,85 bis 0,89 US-Dollar in Aussicht, was für die Erlöse leicht unterhalb der Analystenschätzungen liegt.

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Amazon und NVIDIA als Wachstumstreiber

Dass Corning trotz des schwachen Ausblicks operativ auf Kurs bleibt, zeigen zwei im zweiten Quartal verkündete Großaufträge: Amazon hat sich in einer mehrjährigen, milliardenschweren Vereinbarung Glasfaser-, Kabel- und Vernetzungslösungen für den Ausbau seiner Rechenzentren in den USA gesichert. Mit NVIDIA vereinbarte Corning zudem eine langfristige Partnerschaft, um die eigene US-Fertigungskapazität für optische Verbindungstechnik um das Zehnfache und die Glasfaserproduktion um mehr als 50 Prozent auszubauen, um die steigende Nachfrage durch den Bau von KI-Rechenzentren zu bedienen. Konzernchef Wendell Weeks nutzte die Zahlenvorlage zugleich, um die eigenen Wachstumsziele anzuheben: Der interne "Springboard"-Plan sieht nun einen Jahresumsatz von 20 Milliarden US-Dollar bis Ende 2026, 30 Milliarden US-Dollar bis Ende 2028 und 40 Milliarden US-Dollar bis Ende 2030 vor. "Wir treten in eine neue Phase beschleunigten Wachstums ein und erwarten für den Zeitraum vom vierten Quartal 2026 bis zum vierten Quartal 2030 eine durchschnittliche jährliche Umsatzwachstumsrate (CAGR) von 19 Prozent - bei gleichzeitig schnellerem Gewinn- als Umsatzwachstum sowie deutlich höheren Renditen auf das investierte Kapital und wesentlich mehr freiem Cashflow", so der CEO.

Warum der Ausblick trotzdem so schwer wiegt

Dass es dennoch zu einem derart scharfen Kursrückgang kommt, lässt sich auch mit der vorausgegangenen Kursrally erklären: Die Corning-Aktie ist im bisherigen Jahresverlauf 2026 bereits rund 64 Prozent gestiegen, ehe die Zahlen veröffentlicht wurden. Bei einer derart hohen Bewertung reicht offenbar schon ein Ausblick, der nicht deutlich über den Erwartungen liegt, für einen kräftigen Rückschlag.

Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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Bildquellen: T. Schneider / Shutterstock.com, Postmodern Studio / Shutterstock.com

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