Amazon-Aktie hebt ab: Umsatz und Gewinn übertreffen Erwartungen
Für Amazon-Anleger wurde es am Donnerstag nachbörslich spannend. Der Internetkonzern hat seine Bilanz offengelegt - so liefen die Geschäfte.
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Für Amazon ist das zweite Geschäftsquartal 2026 mit einem Gewinnsprung zu Ende gegangen. Das Ergebnis je Aktie verbesserte sich von 1,68 US-Dollar auf 5,75 US-Dollar und fiel damit deutlich besser aus, als am Markt erwartet worden war. Die Analystenschätzungen für das EPS hatten im Vorfeld bei 1,82 US-Dollar gelegen.
Unter dem Strich sprang der Gewinn von 18,1 Milliarden Dollar im Vorjahr auf knapp 62,65 Milliarden Dollar hoch. Allerdings schließt das auch zusätzliche Buchgewinne etwa durch die Neubewertung der Beteiligung an der KI-Firma Anthropic ein. Sie lagen vor Steuern bei 53,4 Milliarden Dollar.
Beim Umsatz ging es für den Internetkonzern im Berichtsquartal aufwärts: Nach Erlösen von 167,70 Milliarden US-Dollar vor Jahresfrist erzielte das Unternehmen im zweiten Jahresviertel 2026 einen Umsatz von 200,6 US-Dollar. Die Markterwartungen, die sich im Vorfeld auf Umsätze in Höhe von 197,03 Milliarden US-Dollar belaufen hatten, wurden somit übertroffen.
Hohe Speicherkosten machen Amazons KI-Ausbau noch teurer
Amazon wird in diesem Jahr wegen stark gestiegener Speicherchip-Preise noch 20 Milliarden Dollar mehr in den Ausbau seiner KI-Infrastruktur stecken. Konzernchef Andy Jassy schraubte am Donnerstagabend nach US-Börsenschluss die Prognose für Kapitalausgaben von 200 auf 220 Milliarden Dollar (derzeit rund 191 Mrd Euro) hoch. Selbst damit werde man immer noch nicht genug Kapazitäten haben, um die Nachfrage der Kunden nach Rechenleistung zu erfüllen, sagte er in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Das werde sich wohl auch 2027 nicht ändern.
Der Handels- und Technologiekonzern profitiert vom aktuellen KI-Boom vor allem über die Cloud-Sparte AWS, die der weltgrößte Anbieter von Rechenleistung aus dem Netz ist. Im vergangenen Quartal stieg der AWS-Umsatz im Jahresvergleich um 37 Prozent auf 42,2 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt lediglich mit Erlösen von rund 40,5 Milliarden Dollar gerechnet.
Jassy sprach davon, dass sich selbst für 2028 bereits eine "bemerkenswerte" Nachfrage abzeichne. Amazon glaube inzwischen, dass AWS beim jährlichen Umsatz mit der Zeit auch die Billionen-Marke überschreiten könne.
Amazon habe starke Quartalszahlen vorgelegt, schrieb Analyst Brent Thill von der US-Investmentbank Jefferies. Der Auftragsbestand in der Cloud-Sparte AWS habe sich um 132 Milliarden US-Dollar erhöht. Dies sorge für eine hohe Absehbarkeit bis 2028 und darüber hinaus, so der Experte. Dass die Investitionsausgaben noch größer ausfallen dürften, sei angesichts der Nachfrageentwicklung gerechtfertigt.
Insgesamt stieg der Amazon-Quartalsumsatz im Jahresvergleich um 20 Prozent auf 200,6 Milliarden Dollar. Unter dem Strich sprang der Gewinn von 18,1 Milliarden Dollar im Vorjahr auf knapp 62,65 Milliarden Dollar hoch. Allerdings schließt das auch zusätzliche Buchgewinne etwa durch die Neubewertung der Beteiligung an der KI-Firma Anthropic ein. Sie lagen vor Steuern bei 53,4 Milliarden Dollar.
Jassy verwies auch darauf, dass die Infrastruktur-Ausgaben derzeit besonders hoch seien, weil Amazon Rechenzentren von Grund auf neu baue. Wenn sie erst einmal fertig seien, würden die Gebäude mehr als 30 Jahre halten, während man nur alle 5 bis 6 Jahre die Computertechnik in ihnen erneuern werde.
So reagiert die Amazon-Aktie
Der Online-Händler Amazon war am Freitag nach den Zahlen vom Vorabend der nächste Stimmungstreiber einer Erholung an der NASDAQ-Börse. Die Titel des Handelsriesen zogen im Handel letztlich um 15,32 Prozent auf 271,58 US-Dollar an, im Handelsverlauf ging es zeitweise sogar bis auf 273,23 US-Dollar rauf - den höchsten Stand seit Ende Mai. Inklusive der Erholung am Vortag haben zwei Handelstage gereicht, um die Verluste von zwei Wochen aufzuholen.
Amazon profitierte im Quartal weiter vom KI-Boom vor allem über die Cloud-Sparte AWS, die Anleger überzeugte. Der Handels- und Technologiekonzern steigerte den Umsatz und Gewinn deutlich. Das zweite Quartal sei genau nach dem Geschmack der Bullen gewesen, kommentierte Analyst Brad Erickson von RBC. Ronald Josey von der Citigroup bewertet seinen "Top Pick" nach den Ergebnissen jetzt noch positiver.
Wegen gestiegener Speicherchip-Preise steckt Konzernchef Andy Jassy mit 220 Milliarden Dollar noch 20 Milliarden Dollar mehr in den Ausbau seiner KI-Infrastruktur. Anders als in manch anderen Fällen beunruhigte dies die Anleger nun aber nicht mehr. Doug Anmuth von JPMorgan kommentierte dazu, dass sich die Investitionen in Künstliche Intelligenz im Falle von Amazon auszahlen würden. Angesichts der Nachfrageentwicklung seien die erhöhten Ausgaben gerechtfertigt, hieß es vom Jefferies-Fachmann Brent Thill.
Claudia Stephan, Bettina Schneider, Thomas Zoller, Alexandra Hesse, Julia Walter, Martina Köhler, Benedict Kurschat, Carolin Ludwig, Redaktion finanzen.net mit Material von dpa-AFX
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Alle: Alle Empfehlungen
| Datum | Rating | Analyst | |
|---|---|---|---|
| 03.08.26 | Amazon Buy | Jefferies & Company Inc. | |
| 31.07.26 | Amazon Buy | UBS AG | |
| 31.07.26 | Amazon Kaufen | DZ BANK | |
| 31.07.26 | Amazon Outperform | RBC Capital Markets | |
| 31.07.26 | Amazon Overweight | JP Morgan Chase & Co. |
