Microsoft-Chipstrategie

Microsoft-Aktie im Blick: Maia-300-Chip soll anscheinend im September vorgestellt werden


Microsoft-Aktie im Blick: Maia-300-Chip soll anscheinend im September vorgestellt werden

Microsoft verhandelt laut einem Bericht über Fertigungskapazitäten für mehr als 300.000 Exemplare seines neuen KI-Chips.

Werte in diesem Artikel

  • Neue Chip-Generation soll Microsofts Rückstand im Silicon-Wettrüsten verkleinern
  • TSMC-Gespräche drehen sich um Stückzahlen weit über dem Vorgänger-Niveau
  • Cloud-Kunden wie Anthropic sollen für den Einsatz gewonnen werden
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Microsoft plant laut einem Bericht von The Information, den KI-Chip Maia 300 im Herbst 2026 vorzustellen, möglicherweise bereits im September. Der Konzern verhandelt demnach mit dem Auftragsfertiger TSMC über Kapazitäten für mehr als 300.000 Exemplare zur Auslieferung im Jahr 2027. Für die Microsoft-Aktie rückt damit die eigene Chip-Strategie im Wettbewerb mit Alphabet und Amazon stärker in den Fokus.

Microsoft will Rückstand bei eigenen KI-Chips aufholen

Microsoft, das mit seiner Cloud-Sparte Azure sowie Softwareprodukten wie Windows und Office zu den größten Technologiekonzernen der Welt zählt, treibt sein Custom-Silicon-Programm voran. Der Maia 300 wäre bereits die dritte Generation der selbstentwickelten KI-Beschleuniger, nachdem der Konzern seinen ersten Maia-Chip im November 2023 eingeführt hatte. Laut The Information liege Microsoft beim Ausbau eigener Chip-Kapazitäten bislang hinter Wettbewerbern wie Alphabet und Amazon zurück. Google verbucht seit dem im Juni 2026 beendeten Quartal erstmals Umsätze aus dem Direktverkauf eigener Tensor Processing Units, während auch Amazons Trainium-Chips wachsenden Zuspruch finden.

Microsofts langfristiges Ziel ist es, Fertigungskapazität für mehr als 1 Million Maia-300-Chips zu sichern. Bauteileverfügbarkeit und die laufenden Verhandlungen mit TSMC könnten diese Pläne dem Bericht zufolge jedoch begrenzen. Mit dem neuen Chip will der Konzern seine Abhängigkeit von den vergleichsweise teuren Prozessoren von NVIDIA verringern und zugleich versuchen, große Cloud-Kunden wie Anthropic vom Einsatz des Maia 300 zu überzeugen. Ob es zu einer entsprechenden Vereinbarung kommt, war zum Berichtszeitpunkt noch offen.

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Vorgänger Maia 200 bereits im Produktionseinsatz

Der aktuelle Maia 200 wurde Ende Januar vorgestellt, von TSMC in 3-Nanometer-Technologie gefertigt und mit umfangreichem SRAM-Speicher ausgestattet, der laut Microsoft Geschwindigkeitsvorteile bei hoher Nutzeranfragenlast bietet. Der Konzern bezeichnete den Chip als das effizienteste Inferenzsystem, das er je eingesetzt habe, mit 30 Prozent besserer Performance pro Dollar gegenüber bestehenden Systemen. Beim Build-Event im Juni bestätigte Microsoft, dass der Maia 200 bereits in den US-Regionen Iowa und Arizona produktiv läuft, weitere Standorte in Italien, Australien und Südkorea sollten folgen.

Andrew Wall, General Manager für Microsofts Azure Maia, erklärte, der Konzern investiere weiterhin in kundenspezifische Siliziumprodukte im Rahmen seiner langfristigen KI-Infrastrukturstrategie. Die berichteten Zahlen zu den TSMC-Verhandlungen spiegelten seiner Einschätzung nach nicht den Umfang des gesamten Programms wider.

Die an der NASDAQ gelistete Microsoft-Aktie verliert vorbörslich zeitweise 0,28 Prozent auf 504,63 US-Dollar.

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Am Kapitalmarkt gilt der Ausbau der Chip-Kapazitäten als ein Baustein, um die milliardenschweren Investitionen in KI-Infrastruktur langfristig wirtschaftlicher zu gestalten.

Analysten bleiben mehrheitlich optimistisch

Der Analystenkonsens für die Microsoft-Aktie fällt derzeit bei TipRanks klar positiv aus: Von 35 erfassten Experten vergaben 34 ein Buy-Votum, lediglich einer stufte die Aktie mit Hold ein, ein Sell-Rating gibt es nicht. Das mittlere Kursziel liegt bei 560,13 US-Dollar, die Spanne reicht dabei von 450 bis 690 US-Dollar.

Tigress Financial-Analyst Ivan Feinseth beließ sein Buy-Rating am Mittwoch bestehen und erhöhte das Kursziel auf 690 US-Dollar von zuvor 680 US-Dollar. Bernstein-Analyst Mark Moerdler bestätigte Ende Juli 2026 ebenfalls seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 647 US-Dollar. Evercore ISI-Analyst Kirk Materne stufte die Aktie am selben Tag auf Buy mit einem Kursziel von 528 US-Dollar ein, während Stifel Nicolaus-Analyst Brad Reback bei einer Hold-Einstufung blieb und sein Kursziel anhob.

Ob Microsoft den Maia 300 tatsächlich im September 2026 vorstellt und wie viele Fertigungskapazitäten letztlich mit TSMC vereinbart werden, dürfte sich in den kommenden Wochen zeigen. Auch eine mögliche Einigung mit Anthropic über den Einsatz des neuen Chips bleibt ein Beobachtungspunkt für die weitere Entwicklung des Custom-Silicon-Programms.

Thomas Zoller, Redaktion finanzen.net

Bildquellen: James Marvin Phelps / Shutterstock.com, Asif Islam / Shutterstock.com

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