Aktien im Blick: NVIDIA, Samsung und SK hynix bauen Allianz für die nächste KI-Welle
NVIDIA und Südkoreas Chipriesen Samsung und SK hynix schmieden milliardenschwere Partnerschaften für die nächste Generation künstlicher Intelligenz.
Werte in diesem Artikel
- NVIDIA und SK Group planen KI-Infrastrukturprogramm im Wert von über 500 Milliarden US-Dollar
- SK hynix und Samsung kündigen zusätzliche Speicherchip-Lieferungen für US-Konzerne über 950 Milliarden US-Dollar an
- Aktien von Samsung und SK hynix reagieren im Blick
Die südkoreanische Halbleiterindustrie rückt ins Zentrum des weltweiten KI-Ausbaus. Der amerikanische Chipkonzern NVIDIA und die SK Group haben eine Initiative im Bereich künstliche Intelligenz mit einem Gesamtwert von mehr als 500 Milliarden US-Dollar vorgestellt. Parallel dazu kündigten Samsung Electronics und SK hynix Liefervereinbarungen mit US-Technologiekonzernen im Umfang von weiteren 950 Milliarden US-Dollar an. Die Summen stammen aus unterschiedlichen Vereinbarungen und sind getrennt zu betrachten.
NVIDIA und SK Group bauen KI-Infrastruktur aus
Kern des mehr als 500 Milliarden US-Dollar schweren Programms ist der Ausbau großer Rechenzentren sowie die gemeinsame Entwicklung der nächsten Generation von Speicherchips. Eine langfristige Vereinbarung zwischen NVIDIA und SK hynix soll die Versorgung mit fortschrittlichen Speicherchips sichern. SK hynix ist bereits heute einer der wichtigsten Speicherchip-Lieferanten von NVIDIA.
SK hynix plant zudem, seine Wafer-Kapazität bis 2030 zu verdoppeln. SK Telecom wiederum will ein Rechenzentrum mit einer Leistung von zwei Gigawatt errichten. Die Anlage soll mit NVIDIAs Vera-Rubin-Prozessoren und dem HBM4-Speicher von SK hynix betrieben werden und 2027 den Betrieb aufnehmen. Damit erweitert SK Telecom frühere Pläne für eine KI-Cloud mit Gigawatt-Leistung in Südkorea.
SK hynix und Samsung sichern Milliardenaufträge
Zusätzlich zu der NVIDIA-SK-Group-Initiative haben Samsung und SK hynix am Rande eines KI-Gipfels in San Francisco Liefervereinbarungen mit US-Technologiekonzernen vorgestellt. Nach Angaben südkoreanischer Regierungsvertreter soll SK hynix Speicherchips im Wert von rund 750 Milliarden US-Dollar an amerikanische Abnehmer liefern, darunter NVIDIA. Samsung wiederum will Chips im Umfang von etwa 200 Milliarden US-Dollar an Broadcom liefern.
Die Vereinbarungen wurden während des Besuchs des südkoreanischen Präsidenten Lee Jae Myung in San Francisco bekannt. Dort trafen sich Vertreter von NVIDIA, OpenAI, Anthropic, Broadcom, Samsung, SK Group, Hyundai Motor und Naver zu einem KI-Gipfel. Zusammen ergeben die angekündigten Programme aus diesem Umfeld ein Volumen von mehr als 1,4 Billionen US-Dollar, wobei die einzelnen Projekte unterschiedliche Zielsetzungen haben.
Speicherchips bleiben Engpass der KI-Revolution
Speicher mit hoher Bandbreite (HBM) gilt als einer der wichtigsten Engpässe in der KI-Lieferkette. Die Technologie verbindet mehrere Speicherchips miteinander und ermöglicht die hohen Datenübertragungsraten, die moderne KI-Prozessoren benötigen. Die Partnerschaften mit NVIDIA sollen deshalb die Speicherproduktion enger an die Entwicklung künftiger KI-Chips anpassen.
In einem weiteren Projekt wollen NVIDIA, Naver und Brookfield Asset Management die KI-Rechenzentren von Naver in Südkorea ausbauen. Naver hatte zuvor angekündigt, NVIDIA-Technologie für KI-Fabriken im Gigawatt-Maßstab einzusetzen. Brookfield bringt dabei Erfahrung im Bereich Energie- und Rechenzentrums-Infrastruktur ein.
US-Druck auf asiatische Chipkonzerne
Hinter dem Ausbau steht auch politischer Druck. Nach Angaben südkoreanischer Regierungsvertreter stammen 80 bis 90 Prozent der Nachfrage nach zusätzlichen Halbleiterkapazitäten von US-Unternehmen. US-Handelsminister Howard Lutnick hatte Samsung und SK hynix zuvor aufgefordert, stärker in eigene KI-Speicherfabriken in den USA zu investieren.
Für den US-Speicherchipkonzern Micron könnte die Entwicklung zusätzliche Konkurrenz bedeuten. Der Konzern zählt neben Samsung und SK hynix zu den weltweit führenden Herstellern von Speicherchips und profitiert bislang stark vom KI-Boom.
Entscheidend wird nun sein, wie schnell die angekündigten Kapazitäten tatsächlich aufgebaut werden und ob aus den Absichtserklärungen verbindliche Verträge sowie konkrete Produktionsanlagen entstehen.
Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net
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