Signal für BTC-Kurs? Bitcoin-Wallets bewegen Millionen - Das steckt hinter dem Erwachen der Krypto-Wale
Sechs Jahre alte Bitcoin-Adressen erwachen plötzlich zum Leben und bewegen Millionen, doch die Gründe sind nicht das, was viele Krypto-Anleger vermuten.
Werte in diesem Artikel
- Sechs Ur-Wallets aus 2011 bis 2014 bewegen über 40 Millionen Dollar
- Eine seit 2012 stille Wallet aktiviert plötzlich 212 Bitcoin im Millionenwert
- Ein Gerichtsverfahren und eine Coldcard-Lücke treiben alte Bestände an
Innerhalb weniger Tage wachen auf der Blockchain von Bitcoin Guthaben auf, die seit mehr als einem Jahrzehnt unangetastet blieben, und laut Marktdaten geschieht das in einem Rekordtempo. Wie BTC-ECHO berichtet, zeigen neue Auswertungen des Krypto-Analysehauses Galaxy Research, das zur börsennotierten Galaxy Digital gehört, dass zehn Jahre und ältere Bestände im laufenden Jahr so schnell verschoben werden wie nie zuvor seit Beginn der Aufzeichnungen. Dieses Segment hebe sich auf den historischen Charts bereits signifikant ab, obwohl das Handelsjahr noch nicht vorbei ist.
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Zehn Tage mit sechs erwachten Bitcoin-Wallets
Besonders auffällig war laut BTC-ECHO der Zeitraum vom 16. bis 26. August. In diesen zehn Tagen aktivierten sich sechs historische Wallets aus den Jahren 2011, 2012 und 2014 und verschoben zusammen 553 Bitcoin im Gegenwert von mehr als 40 Millionen US-Dollar. Den größten Einzelfall bildete eine Adresse, die seit August 2012 vollkommen ruhte und dann auf einen Schlag 212 Bitcoin im Wert von rund 13,66 Millionen US-Dollar bewegte. Der Einstandspreis des frühen Investors lag damals bei gerade einmal 12 US-Dollar je Bitcoin, hieß es, was einer Rendite von etwa 550.000 Prozent entspricht.
Millionenrendite eines mutmaßlich deutschen Krypto-Anlegers
Der lukrativste Einzeltransfer der Serie betraf 40 Bitcoin aus dem Mai 2012, die bei der Handelsplattform Boerse Stuttgart Digital eingingen und einen Gewinn von über 1,5 Millionen Prozent gegenüber dem ursprünglichen Einstand einbrachten. Wie BTC-ECHO einordnet, deutet der Rückfluss ausgerechnet auf eine deutsche Handelsplattform auf einen heimischen Bitcoin-Pionier der ersten Stunde hin. Auffällig sei zudem das Verhaltensmuster hinter den Bewegungen: Die verschobenen Coins fließen überwiegend zu professionellen Infrastruktur-Anbietern und kaum auf den freien Spot-Markt, was eher für Verwahrung oder Umstrukturierung als für einen Verkauf spricht.
Gerichtsverfahren und eine Sicherheitslücke als Auslöser
Zwei Entwicklungen erklären laut BTC-ECHO unter Berufung auf Galaxy Research das plötzliche Erwachen der alten Bestände. Zum einen unterbrach ein US-Gericht ein Verfahren rund um sogenannte herrenlose Adressen, was gezielte Bewegungen bei einigen markierten Wallets auslöste. Zum anderen sorgte eine schwerwiegende Sicherheitslücke bei Hardware-Wallets des Anbieters Coldcard für Verunsicherung: Zahlreiche Hodler übertrugen daraufhin ihre teils jahrzehntealten Bitcoin-Bestände von der betroffenen Hardware auf sicherere, stärker regulierte Verwahrsysteme. Für Anleger mit eigenen Cold-Storage-Lösungen aus der Frühzeit von Bitcoin zeigt der Fall, wie stark regulatorische und technische Ereignisse auch Jahre alte Bestände wieder in Bewegung bringen können.
Was das für BTC-Anleger bedeutet
Für Anleger sind die Bewegungen vor allem ein Signal dafür, dass selbst mehr als zehn Jahre alte Bitcoin-Bestände nicht zwangsläufig dauerhaft inaktiv bleiben. Solange die Coins überwiegend in Verwahrungssysteme und nicht auf Handelsplätze fließen, lässt sich daraus allerdings kein unmittelbarer Verkaufsdruck ableiten. Dennoch können größere Bewegungen aus frühen Wallets die Marktstimmung beeinflussen, da Investoren bei einem möglichen Abverkauf alter Bestände mit zusätzlichem Angebot rechnen könnten. Entscheidend dürfte daher sein, ob die aktivierten Bitcoin in den kommenden Wochen tatsächlich an Börsen gelangen oder lediglich technisch und regulatorisch neu verwahrt werden. Anleger sollten die Wallet-Bewegungen deshalb eher als zusätzlichen Indikator für die Angebotsseite des Bitcoin-Marktes betrachten und nicht als eigenständiges Kauf- oder Verkaufssignal.
Ob sich das Tempo bei den Uralt-Wallets in den kommenden Wochen fortsetzt, dürfte sich am weiteren Verlauf des US-Verfahrens um herrenlose Adressen sowie an neuen Auswertungen von Galaxy Research ablesen lassen. Bislang deutet nichts darauf hin, dass die bewegten Bestände in nennenswertem Umfang auf den Markt drängen.
Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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