Bitcoin vor Trendwende? Bitwise-CIO nennt mehrere Anzeichen
Nach einer der schwächsten Marktphasen der jüngeren Kryptogeschichte meldet sich Bitwise-Chefanleger Matt Hougan mit einer differenzierten Einschätzung zum Bitcoin zu Wort.
Werte in diesem Artikel
• Hougan nennt drei Signale, an denen sich eine Bodenbildung ablesen lässt
• Negative Funding-Rates und ein historisch niedriger Fear-&-Greed-Index
• Nicht Chartverlauf, sondern das Verhalten unterschiedlicher Anlegergruppen liefert den entscheidenden Hinweis
Bitcoin-Kurs unter Druck: Der Ausgangspunkt der Debatte
Kryptowährungen durchleben nach Angaben des Krypto-Assetmanagers Bitwise derzeit das schwierigste Marktumfeld seit Jahren. Laut Q3-Marktbericht des Unternehmens, über den das Fachmedium Bitcoin Magazine berichtet, verzeichnet der Bitwise 10 Large Cap Crypto Index mit seinem dritten Quartal in Folge mit negativer Wertentwicklung die längste Verlustserie seit 2022. Der Bitcoin selbst fiel im zweiten Quartal um 13,4 Prozent und lag zum Berichtszeitpunkt rund 52 Prozent unter seinem Oktober-Hoch von 126.080 US-Dollar, womit sich die von Bitwise als "Krypto-Winter" bezeichnete Phase auf mittlerweile neun Monate ausdehnte.
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Bitwise-CIO Matt Hougan äußerte sich zur allgemeinen Stimmung in der Branche im Q3-Bericht deutlich: Laut Bitcoin Magazine schrieb er, die derzeitige Stimmung im Kryptomarkt gehöre zu den schlechtesten, die er in seinen acht Jahren in der Branche erlebt habe. Auch aktuell bewegt sich der Bitcoin weiterhin deutlich unter seinen Höchstständen vom Vorjahresherbst. Genau in diesem Umfeld verstärkter Unsicherheit hat Hougan seine Einschätzung zu einer möglichen Trendwende formuliert.
Diese Anzeichen für eine Bitcoin-Trendwende nennt Hougan
In einer Analyse, aus der unter anderem CoinDesk und das Portal crypto.news zitieren, ordnete Hougan Anfang Juli die jüngste Volatilität rund um die Strategy-Vorzugsaktie STRC als typische Erscheinung einer Marktphase am Ende eines Zyklus ein, nicht als Zeichen struktureller Schwäche. Er schrieb, die Volatilität bei STRC sei ein natürlicher und wichtiger Bestandteil des Krypto-Zyklus, und zeigte sich überzeugt, dass sich der Markt dem Boden nähere.
Aus dem Beitrag, gehen zudem drei konkrete Signale hervor, die Hougan für eine mögliche Bodenbildung beobachtet. Das erste betrifft den Kurs der Strategy-Aktie (MSTR), der nach seiner Einschätzung unter den Nettoinventarwert der gehaltenen Bitcoin-Bestände fallen müsste, um zu zeigen, dass sich Gier vollständig in Angst verwandelt hat. Das zweite Signal ist der Crypto Fear-and-Greed-Index, der sich laut dem Bitwise-CIO seinen historischen Tiefstständen nähern müsste. Das dritte Signal für eine Bodenbildung seien außerdem die Funding-Rates am Terminmarkt, die deutlich negativ ausfallen müssten. Laut crypto.news erklärte Hougan zudem, er sei überzeugt, dass der Boden näher sei als je zuvor. Er rechne daher im Herbst mit dem Beginn eines neuen Bitcoin-Bullenmarkts.
Funding-Rates und Fear-&-Greed-Index als Bitcoin-Frühindikatoren
Die von Hougan genannten Kennzahlen gehören zu den gängigen Stimmungsindikatoren am Kryptomarkt. Der Fear-and-Greed-Index fasst Kursbewegungen, Handelsvolumen, Social-Media-Aktivität und weitere Faktoren zu einem Wert zwischen extremer Angst und extremer Gier zusammen. Funding-Rates wiederum zeigen, wie viele Marktteilnehmer am Terminmarkt auf steigende oder fallende Kurse setzen, indem sie die Kosten für gehaltene Long- oder Short-Positionen abbilden.
Nach Angaben der Nachrichtenseite Odaily, die sich auf Hougans Analysebeitrag stützt, hält der Bitwise-CIO ein dauerhaft negatives Funding-Rate-Niveau für ein Anzeichen, dass Privatanleger überwiegend auf fallende Kurse setzen und die Marktstimmung entsprechend pessimistisch ist. Erst wenn diese Kennzahlen gemeinsam mit dem Fear-and-Greed-Index extreme Ausschläge zeigen würden, sei laut Hougan der Punkt erreicht, an dem die Stimmung so schlecht sein müsse, dass daraus eine Gegenbewegung entstehen könne. Alle drei Kennzahlen, der Aktienkurs von Strategy im Verhältnis zum Nettoinventarwert eingeschlossen, dienen ihm damit als Kontraindikatoren, die bei extremen Ausschlägen historisch betrachtet häufig kurz vor einer Wende aufgetreten waren.
Der Vier-Jahres-Zyklus und seine Bedeutung für die Bitcoin-Prognose
Für seine mittelfristige Einschätzung stützt sich Hougan zusätzlich auf das historische Muster des vierjährigen Bitcoin-Zyklus aus Boom- und Abschwungphasen. Laut einem Bericht des Finanzportals The Motley Fool verwies er darauf, dass Anleger eine langfristige Perspektive einnehmen müssten, statt kurzfristige Kursschwankungen überzubewerten. Als Beispiel nennt der Bericht das Jahr 2022, in dem Bitcoin 64 Prozent an Wert verlor, bevor die Jahre 2023 und 2024 dreistellige Renditen brachten.
Paul Schütte, Redaktion finanzen.net
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