Energiebedarf im Vergleich

Kryptowährungen: Klimasünder Bitcoin oder Bargeld?

19.03.26 06:15 Uhr

Kryptowährungen im Vergleich: Sind Bitcoin und Co. Klimasünder? | finanzen.net

Die Frage nach dem Stromverbrauch der Kryptowährung Bitcoin ist bereits seit mehreren Jahren heiß diskutiertes Thema. Doch was ist nun tatsächlich schlechter für die Umwelt - Bitcoin oder Bargeld?

Werte in diesem Artikel
Devisen

47.938,5371 CHF -639,1446 CHF -1,32%

51.979,3581 EUR -683,7561 EUR -1,30%

44.771,9148 GBP -603,2599 GBP -1,33%

9.619.355,8677 JPY -120.011,4666 JPY -1,23%

59.255,6564 USD -893,2269 USD -1,49%

162,7903 CHF 0,9297 CHF 0,57%

176,5122 EUR 1,0389 EUR 0,59%

152,0371 GBP 0,8472 GBP 0,56%

32.665,5374 JPY 214,0050 JPY 0,66%

201,2212 USD 0,8053 USD 0,40%

9,8809 CHF -0,3445 CHF -3,37%

10,7138 EUR -0,3716 EUR -3,35%

9,2282 GBP -0,3231 GBP -3,38%

1.982,7098 JPY -67,4012 JPY -3,29%

12,2136 USD -0,4476 USD -3,54%

16,0996 CHF -0,0133 CHF -0,08%

14,1249 EUR -0,0015 EUR -0,01%

12,3499 GBP -0,0530 GBP -0,43%

1.833,7203 JPY -3,6182 JPY -0,20%

16,2341 USD 0,0000 USD 0,00%

0,2498 USD 0,0137 USD 5,80%

0,0061 BCH -0,0000 BCH -0,57%

0,1012 BSV 0,0034 BSV 3,49%

0,0000 BTC 0,0000 BTC 1,31%

• Kryptowährungen mit hohem Energiebedarf
• Diffuse Studienlage zu konkreten Daten
• Niederländische Zentralbank lässt Bargeld-Klimaauswirkungen untersuchen

Kryptowährungen und das Klima: Immer wieder stehen Digitalwährungen in der Kritik, eine schlechte Umweltbilanz aufzuweisen. Dass dem so ist, liegt in der Konzeption der Cyberdevisen. Denn um die Blöcke der den Kryptowährungen zugrundeliegenden Blockchain-Technologie schürfen zu können, ist viel Rechenleistung nötig - und das frisst ordentlich Strom. Doch nicht nur das Minen an sich ist energieintensiv, auch jede einzelne Transaktion mit einer Internetwährung verbraucht viel Energie. Darüber hinaus sind für das professionelle Schürfen mittlerweile Spezialrechner vonnöten, die einzig zu diesem Zweck geschaffen werden. Es hat sich dementsprechend schon eine ganz eigene Mining-Industrie entwickelt, die ihren eigenen Kreislauf von Elektroprodukten besitzt.

Doch neben dem hohen Stromverbrauch und der eigenen Elektroproduktion fällt bezüglich der Klimabilanz besonders ins Gewicht, dass der besagte Strom eben nicht aus erneuerbaren Energien erzeugt, sondern stattdessen mithilfe fossiler Brennstoffe geschaffen wird. Wie Block Builders mit Bezug auf eine Studie von Mai 2021 schreibt, wären zu dem Zeitpunkt 65,08 Prozent der monatlichen Bitcoin-Hashrate in China erreicht worden, wo insbesondere günstiger Kohlestrom für die Energieversorgung genutzt wird - zulasten des Klimas. Mittlerweile hat sich die Hashrate im Zuge des Verbots des Bitcoin-Minings in China jedoch verringert.

Unklarheit über konkrete Daten zum Bitcoin-Energieverbrauch

Wie groß genau der Stromverbrauch durch das Bitcoin-Netzwerk jedoch tatsächlich ist, dazu herrscht aktuell eine etwas diffuse Studienlage. So hat Alex de Vries von der Erasmus Universität Rotterdam berechnet, dass die Ur-Cyberdevise jährlich einen Energieverbrauch von 124,12 TWh besitzt. Der jährliche CO2-Fußabdruck beträgt 58,96 Mt. Darüber hinaus würden pro Jahr 15,15 Kilotonnen Elektroschrott produziert. Die Universität Cambridge hingegen hat ermittelt, dass der jährliche Bitcoin-Stromverbrauch rund 143,67 Terawattstunden beträgt, wie Block Builders schreibt. Analyst Dan Hold von ARK Invest hingegen hat ausgerechnet, dass das Bitcoin-Mining jährlich 50,8 Terawattstunden an Energie verbrauche. Die unterschiedlichen Zahlen kommen zustande, da eben keine verlässlichen Daten dazu bestehen, wo genau die Bitcoin-Miner tatsächlich sitzen und wie groß der Anteil an erneuerbaren Energien in ihrem Strommix wirklich ist. Es handelt sich also in jedem Fall lediglich um Schätzungen.

Niederländische Zentralbank will es genau wissen

Wenn also Kryptowährungen vermeintlich schädlich für die Umwelt sind, stellt sich die Frage, wie es um konventionelle Zahlungsmethoden bestellt ist und ob diese tatsächlich so viel umweltfreundlicher sind. Das wollte auch die Niederländische Zentralbank herausfinden und hat zu diesem Zweck eine Studie zu dem Lebenszyklus von Bargeld in Auftrag gegeben, die die Auswirkungen des Niederländischen Zahlungssystem mit Bargeld auf die Umwelt und das Klima untersuchen sollte. Dabei wurde der gesamte Lebenszyklus von Geldmünzen sowie -noten in die Betrachtung mit einbezogen, also von der Herstellung von Papier, Folie, etc, über das Bedrucken, Transportieren und Nutzen im Alltag bis hin zum Vernichten. Dies wurde dann zwar nicht mit dem Bitcoin, jedoch mit der Nutzung von Kreditkarten verglichen. Ausgerechnet wurde all dies für das Jahr 2015.

Dabei kam das Forschungsteam zu dem Ergebnis, dass das niederländische Zahlungssystem mit Bargeld das Klima jährlich mit 17 Millionen kg CO2-Äquivalenten (CO2e) belasten würde. Auf eine Bargeld-Transaktion heruntergebrochen würde dies 4,6g CO2e bedeuten. Laut dem Krypto-Blog von Alex de Vries, Digiconomist, entspricht eine Bitcoin-Transaktion einem Kohlenstoff-Fußabdruck von 717,54 kg CO2 und ist damit um ein Vielfaches höher. Natürlich ist der Energieverbrauch des niederländischen Bargeldsystem nicht direkt mit dem geschätzten Energiebedarf der Bitcoin-Industrie weltweit vergleichbar. Wie das Nachrichtenportal Basic Thinking schreibt, dient die Rechnung jedoch zur Veranschaulichung zur Frage, was umweltschädlicher sei, Bargeld oder Bitcoin.

Martina Köhler, Redaktion finanzen.net

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