Im Visier der US-Regierung?

Ripple-CEO zeigt sich besorgt um USDT - Tether-CEO reagiert und unterstellt Hintergedanken

16.05.24 23:20 Uhr

Aufruhr am Kryptomarkt: Ripple-CEO besorgt wegen möglichem Tether-Verbot - Tether-Chef schießt scharf zurück | finanzen.net

Befindet sich der Stablecoin Tether (USDT) im Visier der US-Regierung? Das deutete Ripple-CEO Brad Garlinghouse kürzlich in einem Pocast an. Der CEO von Tether will davon jedoch nichts wissen und kontert scharf.

Werte in diesem Artikel
Devisen

0,8024 CHF 0,0002 CHF 0,02%

0,8734 EUR 0,0002 EUR 0,03%

0,7481 GBP 0,0001 GBP 0,02%

161,2510 JPY 0,0305 JPY 0,02%

0,9992 USD 0,0002 USD 0,02%

50.703,0841 CHF 479,7016 CHF 0,96%

55.185,8861 EUR 526,9288 EUR 0,96%

47.271,1706 GBP 447,2323 GBP 0,96%

10.188.854,4287 JPY 96.396,7034 JPY 0,96%

63.135,3892 USD 597,3236 USD 0,96%

1.431,2400 CHF 20,8768 CHF 1,48%

1.557,7800 EUR 22,8578 EUR 1,49%

1.334,3644 GBP 19,4637 GBP 1,48%

287.609,6505 JPY 4.195,2202 JPY 1,48%

1.782,1775 USD 25,9957 USD 1,48%

0,9319 CHF 0,0213 CHF 2,34%

1,0143 EUR 0,0233 EUR 2,35%

0,8688 GBP 0,0199 GBP 2,34%

187,2641 JPY 4,2866 JPY 2,34%

1,1604 USD 0,0266 USD 2,34%

0,0000 BTC -0,0000 BTC -0,94%

0,0007 ETH -0,0000 ETH -1,46%

1,2462 USDT -0,0002 USDT -0,02%

1,0731 XRP -0,0251 XRP -2,29%

• Brad Garlinghouse besorgt um mögliches Vorgehen gegen USDT und Auswirkungen auf Kryptowelt
• Tether-CEO schießt auf X gegen Garlinghouse zurück
• Paolo Ardoino: Tether arbeitet seit Jahren mit Strafverfolgungsbehörden zusammen

Tether (USDT) ist mit einer Marktkapitalisierung von rund 111 Milliarden US-Dollar der größte Stablecoin der Welt und außerdem auch die drittgrößte Kryptowährung nach Bitcoin und Ethereum (Stand: 15. Mai 2024). In einer Episode des auf YouTube verfügbaren Podcast "World Class" warnte jedoch Ripple-CEO Brad Garlinghouse kürzlich davor, dass die US-Regierung Tether im Visier habe und dies unvorhersehbare Auswirkungen für den Kryptomarkt mit sich bringen könnte.

Ripple-CEO sicher: US-Regierung hat Tether im Visier

"Die US-Regierung ist hinter Tether her. Das ist mir klar", sagte Garlinghouse gegenüber Podcast-Moderator Chris Vasque. Mögliche Maßnahmen gegen den Stablecoin, wie etwa ein Verbot, hätten dabei aufgrund der Stellung von USDT schwerwiegende Folgen für den Kryptosektor. "Ich sehe Tether als einen sehr wichtigen Teil des Ökosystems und ich weiß nicht, wie man die Auswirkungen vorhersagen kann, die das auf das restliche Ökosystem haben würde", so der Ripple-CEO weiter.

Tatsächlich stand Tether in der Vergangenheit schon häufiger im Fokus der US-Regierung. So forderte laut "Cointelegraph" etwa US-Senatorin Cynthia Lummis das US-Justizministerium im vergangenen Jahr dazu auf, zu prüfen, inwieweit Tether materielle Unterstützung und Ressourcen zur Terrorismusunterstützung bereitstelle. In einem Dokument zu einer Anhörung des Senatsausschusses im April 2024, bei der es um die Bekämpfung illegaler Finanzierung, die Terrorismusbekämpfung und die Sanktionsumgehung ging, heißt es außerdem, dass "Russland zunehmend auf alternative Zahlungsmechanismen zurückgreift - einschließlich des Stablecoins Tether -, um zu versuchen, unsere Sanktionen zu umgehen und seine Kriegsmaschinerie weiterhin zu finanzieren".

Auch wegen seiner Reserven zur Stützung des USDT stand Tether bereits in der Kritik, nachdem die Commodity Futures Trading Commission erklärte, dass Tether zwischen Mitte 2016 und Anfang 2019 nur an etwa einem Viertel der Tage genügend Bargeld in der Kasse gehabt habe, um den Stablecoin zu decken. Inzwischen scheint sich zumindest dieser Punkt jedoch gebessert zu haben.

Tether-CEO kontert Garlinghouse-Äußerungen - und unterstellt ihm Hintergedanken

Wie viel nun an den aktuellen Befürchtungen von Ripple-CEO Brad Garlinghouse bezüglich eines möglichen Vorgehens der US-Regierung gegen USDT dran ist, lässt sich momentan nicht sagen. Fakt ist jedoch, dass Ripple momentan selbst einen Stablecoin plant, der in direkter Konkurrenz zum USDT stehen würde. Darauf wies auch Tether-CEO Paolo Ardoino hin, der in einem ausführlichen Beitrag auf dem Kurznachrichtendienst X zu den Aussagen von Garlinghouse aus dem Podcast Stellung bezog.

"Ein uniformierter [sic; in einem weiteren Tweet korrigiert zu "uninformierter"; Anm. d. Red.] CEO, der ein Unternehmen leitet, das von der SEC untersucht wird und einen konkurrierenden Stablecoin (cui prodest [lateinisch für "Wem es nützt"; Anm. d. Red.]) auf den Markt bringt, verbreitet laut Berichten Angst in Bezug auf USDT", schrieb Ardoino - und unterstellte Garlinghouse damit eigennützige Hintergedanken. Im Anschluss zählte der Tether-CEO auf, inwiefern USDT Menschen in Schwellenländern helfe und bereits geholfen habe und verwies auch auf die jahrelange Kooperation mit den Strafverfolgungsbehörden in den USA und weltweit. So habe Tether unter anderem seit seiner Gründung mit 124 Strafverfolgungsbehörden in mehr als 40 verschiedenen Ländern zusammengearbeitet und dabei insgesamt mehr als 1,3 Milliarden US-Dollar blockiert. Von den blockierten Geldern seien 1,6 Millionen US-Dollar mit der Terrorismusfinanzierung in Verbindung gestanden. Außerdem arbeite man laut Ardoino mit dem FBI und dem Secret Service zusammen.

"Tether arbeitet direkt mit den Strafverfolgungsbehörden zusammen, während andere Stablecoins, obwohl sie behaupten, 'konformer' zu sein, einer richterlichen Anordnung bedürfen, was Hackern, Betrügern und Kriminellen viel Zeit lässt, Gelder zu bewegen", fasste der Tether-CEO am Ende seines X-Beitrags noch einmal zusammen - ohne sich dabei einen kleinen Seitenhieb gegen die Konkurrenz im Kryptosektor zu verkneifen. Vor einem Vorgehen der US-Regierung gegen USDT oder einem kompletten Verbot des Stablecoins scheint er daher momentan keine Angst zu haben.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: DIAMOND VISUALS / Shutterstock.com, Wit Olszewski / Shutterstock.com