Lira unter Druck

Darum hat der Euro etwas zugelegt

17.08.18 17:07 Uhr

Darum hat der Euro etwas zugelegt | finanzen.net

Der Kurs des Euro ist am Freitag über 1,14 US-Dollar gestiegen.

Werte in diesem Artikel
Devisen

57,6319 TRY -0,1148 TRY -0,20%

0,1291 EUR 0,0003 EUR 0,23%

6,8690 TRY 0,0012 TRY 0,02%

7,7431 CNY -0,0178 CNY -0,23%

0,8603 GBP -0,0011 GBP -0,13%

8,9398 HKD -0,0176 HKD -0,20%

185,4100 JPY -0,2800 JPY -0,15%

53,1745 TRY -0,1260 TRY -0,24%

1,1397 USD -0,0025 USD -0,22%

1,1623 EUR 0,0014 EUR 0,12%

0,0054 EUR 0,0000 EUR 0,16%

0,2869 TRY -0,0001 TRY -0,05%

0,5996 TRY 0,0067 TRY 1,13%

4,7868 TRY -0,0247 TRY -0,51%

1,6678 RUB -0,0189 RUB -1,12%

0,8774 EUR 0,0020 EUR 0,23%

46,6703 TRY 0,0110 TRY 0,02%

Am Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1415 Dollar und damit mehr als am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1391 (Donnerstag: 1,1370) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8779 (0,8795) Euro.

Inflationszahlen aus dem Euroraum brachten keine neuen Impulse am Devisenmarkt. Das Statistikamt Eurostat bestätigte eine erste Schätzung, wonach die Teuerungsrate im Juli mit 2,1 Prozent so stark war wie seit mehr als fünf Jahren nicht mehr und das Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von mittelfristig knapp zwei Prozent leicht übertraf.

Nach mehreren Tagen der Erholung hat die türkische Landeswährung Lira unterdessen wieder stark an Wert verloren. Im Verhältnis zum US-Dollar ging es bis zu knapp acht Prozent bergab. Auch zum Euro wurde ein starker Wertverlust verzeichnet. Jüngste Drohungen mit neuen Sanktionen aus den USA sorgen für Verunsicherung. Zudem zeigte sich ein Gericht in Izmir im Streit um das Schicksal des in der Türkei wegen Terrorvorwürfen festgehaltenen US-Pastors Andrew Brunson hart und lehnte am Freitag erneut eine Freilassung ab.

Hinzu kommt laut Händlern, dass die Hoffnungen schwinden, die türkische Notenbank könnte vor dem Wochenende noch weitere Maßnahmen zur Krisenbekämpfung vornehmen. Die Krise in der Türkei sei noch nicht ausgestanden, meint Devisenexperte Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank. Bisher gebe es für die Finanzmärkte keinen Grund, Vertrauen in die Geldpolitik der Türkei zu fassen. Dieses Vertrauen sei nach und nach zerstört worden. Obwohl die Notenbank ihr Inflationsziel ständig verfehlte habe, sei wenn überhaupt nur zögerlich reagiert worden, so Leuchtmann.

Am Abend könnte es einen weiteren Impuls in der Lira-Krise geben. Die Investoren haben eine mögliche Ratingentscheidung der Bonitätswächter von Standard & Poor's zur Türkei im Blick. Es handelt sich um einen von zwei jährlichen Bewertungsterminen, die Ratingagenturen wahrnehmen können, aber nicht müssen.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,89575 (0,89498) britische Pfund, 125,75 (126,02) japanische Yen und 1,1338 (1,1299) Schweizer Franken fest. Der Preis für eine Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London auf 1178,40 (1180,40) Dollar festgesetzt.

FRANKFURT (dpa-AFX)

Bildquellen: Claudio Divizia / Shutterstock.com, Patryk Kosmider / Shutterstock.com