Prognose

Coinbase-CEO: Stablecoins der Zukunft werden an Verbraucherpreisindex gekoppelt sein - und nicht mehr an Fiatwährungen

14.10.22 23:59 Uhr

Coinbase-CEO: Stablecoins der Zukunft werden an Verbraucherpreisindex gekoppelt sein - und nicht mehr an Fiatwährungen | finanzen.net

Der Coinbase-CEO Brian Armstrong geht davon aus, dass die Stablecoins künftig nicht mehr an die Fiatwährungen wie den US-Dollar, sondern vielmehr an einen Verbraucherpreisindex gebunden sein werden. Gerade in Zeiten von hoher Inflation und des damit einhergehenden Kaufkraftverlustes vieler Bürger könnte diese Idee Unterstützung finden.

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• Inflationsexplosion nagt auch am Wert der Stablecoins
• Coinbase-CEO schlägt Koppelung der Stablecoins an Verbraucherpreisindex vor
• Bislang sind aber noch keine Schritte in diese Richtung unternommen worden

Der Coinbase-CEO Brian Armstrong gilt als einer der einflussreichsten Krypto-Enthusiasten. Jüngst brachte er einen interessanten Vorschlag in die Debatte über die Zukunft von Stablecoins.

Inflation verringert die Kaufkraft eines Stablecoins

Die Inflation ist in Wirtschaftskreisen das bestimmende Thema des Jahres. In der Eurozonebeträgt die Teuerungsrate inzwischen 10 Prozent, in den USA liegt die Steigerung der Verbraucherpreise auf Jahressicht bei 8,2 Prozent. Ein Ende des Inflationsdilemmas ist nicht in Sicht, stattdessen rechnen einige Experten damit, dass zumindest in Europa der Höhepunkt der Teuerung noch nicht erreicht worden ist. Da die größten Stablecoins der Welt allesamt an den US-Dollar gekoppelt sind und die Parität zu diesem anstreben, betrifft die Geldentwertung auch den Stablecoin-Sektor. Die gemessen an ihrer Marktkapitalisierung größten vier Stablecoins der Welt sind denn auch alle an den Greenback gekoppelt: Tether (68,4 Milliarden US-Dollar Marktkapitalisierung laut "CoinMarketCap", Stand: 12.10.2022), Binance USD (21,6 Milliarden US-Dollar) und DAI (6,7 Milliarden US-Dollar).

Armstrong sieht bei währungsbasierten Stablecoins große Probleme

Die Bindung der Stablecoins an Fiatwährungen war eines der Hauptthemen bei einer sogenannten Ask-Me-Anything Session (AMA) mit dem Stablecoin-CEO Brian Armstrong und John O’Loghlen, Landeschef von Coinbase in Australien. Armstrong überraschte viele Krypto-Investoren dabei mit einer interessanten Prognose. Der Stablecoin-CEO geht nämlich davon aus, dass die Stablecoins der Zukunft nicht mehr an die Fiatwährungen gekoppelt sein werden. Die heutigen "Fiat Coins" litten nämlich ebenfalls unter der Geldentwertung und seien generell zu abhängig von den jeweils zentral gesteuerten Leitwährungen. Die Kaufkraft der bekanntesten Stablecoins sinkt tatsächlich im Einklang mit dem Kaufkraftverlust eines Dollars. Konnte man beispielsweise für einen US-Dollar (also gleichbedeutend mit einem Tether, einem USD & Co.) vor wenigen Jahren noch einen Hamburger bei McDonald's kaufen, bekommt man einen solchen inzwischen nur noch für 1,58 US-Dollar (beziehungsweise 1,58 Tether). Insgesamt hält Armstrong Stablecoins für eine ausgezeichnete Innovation und sieht großes Wachstumspotenzial, allerdings müssten einige Probleme beseitigt werden - wie die Koppelung an von den Zentralbanken gedrucktes Fiatgeld.

Armstrong: Künftig werden Stablecoins an Verbraucherpreisindex gekoppelt sein

Aufgrund dieser Problematik rechnet Armstrong damit, dass die Stablecoins künftig nicht mehr im Verhältnis von 1:1 an den US-Dollar gekoppelt sein werden. Für wahrscheinlicher hält er eine Bindung an einen Verbraucherpreisindex (VPI), der keinen so großen Schwankungen unterworfen ist und die Kaufkraft der Konsumenten widerspiegelt. Oft wird ein solcher VPI anhand eines beispielhaften Warenkorbes berechnet. Armstrong erklärt: "Und mit der Zeit werden wir vielleicht sogar Stablecoins sehen, die wirklich mehr wie 'Flat-Coins' sind. Diese orientieren sich am Verbraucherpreisindex (VPI), also einer Art Maß für die Kaufkraft. Wenn man beispielsweise heute mit einem dieser Coins einen Hamburger von McDonald’s kaufen kann, sollte man auch in fünf Jahren mit einem dieser Coins ebenfalls einen Hamburger von McDonald’s kaufen können", rechnet Armstrong vor. So werde der wahre Wert eines solchen "Flat Coins" unabhängig von inflationären Tendenzen gewahrt.

Ein weiterer Vorteil der Bindung an den VPI liege außerdem darin, dass Stablecoins durch die Bindung an den VPI dezentraler gestaltet werden könnten und nicht mehr einer staatlichen Institutionen wie in dem Falle der US-Notenbank Federal Reserve System unterlägen.

Bindung an Verbraucherpreisindex? Bislang nur eine Hypothese

Allerdings gibt es derzeit noch keinerlei Anzeichen dafür, dass die Verwendung des Verbraucherpreisindex als Basiswert für Stablecoins in der Praxis erprobt wird. Zwar existieren neben den erwähnten "fiat-backed coins" (also an Leitwährungen gekoppelte stabile Tokens) auch noch Stablecoins, die an Rohstoffe wie Gold (zum Beispiel der Tether Gold) oder an einen Korb diverser Vermögenswerte gekoppelt sind. Von verbraucherpreisorientierten stabilen Tokens ist aber bislang keine Spur. Ob Armstrongs Prognose tatsächlich eintritt, wird man somit erst in einigen Jahren überprüfen können.

Redaktion finanzen.net

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