Russland-Sanktionen

EZB-Präsidentin Lagarde: Sanktionen gegen Russland könnten mittels Kryptowährungen umgangen werden - Warnung vor "Gafa"

22.03.22 16:19 Uhr

EZB-Präsidentin Lagarde: Sanktionen gegen Russland könnten mittels Kryptowährungen umgangen werden - Warnung vor "Gafa" | finanzen.net

Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, hat auf die Rolle hingewiesen, die Krypto-Assets wie Bitcoin bei der Umgehung von Sanktionen gegen Russland spielen.

Werte in diesem Artikel
Devisen

50.049,6269 CHF -267,6390 CHF -0,53%

54.259,6149 EUR -256,6190 EUR -0,47%

46.278,9905 GBP -208,1786 GBP -0,45%

10.071.419,7249 JPY -48.537,6762 JPY -0,48%

62.002,7686 USD -253,9701 USD -0,41%

1.397,3879 CHF -10,7902 CHF -0,77%

1.514,9310 EUR -10,7594 EUR -0,71%

1.292,1116 GBP -8,8775 GBP -0,68%

281.194,5141 JPY -2.022,4462 JPY -0,71%

1.731,1202 USD -11,1958 USD -0,64%

0,0000 BTC 0,0000 BTC 0,55%

0,0007 ETH 0,0000 ETH 0,77%

0,0000 BTC 0,0000 BTC 0,49%

0,0007 ETH 0,0000 ETH 0,71%

0,0000 BTC 0,0000 BTC 0,46%

0,0008 ETH 0,0000 ETH 0,69%

0,0000 BTC -0,0000 BTC -0,71%

0,0000 ETH 0,0000 ETH 0,74%

0,0130 USD 0,0000 USD -0,01%

0,0000 BTC 0,0000 BTC 0,43%

0,0006 ETH 0,0000 ETH 0,65%

76,6334 RUB -0,1625 RUB -0,21%

"Es wird sicherlich gerade jetzt versucht, sie zur Umgehung der Sanktionen einzusetzen, die viele Länder gegen Russland verhängt haben", sagte Lagarde in einem Interview anlässlich einer Konferenz der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) zu digitalem Zentralbankgeld.

Lagarde sprach von einer "bestimmten Anzahl von Akteuren - Individuen und Unternehmen, die offensichtlich versuchen, ihre Rubel in Krypot-Assets umzutauschen". Die europäischen Behörden hätten all jenen, die mit dem Umtausch, mit Transaktionen und Dienstleistungen in Verbindung mit Krypto-Assets zu tun hätten, signalisiert, dass sie Komplizen bei dem Versuch seien, Sanktionen gegen oben genannten Personenkreis zu umgehen.

Zentralbanken sollten Konsumenten vor "Gafa" schützen

Digitales Zentralbankgeld kann den Konsumenten nach Aussage von EZB-Präsidentin Christine Lagarde einen besseren Schutz der Privatsphäre bieten als private Formen digitalen Geldes. In einem Interview für eine Konferenz der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) zu digitalem Zentralbankgeld wies Lagarde darauf hin, dass Zentralbanken im Gegensatz zu privaten Akteuren wie Google, Amazon und Facebook oder Apple ("Gafa") keine finanzielle Interessen verfolgten und dass es beim Umgang mit Kundendaten eine Asymmetrie zwischen Europa und den USA gebe.

"Es gibt viel mehr Schutz in Europa als in den USA", sagte Lagarde. Sie wisse, dass die Gafa dieser Welt das nicht so schön fänden. "Sie haben intensive Lobbyarbeit in Brüssel und anderswo geleistet, um das Niveau dieses Schutzes zu verringern, um den Datenaustausch viel flüssiger und reibungsloser zu gestalten - zum Zweck der Monetarisierung", sagte Lagarde.

Sie hoffe sehr, dass die Zentralbanken einen ausreichenden gemeinsamen Nenner bezüglich des Respekts der Privatsphäre der Bürger finden würden. "Ich verstehe, warum Google, Amazon, Facebook Meta dagegen Lobbyarbeit machen - aber doch nicht Zentralbanken", sagte Lagarde.

Von Hans Bentzien

FRANKFURT (Dow Jones)

Bildquellen: Albert H. Teich / Shutterstock.com