Trotz Silvergate-Debakel

Kurz vor Schließung durch US-Finanzaufsicht: JPMorgan zeigte sich für Kryptobank Signature optimistisch


Kurz vor Schließung durch US-Finanzaufsicht: JPMorgan zeigte sich für Kryptobank Signature optimistisch

Noch vor einer Woche sprachen JPMorgan-Analysten eine Kaufempfehlung für Aktien der kryptofreundlichen New Yorker Signature Bank aus. Die Pleite der Silicon Valley Bank aber hat die Signature Bank mit in die Tiefe gerissen. Das New Yorker Bankhaus hatte es nicht geschafft, sich durch einen Verkauf kurzfristig aus der finanziellen Notlage zu befreien und wurde nun von der US-Finanzaufsicht geschlossen.

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• Signature Bank von US-Finanzaufsicht geschlossen
• Signature Bank mit Rückzug aus dem Kryptosektor
• JPMorgan blieb lange - trotz Silvergate-Debakel - optimistisch

Auch nachdem die bekannte Kryptobank Silvergate Capital mit der Einstellung ihres Geschäftsbetriebs für Eruptionen am Kryptomarkt sorgte, blieben JPMorgan-Experten zunächst bei ihrer optimistischen Bewertung der Branchenkollegin Signature Bank. In einer Kundenmittelung bekräftigten die JPMorgan-Analysten Anfang März ihre Bewertung der Signature Bank-Aktien mit "Overweight". Mittlerweile ist das New Yorker Bankhaus allerdings von der US-Finanzaufsicht geschlossen wurden und die Aktie vom Handel ausgesetzt.

Signature Bank-Aktie: Noch bis vor Kurzem sprachen Analysten Kaufempfehlung aus

Die auf TipRanks gelisteten Experten verschiedener Banken sprachen zuletzt mehrheitlich eine Kaufempfehlung für die Signature Bank aus (Rating "Moderate Buy"). Von den 11 Analysten, die das Papier in den letzten drei Monaten bewertet haben, erhielt das New Yorker Bankhaus siebenmal "Buy", drei "Hold" und eine "Sell"-Bewertung. Das mittlere Kursziel lag laut TipRanks bei 145,90 US-Dollar, also rund 108 Prozent über dem letzten Schlusskurs von 70 US-Dollar (Stand: Schlusskurs vom 10. März 2023).

Die Zahlen der Signature Bank zum 4. Quartal 2022 zeigten mit einem Umsatz von 683,90 Millionen US-Dollar eine Umsatzsteigerung von 20,11 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal, im Gesamtjahr 2022 konnte Signature den Umsatz von 2,00 Milliarden US-Dollar auf 2,70 Milliarden US-Dollar signifikant steigern.

In ihrer Begründung für die Kaufempfehlung hoben JPMorgan-Analysten laut Yahoo Finance hervor, die Bank habe ihr Krypto-Engagement zuletzt weiter bewusst reduziert. Dies ziehe sich wie ein roter Faden durch die Strategie, wobei sich die Experten beeindruckt davon zeigten, dass das Finanzinstitut aus New York - und nicht die Märkte - das Tempo der Reduktionen vorgebe.

Signature Bank: Reduktion des Krypto-Engagements

In seinem Mid-Quarter-Bericht stellte das New Yorker Finanzinstitut nochmals deutlich heraus: "Die Signature Bank handelt nicht mit digitalen Vermögenswerten, verwahrt sie nicht und vergibt keine Kredite, die durch sie besichert sind."

Der Rückzug von Signature aus dem Engagement in Bitcoin, Ethereum und Co. zieht weitere Kreise: Anfang Februar erklärte Binance, Banküberweisungen in US-Dollar auszusetzen. Kurz darauf häuften sich Meldungen, dass der Binance-Bankpartner Signature der Grund sein könnte. Denn das Bankhaus wickelte bis dato die internationalen Überweisungen über das SWIFT-System für Binance ab, nicht aber für Binance.US, und hatte angekündigt, nur noch Überweisungen von mehr als 100.000 US-Dollar an oder von Kryptobörsen zu tätigen.

In ihrem Mid-Quarter-Update gab die Bank zudem bekannt, dass der Einlagenrückgang auf dem Kassamarkt in den ersten beiden Monaten dieses Jahres maßgeblich auf die bewusste Reduktion der Krypto-Einlagen zurückzuführen sei - in Höhe von 1,51 Milliarden US-Dollar. Im gleichen Zeitraum seien die Einlagen, die nicht mit digitalen Assets in Verbindung stehen, um 682 Millionen US-Dollar gestiegen. Signature habe seine Kreditsalden zudem im Januar und Februar 2023 um 200 Millionen mehr als von JPMorgan erwartet reduziert, auf nun 1,7 Milliarden US-Dollar.

Resümierend hielten die Analysten daher fest: "Sobald die Branche das schwierige Einlagenumfeld verarbeitet hat und die Unsicherheit abnimmt, sehen wir, dass die derzeitige Discount-Bewertung von Signature durch einen Multiplikator ersetzt wird, der dem langfristigen Wachstumspotenzial des Geschäftsbereichs besser entspricht."

Der gesamte Bankensektor ist nach den jüngsten Ereignissen unter Druck geraten. Die JPMorgan-Analysten werden ebenso wie die anderer Bankhäuser ihre optimistische Einschätzung in der Zwischenzeit überdacht haben.

Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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