Xtrackers High Yield Corporate Bond ETF: 19 Prozent Rendite in 36 Monaten - was High-Yield-Bonds so attraktiv macht
Dieser Hochzins-Anleihen-ETF zeigt, welche zusätzlichen Erträge sich mit etwas mehr Risikobereitschaft am Anleihenmarkt erzielen lassen.
Werte in diesem Artikel
Das Wichtigste in Kürze:
- Über die vergangenen 36 Monate erzielte dieser Fonds eine Rendite von 19,0 Prozent, deutlich mehr als klassische Staatsanleihen- oder Investment-Grade-Unternehmensanleihen-ETFs im selben Zeitraum.
- Mit 0,20 Prozent laufenden Kosten pro Jahr zählt der Fonds zu den günstigsten etablierten Zugängen zu europäischen Hochzinsanleihen.
- Die Volatilität liegt dabei sogar niedriger als bei den zum Vergleich herangezogenen, konservativeren Anleihen-ETFs.
Was Unternehmensanleihen unterhalb Investment Grade für Anleger interessant macht
Anleihen-ETFs sind vielen Anlegern vor allem für ihre niedrigen, dafür aber besonders verlässlichen Renditen bekannt. Klassische Staatsanleihen-ETFs mit kurzer Restlaufzeit bieten planbare, aber überschaubare Erträge bei minimalem Zinsrisiko und Unternehmensanleihen-ETFs mit Investment-Grade-Rating, also von besonders kreditwürdigen Unternehmen, liefern etwas mehr Rendite bei weiterhin geringem Ausfallrisiko. Daneben stehen ESG-geprüfte Staatsanleihen aus der Eurozone für maximale Sicherheit bei entsprechend geringem Ertrag.
Unternehmensanleihen unterhalb Investment Grade, gemeinhin als Hochzinsanleihen oder High-Yield-Bonds bezeichnet, verfolgen dagegen einen bewusst anderen Ansatz. Sie stammen von Unternehmen, deren Kreditwürdigkeit von den großen Ratingagenturen als spekulativ statt als solide eingestuft wird, weshalb diese Unternehmen ihren Gläubigern spürbar höhere Zinsen bieten müssen, um überhaupt Kapital am Markt aufnehmen zu können. Für Anleger bedeutet das die Chance auf deutlich attraktivere laufende Erträge als bei klassischen Anleihen, verbunden mit der Bereitschaft, dafür ein höheres Kreditrisiko einzugehen.
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Der günstigste etablierte Zugang zu europäischen Hochzinsanleihen
Der Xtrackers EUR High Yield Corporate Bond UCITS ETF 1C bildet den Markit iBoxx EUR Liquid High Yield Index nach, der die größten und liquidesten auf Euro lautenden Unternehmensanleihen mit einem Rating unterhalb Investment Grade bündelt, unabhängig davon, ob die Emittenten selbst aus Europa oder von außerhalb stammen. Damit eine Anleihe neu in den Index aufgenommen wird, muss sie ein mindestens ausstehendes Volumen von 250 Mio. Euro sowie zum Aufnahmezeitpunkt eine Restlaufzeit zwischen 2 und 10,5 Jahren aufweisen. Insgesamt gibt es fünf ETFs, die diesen Index abbilden, mit 0,20 Prozent Kosten pro Jahr zählt der Xtrackers-Fonds gemeinsam mit einer weiteren Xtrackers-Variante zu den günstigsten, deutlich unter den jeweils 0,50 Prozent der beiden iShares-Konkurrenzprodukte. Lediglich ein Amundi-Produkt ist mit 0,15 Prozent noch etwas günstiger, mit einem Fondsvolumen von nur 74 Mio. Euro aber noch längst nicht so am Markt etabliert wie dieser Fonds mit 1,7 Mrd. Euro. Der Fonds thesauriert seine Erträge und wurde bereits im März 2017 aufgelegt, mit aktuell 661 enthaltenen Anleihen.
Deutlich mehr Rendite als bei sichereren Anleihenarten
In den vergangenen drei Kalenderjahren erzielte der Fonds durchgehend eine Rendite von mindestens 4,7 Prozent, in einem Jahr sogar zweistellig. Bezieht man das laufende Jahr mit ein, ergibt sich für die vergangenen 36 Monate eine Gesamtrendite von 19,0 Prozent. Zum Vergleich: Ein ETF auf kurzlaufende Staatsanleihen mit unter einem Jahr Restlaufzeit kam im selben Zeitraum auf 6,3 Prozent, ein ETF auf Investment-Grade-Unternehmensanleihen aus der Eurozone auf 12,6 Prozent und ein ETF auf ESG-geprüfte Staatsanleihen der Eurozone auf 6,1 Prozent. Der Xtrackers-Fonds hat damit spürbar höhere Renditen erzielt als alle drei sichereren Anleihenarten. Neben den grundsätzlich höheren laufenden Kuponerträgen sanken in den vergangenen Jahren zusätzlich die sogenannten Risikoaufschläge, also die Renditedifferenz zwischen Unternehmens- und Staatsanleihen, was die Kurse der Anleihen zusätzlich steigen ließ, während die Ausfallraten europäischer Hochzinsemittenten gleichzeitig auf einem historisch niedrigen Niveau blieben. Die Ausfallraten gelten hierbei auch weiterhin als niedrig, die Risikoaufschläge bewegen sich aber inzwischen bereits am unteren, engen Ende ihrer historischen Spanne, weshalb Marktbeobachter erwarten, dass ein maßgeblicher Teil der künftigen Rendite eher aus den laufenden Kuponzahlungen selbst stammen dürfte als aus weiter sinkenden Risikoaufschlägen wie in den vergangenen Jahren.
CoreWeave, Fibercop und Virgin Media: Wessen Anleihen hier stecken
Größte Position im Fonds ist aktuell eine Anleihe von CoreWeave mit 8,5 Prozent Zins und Fälligkeit im Juli 2032. CoreWeave ist ein US-amerikanischer Anbieter von Cloud-Rechenleistung, spezialisiert auf Grafikprozessoren für das Training und den Betrieb von KI-Modellen, und beliefert unter anderem Großkunden wie OpenAI. Der Konzern befindet sich aktuell in einer kapitalintensiven Wachstumsphase und hat in den vergangenen Monaten mehrfach neue Anleihen und Wandelanleihen am Markt platziert, um den weiteren Ausbau seiner Rechenzentrumskapazitäten zu finanzieren, bei einer Gesamtverschuldung von zuletzt 8,7 Mrd. US-Dollar. Wer über diesen Fonds in eine solche Anleihe investiert, verleiht sein Geld also einem Unternehmen, dessen langfristiger Erfolg eng mit der Fortsetzung des KI-Booms verknüpft ist. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Anleihen von Fibercop, dem größten italienischen Glasfasernetzbetreiber, mehrheitlich gehalten vom Finanzinvestor KKR sowie dem italienischen Staat, und von VMed O2 UK Financing, der Finanzierungsgesellschaft von Virgin Media O2, einem britischen Telekommunikations-Gemeinschaftsunternehmen von Liberty Global und Telefónica. Beide Unternehmen sind kapitalintensive Infrastrukturbetreiber mit spürbarer Verschuldung, deren Anleihen entsprechend attraktive Kupons von 5,4 beziehungsweise 5,6 Prozent bieten. Genau an diesen drei Beispielen zeigt sich, welches Renditepotenzial dieser Fonds aktuell mit sich bringt: hohe, planbare Zinserträge von Unternehmen mit realem, aber tragbar erscheinendem Geschäftsmodell.
Was Anleger beim Risiko wissen sollten
Anders als bei Staatsanleihen oder Investment-Grade-Unternehmensanleihen liegt das zentrale Risiko bei Hochzinsanleihen nicht in erster Linie in schwankenden Zinsen, sondern im tatsächlichen Ausfallrisiko einzelner Emittenten. Gerät ein im Fonds enthaltenes Unternehmen in eine ernsthafte finanzielle Schieflage oder muss es sogar Insolvenz anmelden, kann die entsprechende Anleihe deutlich an Wert verlieren oder im Extremfall vollständig ausfallen. Bei allen drei vorgestellten Beispielen, CoreWeave mit seinem noch jungen, kapitalintensiven Geschäftsmodell, sowie den hoch verschuldeten Infrastrukturbetreibern Fibercop und Virgin Media O2, hängt der langfristige Erfolg maßgeblich davon ab, ob es den Unternehmen gelingt, ihre Verschuldung im Griff zu behalten und ihre Wachstumspläne wie geplant umzusetzen.
Da der Fonds aber über 661 einzelne Anleihen streut, wirkt sich der Ausfall eines einzelnen Emittenten nur begrenzt auf den Gesamtfonds aus. Bemerkenswert ist dabei ein Blick auf die tatsächlich gemessene Schwankungsbreite. Diese liegt beim Xtrackers-Fonds in den vergangenen fünf Jahren durchgehend niedriger als bei den drei zuvor verglichenen, eigentlich konservativeren Anleihenarten. Das lässt sich damit erklären, dass Hochzinsanleihen tendenziell kürzere Restlaufzeiten aufweisen als viele Staats- oder Investment-Grade-Anleihen, wodurch sie weniger empfindlich auf allgemeine Zinsänderungen reagieren, während sich zugleich die für Hochzinsanleihen typischen Kreditrisiken zuletzt kaum in spürbaren Kursausschlägen niedergeschlagen haben.
Für welche Anleger sich dieser High-Yield-Anleihen-ETF eignet
Der Xtrackers EUR High Yield Corporate Bond UCITS ETF 1C eignet sich für Anleger, die einen Teil ihres Anleihenportfolios gezielt in Richtung höherer, planbarer laufender Erträge ausrichten möchten und dafür bereit sind, ein spürbar höheres Kreditrisiko als bei Staatsanleihen oder Investment-Grade-Unternehmensanleihen zu akzeptieren. Wer von der Widerstandsfähigkeit des europäischen Hochzinsmarkts sowie den weiterhin attraktiven Kuponerträgen kapitalintensiver Wachstums- und Infrastrukturunternehmen überzeugt ist, findet mit diesem Fonds einen der günstigsten und etabliertesten Zugänge zu diesem Marktsegment. Als Beimischung zu einem bereits bestehenden Depot aus sichereren Anleihen und Aktien lässt sich damit gezielt zusätzliches Renditepotenzial erschließen, ohne das gesamte Anleihenportfolio auf ein einzelnes Risiko auszurichten.
Daniel Dünn, Redaktion TraderFox (finanzen.net)
Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Hochzinsanleihen-ETFs unterliegen Kursschwankungen und einem realen Ausfallrisiko einzelner Emittenten, zwischenzeitliche Verluste sind möglich.
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