MSCI-World-ETF

SPDR MSCI World ETF: Nur der sechstgrößte Welt-ETF, aber dafür eine der attraktivsten Kostenquoten

04.08.26 08:45 Uhr

SPDR MSCI World ETF (IE00BFY0GT14) analysiert: Chancen, Risiken und Eignung fürs Basisdepot | finanzen.net

Nur der sechstgrößte Welt-ETF am Markt und trotzdem reicht das bereits für einen Platz unter den 50 größten ETFs überhaupt. Ein klarer Beweis, wie enorm groß die Nachfrage nach Welt-ETFs inzwischen ist.

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Das Wichtigste in Kürze:

  • Obwohl er nur der sechstgrößte Welt-ETF ist, reicht sein Fondsvolumen bereits aus, um unter die 50 größten ETFs überhaupt zu kommen.
  • Will man gezielt in einen klassischen MSCI-World-ETF investieren, ist dieser Fonds sogar die drittgrößte verfügbare Option, bei gleichzeitig einer der günstigsten Kostenquoten.
  • Das Wort Unhedged im Namen klingt nach einer Besonderheit, tatsächlich teilen praktisch alle großen Welt-ETFs genau dieses Merkmal.

Nur der sechstgrößte Welt-ETF, und trotzdem unter den 50 größten ETFs überhaupt

Der State Street SPDR MSCI World UCITS ETF USD Unhedged bildet den MSCI World Index nach, der große und mittelgroße Unternehmen aus 23 Industrieländern bündelt. Mit einem Fondsvolumen von 17,4 Milliarden Euro ist er zwar nur der sechstgrößte Welt-ETF, trotzdem reicht dieses Volumen bereits aus, um unter die 50 größten ETFs überhaupt zu kommen. Ein deutliches Zeichen dafür, wie riesig Angebot und Nachfrage in diesem Marktsegment inzwischen sind. Beschränkt man den Vergleich auf reine MSCI-World-Tracker, also ohne die etwas anders aufgebauten All-World- und ACWI-Indizes, ist dieser Fonds sogar die drittgrößte verfügbare Option, hinter dem deutlich größeren iShares Core MSCI World UCITS ETF und dem Xtrackers MSCI World UCITS ETF. Bei den Kosten liegt er mit 0,12 Prozent pro Jahr gleichauf mit dem Xtrackers-Pendant und günstiger als der mit 0,20 Prozent deutlich teurere iShares Core MSCI World UCITS ETF. Bezieht man weitere kleinere Fonds in diesem Marktsegment mit ein, bewegen sich die Kosten zwischen 0,06 und 0,50 Prozent pro Jahr, wodurch dieser Fonds zu den attraktivsten Optionen zählt. Der Fonds thesauriert seine Erträge und wurde im Februar 2019 in Irland aufgelegt.

Was Unhedged im Namen wirklich bedeutet

Der Zusatz USD Unhedged weist darauf hin, dass der Fonds das natürliche Währungsrisiko des MSCI World Index nicht gegenüber dem Euro absichert. Da ein Großteil der im Index enthaltenen Unternehmen aus den USA stammt und damit in US-Dollar notiert, unterliegt der Fondswert entsprechenden Schwankungen, wenn sich der Euro-Dollar-Wechselkurs verändert. Das mag im Namen nach einer Besonderheit klingen, ist in der Praxis aber die Norm. Auch beispielsweise der iShares Core MSCI World UCITS ETF, der Xtrackers MSCI World UCITS ETF und praktisch jeder andere gängige MSCI-World-ETF tragen genau dasselbe Währungsrisiko, ohne es explizit im Namen zu führen. Der einzige Unterschied liegt darin, dass State Street, anders als andere Anbieter, für einige seiner Fonds auch währungsgesicherte Varianten anbietet und deshalb bei diesem Fonds ausdrücklich klarstellt, dass es sich um die ungesicherte Standardvariante handelt.

NVIDIA, Apple und Microsoft: Die Schwergewichte im Fonds

Die zehn größten Positionen vereinen 27,8 Prozent des Fondsvermögens. Größte Position ist mit 5,44 Prozent NVIDIA, das zuletzt sein Cloud-Gaming-Angebot GeForce NOW um Angebote speziell für die anstehende Schulzeit erweitert hat und sich gemeinsam mit weiteren Branchenführern der Open Secure AI Alliance für mehr Sicherheit bei der KI-Entwicklung angeschlossen hat. Auf Platz zwei folgt mit 5,12 Prozent Apple, das mit dem neuen Programm Apple Upgrade in den USA ein Abo-Modell für automatische iPhone-Updates gestartet hat. An dritter Stelle steht mit 3,54 Prozent Microsoft, das zuletzt starke Quartalszahlen vorlegte, getragen von der anhaltenden Stärke seines Cloud- und KI-Geschäfts. Diese Konzentration auf wenige, sehr große Technologiekonzerne ist eine direkte Folge der Marktkapitalisierungsgewichtung des Index:. Größere Unternehmen erhalten automatisch mehr Gewicht, und da die genannten Konzerne zu den wertvollsten der Welt zählen, dominieren sie zwangsläufig die Spitze des Fonds.

Warum die USA und die Technologiebranche den Fonds so stark prägen

Mit 68,6 Prozent entfällt der weit überwiegende Teil des Fonds auf die USA, mit deutlichem Abstand gefolgt von Japan mit 5,5 Prozent. Nach Sektoren führt Technologie mit 31 Prozent klar vor Finanzdienstleistungen mit 13,4 Prozent. Beide Konzentrationen erklären sich aus demselben Prinzip. Die USA stellen die mit Abstand größte und am höchsten bewertete Börse der Welt und innerhalb dieser Börse dominieren wenige, extrem wertvolle Technologiekonzerne die Marktkapitalisierung. Für Anleger bedeutet das, dass ein MSCI-World-Investment in der Praxis weit weniger breit gestreut ist, als der Name Welt-ETF zunächst vermuten lässt. Die Wertentwicklung hängt maßgeblich von der US-Konjunktur, der US-Geldpolitik sowie dem anhaltenden Erfolg weniger Technologiekonzerne ab.

Wann der Fonds stark läuft, und wann mit Rückschlägen zu rechnen ist

2022 verlor der Fonds 12,7 Prozent, ausgelöst durch die schnellen und massiven Leitzinserhöhungen der großen Notenbanken, die besonders hoch bewertete Technologiewerte überproportional trafen. Seit 2023 zeigt sich dagegen ein deutlich freundlicheres Bild. 2023 legte der Fonds um 19,6 Prozent zu und 2024 sogar um 26,5 Prozent, getragen vom aufkommenden KI-Boom, der die Gewinne der größten Technologiekonzerne kräftig antrieb. 2025 fiel die Rendite mit 7,2 Prozent moderater aus, dafür steht im laufenden Jahr bereits wieder ein Plus von 12,1 Prozent zu Buche. Der Fonds entwickelt sich typischerweise stark in Phasen sinkender oder stabiler Zinsen bei gleichzeitig kräftigem Gewinnwachstum großer Technologiekonzerne, während überraschend restriktive Geldpolitik oder allgemeine Konjunktursorgen zu den größten Risikofaktoren für Rückschläge zählen.

Warum die Schwankungsbreite der vergangenen Jahre höher ausfiel als aktuell

Die Volatilität liegt über ein Jahr bei 10,7 Prozent, über drei Jahre bei 13,1 Prozent und über fünf Jahre bei 14,7 Prozent. Die aktuelle Schwankungsbreite ist damit spürbar niedriger als im Fünfjahresdurchschnitt. Sowohl der pandemiebedingte Markteinbruch ab dem Frühjahr 2020 als auch der Zinsschock des Jahres 2022 sorgten für deutlich heftigere Kursausschläge als die vergangenen zwölf Monate, in denen sich die Märkte vergleichsweise geradlinig entwickelt haben. Der maximale Verlust der vergangenen fünf Jahre liegt bei minus 20,45 Prozent und stammt aus dem Zinsschock des Jahres 2022, während der maximale Verlust seit Auflage im Februar 2019 mit minus 33,88 Prozent noch höher ausfällt. Ein Wert, der auf den plötzlichen, aber kurzen Markteinbruch zu Beginn der Corona-Pandemie im März 2020 zurückgeht, als weltweite Lockdowns binnen weniger Wochen zu einem der schnellsten Kurseinbrüche der Börsengeschichte führten.

Für welche Strategie sich dieser MSCI-World-ETF eignet

Der Fonds eignet sich als zentraler, kostengünstiger Grundbaustein für ein klassisches Buy-and-Hold-Depot mit einer nahezu identischen Zusammensetzung wie die größeren, bekannteren Wettbewerber, aber zu einer der günstigsten Kostenquoten in diesem Marktsegment. Wer sich für diesen statt einen der bekannteren, größeren Anbieter entscheidet, verzichtet auf keinerlei inhaltliche Vorteile, sondern profitiert schlicht von der etwas günstigeren Kostenquote gegenüber dem größten Marktführer. Einschränkend bleibt die grundsätzliche, für jeden MSCI-World-ETF geltende Konzentration auf die USA und die Technologiebranche zu nennen, die Anleger im Blick behalten sollten, insbesondere wenn sie ihr Depot bewusst breiter über weitere Regionen streuen möchten.

Daniel Dünn, Redaktion TraderFox (finanzen.net)

Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Aktien-ETFs unterliegen Kursschwankungen, zwischenzeitliche Verluste sind möglich.

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