Nasdaq-100-ETF

iShares Nasdaq 100 ETF: Der mit Abstand größte Nasdaq-100-ETF angeführt von NVIDIA, Apple und Microsoft

07.08.26 08:45 Uhr

iShares Nasdaq 100 UCITS ETF (Acc) (IE00B53SZB19) analysiert: Chancen, Risiken und Marktlage 2026 | finanzen.net

Der größte Nasdaq-100-ETF im Test: nicht die günstigste Option, dafür aber eine der etabliertesten, mit einer Rendite, die zuletzt Jahr für Jahr kleiner wurde. Doch 2026 kommt die erneute Wende.

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Das Wichtigste in Kürze:

  • Mit 22,3 Milliarden Euro Fondsvolumen ist dieser Fonds mit Abstand der größte ETF auf den Nasdaq 100, auch wenn er nicht zu den günstigsten Varianten zählt.
  • Der Fonds verzeichnete bis 2025 eine Rendite, die jährlich kleiner wurde, bevor sie im laufenden Jahr wieder deutlich anzog.
  • Die zehn größten Positionen vereinen fast 48 Prozent des Fondsvermögens, angeführt von NVIDIA, Apple und Microsoft, den drei wertvollsten Technologiekonzernen der USA.

Der größte, aber nicht der günstigste Nasdaq-100-ETF

Der iShares Nasdaq 100 UCITS ETF (Acc) bildet den Nasdaq 100 Index nach, der die 100 größten, nicht dem Finanzsektor zugehörigen Unternehmen an der Technologiebörse Nasdaq bündelt, vor allem aus den Bereichen Computer-Hardware und -Software, Telekommunikation, Einzel- und Großhandel sowie Biotechnologie. Mit einem Fondsvolumen von 22,3 Milliarden Euro ist dieser Fonds mit Abstand der größte unter allen verfügbaren Nasdaq-100-ETFs, deutlich vor dem Invesco EQQQ Nasdaq-100 UCITS ETF und dem Amundi Core Nasdaq-100 Swap UCITS ETF. Bei den Kosten liegt er mit 0,30 Prozent pro Jahr auf demselben Niveau wie die meisten anderen Vertreter der Top 5, günstiger ist unter den größeren Anbietern nur der Amundi-Fonds mit 0,22 Prozent. Dahinter folgen weitere, kleinere Varianten mit Kosten zwischen 0,13 und 0,25 Prozent. Der Fonds zählt damit gemeinsam mit den anderen Marktführern zu den teureren Optionen, um in die 100 größten Technologie- und IT-Unternehmen der USA zu investieren, dafür aber auch zu den etabliertesten und liquidesten, aufgelegt bereits im Januar 2010. Der Fonds repliziert seinen Index physisch und vollständig und thesauriert seine Erträge.

Worauf Anleger mit diesem Fonds setzen

Die zehn größten Positionen vereinen 47,4 Prozent des Fondsvermögens. Wer diesen Fonds kauft, setzt damit im Kern auf die anhaltende Innovationskraft und Marktmacht der größten US-Technologiekonzerne, von Chipherstellern über Softwarekonzerne bis zu Internet- und E-Commerce-Unternehmen, verzichtet aber bewusst auf die breitere Branchenstreuung eines klassischen S&P-500- oder Welt-ETFs, da der Finanzsektor im Nasdaq 100 per Definition komplett fehlt.

NVIDIA, Apple und Microsoft: Wie sie zu den wertvollsten Tech-Konzernen der USA wurden

Größte Position ist NVIDIA mit 8,14 Prozent. Der Konzern hat seine Marktkapitalisierung durch seine über Jahre gewachsene technologische Vorreiterrolle bei Grafikprozessoren erreicht, die sich mit dem Aufstieg der künstlichen Intelligenz als praktisch unverzichtbare Basistechnologie für das Training und den Betrieb von KI-Modellen erwiesen hat. Aktuell profitiert NVIDIA am stärksten vom branchenweiten Ausbau der KI-Rechenzentren durch nahezu alle großen Technologiekonzerne der Welt. Auf Platz zwei folgt mit 7,27 Prozent Apple, dessen Wert über Jahrzehnte durch die weltweite Verbreitung seiner Geräte sowie ein zunehmend margenstarkes, auf wiederkehrende Erlöse ausgerichtetes Dienstleistungsgeschäft gewachsen ist. Weiterhin treibt vor allem der Ausbau dieses Dienstleistungsgeschäfts das Wachstum des Konzerns. An dritter Stelle steht mit 5,30 Prozent Microsoft, dessen enormer Unternehmenswert auf der dominanten Stellung seiner Cloud-Plattform Azure sowie der breiten Verankerung seiner Software in Unternehmen weltweit beruht. Momentan profitiert der Konzern besonders stark vom Ausbau seines KI-Geschäfts rund um Copilot und die eigene Cloud-Infrastruktur. Dahinter folgen beispielsweise mit Micron Technology, Amazon und AMD weitere Schwergewichte, die das Bild eines stark technologielastigen Fonds abrunden.

Warum die Rendite jährlich kleiner wurde, und weshalb sie jetzt wieder anzieht

2023 legte der Fonds um 49,1 Prozent zu, 2024 um 33,3 Prozent und schließlich 2025 nur noch um 6,6 Prozent, eine Rendite, die von Jahr zu Jahr kleiner wurde. Dieser Trend erklärt sich damit, dass der anfängliche, besonders kräftige Schub des KI-Booms in den Jahren 2023 und 2024 auf ein bereits deutlich höheres Kursniveau traf, wodurch die prozentualen Zuwächse rechnerisch geringer ausfielen, auch wenn die absoluten Unternehmensgewinne weiterhin wuchsen. Im laufenden Jahr zeigt sich mit 13,5 Prozent wieder eine deutliche Beschleunigung, getragen von neuen Rekordinvestitionen der großen Technologiekonzerne in KI-Infrastruktur sowie von bereits vorgenommenen Leitzinssenkungen der US-Notenbank, die Aktien im Vergleich zu Anleihen erneut attraktiver machen. Dass es auch kurzfristig heftig bergab gehen kann, zeigt das Jahr 2022 mit einem Verlust von 28,5 Prozent, ausgelöst durch die schnellen und massiven Leitzinserhöhungen der US-Notenbank, die besonders hoch bewertete Technologiewerte überproportional trafen, da deren künftige Gewinne bei höheren Zinsen rechnerisch weniger wert sind.

Warum die Schwankungsbreite über dem eines Welt-ETFs liegt

Die Volatilität liegt über ein Jahr bei 18,3 Prozent, über drei Jahre bei 20,5 Prozent und über fünf Jahre bei 23,1 Prozent, deutlich höher als bei einem breiten Welt-ETF, aber niedriger als bei noch stärker spezialisierten Themen-ETFs wie reinen Halbleiter-Fonds. Der Grund für die erhöhte Schwankungsbreite liegt in der Konzentration auf wenige, hoch bewertete Technologiewerte sowie dem vollständigen Verzicht auf den in der Regel stabilisierenden Finanzsektor. Der maximale Verlust der vergangenen fünf Jahre liegt bei minus 31,43 Prozent und entspricht damit exakt dem maximalen Verlust seit Auflage im Jahr 2010, ein Beleg dafür, dass der Zinsschock des Jahres 2022 den tiefsten Einbruch in der gesamten Geschichte dieses Fonds markiert, tiefer sogar als der kurze, aber heftige Markteinbruch zu Beginn der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020.

Für welche Strategie sich dieser Nasdaq-100-ETF eignet

Der Fonds eignet sich als gezielte Beimischung für Anleger, die bewusst und konzentriert auf die US-Technologiebranche setzen möchten und dafür bereit sind, eine im Vergleich zu breiter gestreuten US- oder Welt-ETFs deutlich höhere Schwankungsbreite in Kauf zu nehmen. Wegen der fehlenden Branchenstreuung und der ausschließlichen Fokussierung auf ein einzelnes Land eignet er sich nicht als alleiniger Grundbaustein eines Portfolios, sondern sollte stets als Ergänzung zu einem bereits breiter aufgestellten Depot verstanden werden. Wer besonderen Wert auf Liquidität, Fondsgröße und eine lange, etablierte Historie legt, findet mit diesem Fonds trotz der im Vergleich etwas höheren Kosten den größten und meistgehandelten Zugang zu genau diesem Marktsegment.

Daniel Dünn, Redaktion TraderFox (finanzen.net)

Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Aktien-ETFs unterliegen Kursschwankungen, zwischenzeitliche Verluste sind möglich. Die Konzentration auf eine einzelne Branche kann das Risiko im Vergleich zu breit gestreuten Fonds deutlich erhöhen.

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Bildquellen: Aleksandra Gigowska / Shutterstock.com, LuFeTa / Shutterstock.com

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