Xtrackers MSCI USA: Größter und zugleich günstigster ETF auf einen Index zugleich, eine seltene Kombination

Für 0,03 Prozent laufende Kosten im Jahr ist dieser Fonds nicht nur der größte, sondern auch der günstigste ETF auf den MSCI USA Index. Ein Preis, der auch über alle ETF-Kategorien hinweg kaum zu unterbieten ist.
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Das Wichtigste in Kürze:
- Mit 11,3 Milliarden Euro Fondsvolumen und nur 0,03 Prozent laufenden Kosten ist dieser Fonds zugleich der größte und der günstigste ETF auf den MSCI USA Index, eine Kombination, die selbst unter allen ETF-Kategorien selten ist.
- 2022 verlor der Fonds 14,74 Prozent, 2024 dagegen 32,67 Prozent, eine Schwankungsbreite, die Anleger bei einem reinen USA-Investment einplanen sollten.
- Der maximale Kursrückgang seit Auflage vor zwölf Jahren fällt kaum höher aus als bei einem breiten Welt-ETF.
Größter und günstigster USA-ETF zugleich: Wie der Fonds zusammengesetzt ist
Der Xtrackers MSCI USA UCITS ETF 1C bildet den MSCI USA Index nach, der große und mittelgroße US-Unternehmen bündelt, ein etwas breiteres Universum als der bekanntere S&P 500, da er zusätzlich einige mittelgroße Werte einschließt. Der Fonds repliziert seinen Index physisch und vollständig und thesauriert seine Erträge. Bei den Kosten liegt er mit 0,03 Prozent pro Jahr nicht nur unter allen ETFs auf den MSCI USA am günstigsten, sondern zählt damit auch über sämtliche ETF-Kategorien hinweg zu den preiswertesten verfügbaren Produkten überhaupt. Gleichzeitig ist er mit 11,3 Milliarden Euro Fondsvolumen auch der größte Anbieter auf diesen Index, deutlich vor dem Invesco MSCI USA UCITS ETF und dem iShares MSCI USA Swap UCITS ETF. Diese Kombination aus größtem und zugleich günstigstem Fonds auf denselben Index ist eher selten, meist erkaufen sich Anleger die Sicherheit eines besonders großen, etablierten Fonds mit etwas höheren Kosten. Hier fällt diese Abwägung weg, was den Fonds sowohl für kostenbewusste als auch für sicherheitsorientierte Anleger gleichermaßen attraktiv macht. Aufgelegt wurde der Fonds bereits im Mai 2014 und verfügt damit über eine gut zwölfjährige Historie.
NVIDIA, Apple und Microsoft: Die Schwergewichte im Fonds
Die zehn größten Positionen vereinen 36,51 Prozent des Fondsvermögens. Größte Position ist mit 7,51 Prozent NVIDIA. Der Chiphersteller hat zuletzt auf dem AI-Gipfel in Südkorea gemeinsam mit lokalen Partnern die eigene KI-Zukunftsstrategie für das Land vorgestellt und zudem eine neue Erweiterung für sein Cloud-Gaming-Angebot GeForce NOW angekündigt. Auf Platz zwei folgt mit 6,76 Prozent Apple, das seine Kartendienste künftig zur Navigationslösung für die neue Ford-Elektrofahrzeugplattform machen wird, ein weiterer Schritt zur stärkeren Verzahnung von Apple-Diensten mit Drittanbieter-Hardware. An dritter Stelle steht mit 4,13 Prozent Microsoft, das seine Partnerschaft mit Databricks ausgebaut hat, um Unternehmen dabei zu helfen, geschäftlichen Kontext direkt in ihre KI-Anwendungen einzubinden. Dahinter folgen unter anderem mit Amazon, Alphabet und Broadcom weitere Schwergewichte, die das Bild eines stark technologielastigen US-Aktienmarkts abrunden.
Worauf Anleger mit diesem Fonds setzen, und wann er als Depotbaustein sinnvoll ist
Nach Sektoren führt Technologie mit 38,21 Prozent deutlich vor Telekommunikation mit 9,93 Prozent und Finanzdienstleistungen mit 9,46 Prozent. Wer diesen Fonds kauft, setzt damit gezielt und ausschließlich auf die US-Wirtschaft, ohne die zusätzliche Streuung über andere Industrieländer, wie sie ein MSCI-World-ETF bietet. Das kann in mehreren Fällen sinnvoll sein: etwa für Anleger, die ihr Depot bewusst modular aus einzelnen Regionen zusammenstellen möchten, den USA-Baustein gezielt mit eigenen ETFs auf Schwellenländer und Europa ergänzen und dadurch die Ländergewichtung selbst steuern wollen, statt sich auf die automatische, stark USA-lastige Gewichtung eines Welt-ETFs zu verlassen. Auch für Anleger, die gezielt von der wirtschaftlichen und technologischen Innovationskraft der USA profitieren möchten, ohne einen eigenen Welt-ETf komplett zu ersetzen, kann eine gezielte Beimischung dieses Fonds sinnvoll sein. Wichtig dabei: Dieser Fonds sollte niemals die einzige Position im Depot sein, da er ausschließlich von der Entwicklung eines einzigen Landes abhängt. Wer die USA übergewichten möchte, sollte das bewusst als Ergänzung zu einer bereits global gestreuten Basis tun, nicht als vollständigen Ersatz dafür.
Starke und schwache Jahre im Wechsel: Wann mit welcher Entwicklung zu rechnen ist
Die Renditehistorie zeigt ein typisches Muster für einen konzentrierten US-Technologie-ETF: 2022 verlor der Fonds 14,74 Prozent, ausgelöst durch die schnellen und massiven Leitzinserhöhungen der US-Notenbank, die besonders hoch bewertete Technologiewerte unter Druck setzten. 2023 und 2024 folgten mit 22,33 und 32,67 Prozent zwei außergewöhnlich starke Jahre, getragen vom aufkommenden KI-Boom und den damit einhergehenden Rekordgewinnen der größten Technologiekonzerne. 2025 fiel mit nur 3,84 Prozent deutlich schwächer aus, bevor sich im laufenden Jahr mit 12,06 Prozent wieder eine überdurchschnittliche Entwicklung zeigt. Für Anleger lässt sich daraus ableiten: Starke Jahre fallen typischerweise in Phasen sinkender oder stabiler Zinsen bei gleichzeitig kräftigem Gewinnwachstum der großen Technologiekonzerne, während Schwächephasen meist mit überraschend restriktiver Geldpolitik, enttäuschenden KI-Investitionsergebnissen oder einer allgemeinen Konjunkturabkühlung einhergehen.
Warum der maximale Kursrückgang kaum höher ausfällt als bei einem Welt-ETF
Bemerkenswert ist, dass der maximale Kursrückgang seit Auflage vor zwölf Jahren mit minus 34,06 Prozent nur wenig über dem eines breiten MSCI-World-ETFs liegt, obwohl dieser Fonds ausschließlich auf ein einzelnes Land konzentriert ist. Das lässt sich damit erklären, dass US-Aktien inzwischen ohnehin den mit Abstand größten Anteil praktisch jedes MSCI-World-ETFs ausmachen, wodurch sich die Kursentwicklung beider Fondstypen in Krisenphasen historisch stark angeglichen hat. Auch über drei und fünf Jahre liegt der maximale Verlust mit minus 22,97 Prozent in einem für einen Aktien-ETF nicht ungewöhnlichen Rahmen. Bei der Volatilität zeigt sich die Konzentration auf ein Land und vor allem auf die Technologiebranche etwas deutlicher: Sie liegt über ein Jahr bei 12,59 Prozent und über fünf Jahre bei 17,83 Prozent, etwas höher als bei einem breiten Welt-ETF, aber nicht in einem besorgniserregenden Ausmaß, sondern im für konzentrierte Länder-ETFs üblichen Bereich.
Für welche Strategie sich dieser USA-ETF eignet
Der Fonds eignet sich als gezielter, besonders kostengünstiger Baustein für Anleger, die ihr Depot modular aus einzelnen Regionen zusammenstellen oder ihre USA-Gewichtung gegenüber einem klassischen Welt-ETF bewusst steuern möchten, kombiniert mit eigenen Positionen in Schwellenländern und Europa. Wegen der ausschließlichen Konzentration auf ein einzelnes Land und dessen dominante Technologiebranche eignet er sich dagegen nicht als alleiniges Investment, sondern sollte stets Teil eines breiter aufgestellten Gesamtdepots sein. Wer diese Einschränkung kennt und gezielt von der wirtschaftlichen und technologischen Stärke der USA profitieren möchte, findet mit diesem Fonds einen der günstigsten und größten verfügbaren Zugänge zu genau diesem Markt.
Daniel Dünn, Redaktion TraderFox (finanzen.net)
Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Aktien-ETFs unterliegen Kursschwankungen, zwischenzeitliche Verluste sind möglich. Die Konzentration auf ein einzelnes Land kann das Risiko im Vergleich zu breit gestreuten Fonds erhöhen.
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