Mittelstand sieht Nachbesserungsbedarf beim Fondsstandortgesetz


Von Andreas Kißler

BERLIN (Dow Jones)--Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) hat eine Änderung an Steuerregeln in dem von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) geplanten Fondsstandortgesetz gefordert, um Nachteile für Start-up-Unternehmen zu verhindern. "Die Vergabe virtueller Anteile an Start-ups ist für Gründer ein zentrales Werkzeug, um gute Mitgründer und Mitarbeiter in einer frühen Phase gewinnen zu können", erklärte der Start-up-Experte des Verbandes, Florian Eismann. Im Gegensatz zu echten Anteilen seien damit zwar keine Stimmrechte verbunden, jedoch partizipierten die Anteilseigner im Zuge eines Verkaufs des Unternehmens.

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"Das aktuelle Problem ist jedoch, dass die virtuellen Anteile steuerlich anders behandelt werden als echte Anteile", erklärte er. "Dadurch entsteht für Gründer und Mitarbeiter eine hohe Steuerlast, bevor sie überhaupt Geld aus dem Verkauf ihrer Anteile einnehmen." Der Verband fordere daher, "hier für mehr für Gerechtigkeit und Standortattraktivität zu sorgen, in dem man virtuelle Anteile erst im Liquiditätszufluss besteuert". Alternativ hierzu biete sich eine Möglichkeit der Steuerstundung an, was der Bundesfinanzminister aber nur für echte Anteile in seinem Gesetzesentwurf vorsehe.

Mit dem Ende Januar vom Kabinett beschlossenen Gesetz soll Deutschland laut Scholz "attraktiver und wettbewerbsfähiger" als Fondsstandort werden und die Start-up-Szene so unterstützen. Unter anderem sollen künftig Mitarbeiterkapitalbeteiligungen steuerlich gefördert werden. Auch der Koalitionspartner Union hat allerdings bereits Nachbesserungen angemahnt, und aus der Opposition ist scharfe Kritik an den Plänen gekommen.

Kontakt zum Autor: andreas.kissler@wsj.com

DJG/ank/mgo

(END) Dow Jones Newswires

March 09, 2021 09:10 ET (14:10 GMT)

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