Welche Versicherungen Azubis wirklich brauchen

Mit dem Start der Ausbildung beginnt ein neuer Lebensabschnitt - und plötzlich stehen Fragen im Raum, die vorher die Eltern beantwortet haben. Welche Versicherungen sind wirklich nötig und bei welchen kann man noch warten? Eine Orientierung für Berufsanfänger.
Die drei Pflicht-Versicherungen für jeden Azubi
Die wichtigsten Versicherungen für Auszubildende sind schnell aufgezählt: Krankenversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung und Privathaftpflichtversicherung. Wie aus dem Beitrag der Deutschen Presse-Agentur hervorgeht, nennt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen genau diese drei Versicherungen als die wichtigsten für Berufseinsteiger.
Bei der Krankenversicherung haben Auszubildende keine Wahl - sie ist gesetzlich vorgeschrieben. Mit Ausbildungsbeginn sind Jugendliche nicht mehr über die Eltern krankenversichert und müssen sich für eine eigene Krankenkasse entscheiden. Andernfalls legt der Arbeitgeber eine Krankenkasse für den neuen Mitarbeiter fest. Die Privathaftpflichtversicherung wirkt anfangs noch über die Versicherung der Eltern, solange man zur Schule geht oder eine Berufsausbildung absolviert. Fällt dieser Schutz jedoch weg, brauchen Auszubildende unbedingt eine eigene Police.
Berufsunfähigkeitsversicherung: Je früher, desto günstiger
Besonders wichtig, aber oft unterschätzt, ist die Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie garantiert eine monatliche Rente, falls man aufgrund von Krankheit oder Unfall den erlernten Beruf nicht mehr ausüben kann. Bianca Boss, Vorständin vom Bund der Versicherten, rät dazu, diese Versicherung möglichst früh abzuschließen. Der Grund ist einleuchtend: Die Beitragshöhe hängt davon ab, in welchem Alter und mit welchen Vorerkrankungen die Versicherung abgeschlossen wird.
Laut der Verbraucherzentrale können sich Beschäftigte nicht allein auf die staatliche Unterstützung verlassen. Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente gibt es für alle nach dem 1. Januar 1961 Geborenen nur dann, wenn sie überhaupt nicht mehr arbeiten können - unter Umständen müssen sie auch schlechter bezahlte Stellen annehmen, die nicht ihrem Ausbildungsniveau entsprechen. Gerade Jüngere profitieren bei Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung von günstigen Konditionen, da sie weniger Vorerkrankungen aufweisen.
Weitere sinnvolle Absicherungen je nach Situation
Wer mit dem eigenen Auto zur Arbeit fährt, kommt um eine Kfz-Haftpflichtversicherung nicht herum - sie ist gesetzlich vorgeschrieben. Eine Kaskoversicherung kann zusätzlich sinnvoll sein, besonders wenn das Fahrzeug durch einen Kredit finanziert ist. Mit einer Teilkaskoversicherung ist das Auto bereits gegen Beschädigung, Zerstörung oder Verlust geschützt, bei einer Vollkaskoversicherung sogar bei Vandalismus und selbst verschuldeten Unfällen.
Für Auszubildende, die eine eigene Wohnung beziehen, kann eine Hausratversicherung wichtig werden. Die Erstausstattung kostet schnell mehrere tausend Euro und sollte gegen Feuer, Leitungswasser, Sturm, Hagel, Diebstahl und Vandalismus abgesichert werden. Viele andere Versicherungen sind dagegen in der Ausbildung noch nicht notwendig: Zusatzversicherungen zur Krankenversicherung oder eine Krankentagegeldversicherung sollten erst abgeschlossen werden, wenn alle wichtigen Lebensrisiken abgesichert sind.
Dominik Maier, Redaktion finanzen.net
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