Social Media und Geldanlage: Wie Finfluencer den Markt beeinflussen

Finfluencer haben das Potenzial, Finanzwissen zugänglicher zu machen. Doch die Qualität ihrer Inhalte variiert stark und mangelnde Regulierung kann zu Interessenkonflikten sowie falschen Versprechen führen.
Chancen der Finfluencer
Finfluencer ermöglichen einen kostenlosen und einfachen Einstieg in komplexe Finanzthemen besonders für Menschen, die bisher wenig mit traditionellen Beratungsangeboten zu tun hatten. Laut einem Beitrag von Business Insider sehen Experten darin eine reale Chance, um einen Überblick zu Finanzthemen zu bekommen.
Außerdem können gerade junge Menschen davon profitieren, wenn sie bislang kaum Zugang zu fundierter finanzieller Bildung hatten. Auch die Weber Wirtschaftsberatung konstatiert, dass viele der 18- bis 45-Jährigen soziale Medien als eine vertrauenswürdige Quelle betrachten. Finfluencer seien für viele eine akzeptable Alternative zur professionellen Beratung geworden.
Risiken
Ein zentrales Problem besteht darin, dass viele Finfluencer weder über verlässliche Qualifikationen noch über eine Zulassung verfügen. Inhalte sind häufig stark verallgemeinert und nicht auf individuelle Lebenssituationen zugeschnitten.
Des Weiteren sind Interessenkonflikte häufig verborgen: Empfehlungen können durch Provisionen, eigene Investments oder durch bezahlte Kooperationen beeinflusst sein, ohne dass dies transparent gekennzeichnet wird.
Die Finanzaufsicht BaFin warnt vor Risiken wie übertriebenen Gewinnversprechen, der Verharmlosung von Risiken und dem Einsatz psychologischer Tricks wie FOMO ("fear of missing out").
So erkennt man seriöse Finfluencer
Seriöse Finfluencer zeigen nicht nur offen, wer sie sind und welche Ausbildung oder Erfahrungen sie im Finanzbereich haben, sondern ob und wie sie finanziell mit ihren Empfehlungen verbunden sind.
Ein Impressum, klare Quellenangaben für Aussagen, Transparenz in Bezug auf Vergütung und Werbung sowie eine ausgewogene Darstellung von Chancen und Risiken sind wichtige Indikatoren.
Es ist ratsam, Empfehlungen einfach in mehreren unterschiedlichen, unabhängigen Quellen zu prüfen und sich nicht von hoher Reichweite oder luxuriösen Inszenierungen blenden zu lassen, so Business Insider.
Redaktion finanzen.net
Weitere News
Bildquellen: metamorworks / Shutterstock.com