Was viele Menschen heimlich Online-Shoppen - und vor wem sie es verheimlichen

Heimliches Online-Shoppen gehört für viele Menschen längst zum Alltag, aufgrund des Elternhauses oder des eigenen Partners.
Zwischen Lust und schlechtem Gewissen
Das heimliche Shoppen ist selten ein bloßer Impuls, sondern häufig ein Balanceakt zwischen Freude am Konsum und einem Anflug von Verlegenheit. Während der Kauf neuer Kleidung, Technik oder Kosmetik einen kurzen Moment von Glück auslöst, schleicht sich oft auch ein schlechtes Gewissen ein. Viele fürchten, für ihre Ausgaben kritisiert zu werden oder als verschwenderisch zu gelten.
Wenn Konsum zur Gratwanderung wird
Laut einer Umfrage von YouGov im Auftrag des Onlinehändlers Galaxus hat die Hälfte der Erwachsenen in Europa zumindest einmal etwas heimlich gekauft. Am häufigsten, 56 Prozent, bleiben geheime Einkäufe laut Galaxus vor der Partnerin oder dem Partner verborgen, weil in engen Beziehungen ein Blick ins Konsumverhalten als bedrohlich empfunden wird. An zweiter Stelle finden 38 Prozent der Befragten den Schritt, vor den Eltern zu erklären, schwierig, vor allem, wenn es um Produkte geht, die als intim oder peinlich gelten. Menschen in Italien gaben sogar an, mehr Einkäufe vor ihren Eltern zu verheimlichen, als vor ihrem Partner.
Tabuthemen und kleine Laster
Als besonders tabu gelten laut Galaxus Erotikartikel: Ein Drittel der befragten Erwachsenen würde Sexspielzeug oder Gleitgel ungern offen kaufen. Dahinter folgen Fast Food und Süßigkeiten, ebenso Kleidung oder Schuhe, deren Sichtbarkeit anderen ein peinliches Gefühl bereiten könnte. Auch Intimhygieneprodukte und Medikamente gehören zu den Kategorien, die oft im Verborgenen verbleiben. Auch hier zeigen sich Unterschiede im Ländervergleich: In Frankreich ist der Kauf von Erotikartikeln weniger peinlich, während Fast Food und Süßigkeiten Scham hervorrufen. In Deutschland, Italien und der Schweiz zeigt sich genau das Gegenteil.
Wo der Kauf anonymer wirkt
Mehr als die Hälfte (59 Prozent) der Befragten stimmten zu, dass sie den Onlinekauf gegenüber dem Ladenkauf bevorzugen, wenn es um Diskretion der gewählten Produkte geht. Hierbei spielt für die Mehrheit auch eine neutrale Verpackung eine wichtige Rolle. Laut Simple Global handelt es sich um Kartons ohne besonderes Branding oder detaillierte Produktnamen im Versandetikett. So lässt sich kaum deuten, was sich in dem Paket befindet, und die Bestellung kann sorgenfrei vom Partner oder den Nachbarn angenommen werden.
Paul Schütte, Redaktion finanzen.net
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