Richtwerte

Taschengeldempfehlungen angehoben: Das sollten Eltern wissen

10.04.26 21:39 Uhr

Mehr Taschengeld für Kinder? Neue Empfehlungen im Überblick | finanzen.net

Die Taschengeldempfehlungen für das Jahr 2025 sind angepasst worden. Das Deutsche Jugendinstitut (DJI) und das Bundesfamilienministerium haben die Richtwerte an die gestiegenen Lebenshaltungskosten und die Inflation angepasst.

Ab welchem Alter Taschengeld sinnvoll ist

Ein Taschengeld lohnt sich bereits ab einem Alter von etwa vier bis fünf Jahren. In diesem Alter sind es noch kleine Beträge, die wöchentlich ausgezahlt werden, um den grundlegenden Umgang mit Geld zu vermitteln. Mit zunehmendem Alter und steigenden Bedürfnissen wächst auch die Höhe des Taschengeldes. Kinder stehen zunehmend vor finanziellen Herausforderungen im Alltag und dem sozialen Umfeld, was den Umgang mit Geld unerlässlich macht. Ab etwa zehn Jahren empfiehlt sich die Umstellung auf eine monatliche Auszahlung, da Kinder und Jugendliche dann eher in der Lage sind, ihr Geld langfristiger einzuteilen und für größere Wünsche zu sparen.

Aktuelle Taschengeldtabelle 2025

Für Kinder unter sechs Jahren empfiehlt sich laut den Empfehlungen des Deutschen Jugendinstituts und weiterer Fachstellen, eine wöchentliche Auszahlung zwischen ein und zwei Euro. Im Grundschulalter steigen die Beträge auf zwei bis vier Euro pro Woche. Ab dem zehnten Lebensjahr wird das Taschengeld monatlich gezahlt, beginnend bei 20 Euro und steigert sich stufenweise bis zu 75 Euro für volljährige Jugendliche, die noch wirtschaftlich von ihren Eltern abhängig sind.

Wöchentlich oder monatlich auszahlen?

Kleine Kinder sollten Taschengeld besser wöchentlich erhalten. Diese Zahlungshäufigkeit entspricht dem Entwicklungsstand, da junge Kids ihren Umgang mit Geld noch nicht über längere Zeiträume planen können. Ab der weiterführenden Schule ist eine Umstellung auf monatliche Zahlung ratsam. Jugendliche lernen dadurch, das Geld über einen längeren Zeitraum einzuteilen und größere Ausgaben besser zu planen. So unterstützt Taschengeld nicht nur die finanzielle Kompetenz, sondern auch die Entwicklung von Selbstorganisation und Verantwortungsbewusstsein.

Taschengeld als Werkzeug zur Finanzbildung

Taschengeld ist mehr als nur Geld zum Ausgeben. Es ist ein pädagogisches Werkzeug, das Kindern hilft, den Wert von Geld zu verstehen, Prioritäten zu setzen und den Unterschied zwischen Wünschen und Notwendigkeiten zu erkennen. Dabei wird empfohlen, das Taschengeld nicht als Belohnung oder Strafe einzusetzen. Fehler beim Umgang mit Geld sind ausdrücklich erwünscht, denn sie bieten wichtige Lernerfahrungen und fördern die Eigenverantwortung. Studien und Experten weisen darauf hin, dass genau solche Erfahrungen zur Reife beitragen, weil sie Kindern zeigen, dass Geld nicht unbegrenzt zur Verfügung steht.

Paul Schütte, Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Syda Productions / Shutterstock.com