Stromfresser

Kühlung nicht das Problem: Wieso nicht die Klimaanlage die meiste E-Auto-Reichweite frisst


Kühlung nicht das Problem: Wieso nicht die Klimaanlage die meiste E-Auto-Reichweite frisst

Wenn die Temperaturen steigen, geraten viele Elektroautofahrer in Sorge - nicht wegen der Hitze selbst, sondern wegen der Klimaanlage. Die Angst: Dass sie unterwegs zu viel Strom verbraucht. Doch aktuelle Messungen und Analysen zeigen ein ganz anderes Bild. Es ist nicht die Kühlung, die die Reichweite am stärksten drückt.

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Kühlung ist nicht das Problem

Lange galt die Klimaanlage als eine der Hauptverdächtigen, wenn es darum ging, die Reichweite von Elektroautos bei sommerlichen Temperaturen zu erklären. Doch ein Praxistest des ADAC bringt nun mehr Klarheit. Ein Tesla Model Y wurde unter Extrembedingungen getestet - acht Stunden bei 35 Grad Außentemperatur, direkter Sonneneinstrahlung und durchgehend laufender Klimaanlage. Das Ergebnis fiel erstaunlich unspektakulär aus. Der Stromverbrauch für die Kühlung lag konstant bei 1,3 bis 1,5 Kilowatt pro Stunde. Auf den Akku hochgerechnet entspricht das einem Reichweitenverlust von rund 64 Kilometern, also etwa 16 Prozent der Batteriekapazität. Die Klimaanlage mag Strom ziehen, doch in einem überschaubaren Maß.

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Entscheidend ist das Tempo

Wo der Energieverbrauch wirklich aus dem Ruder laufen kann, zeigt eine großangelegte Analyse des Telematik-Spezialisten Geotab. Über drei Millionen Fahrten wurden ausgewertet - bei sommerlichen Bedingungen und mit Fokus auf reale Verbrauchsdaten. Das Ergebnis: Je höher die Geschwindigkeit, desto stärker schrumpft die Reichweite. Ein Transporter mit einer 65-Kilowattstunden-Batterie verliert bei Tempo 128 gegenüber Tempo 80 fast 40 Prozent an Reichweite. Auch bei klassischen Limousinen liegt der Unterschied noch bei gut 28 Prozent. Dahinter steckt keine komplexe Technik, sondern einfache Physik. Der Luftwiderstand steigt mit dem Quadrat der Geschwindigkeit. Wer doppelt so schnell fährt, muss mit dem vierfachen Energieaufwand rechnen. Und dieser Effekt schlägt bei Elektroautos besonders spürbar durch, vor allem bei großen oder schlecht aerodynamischen Modellen.

Langsamer fahren, weiter kommen

Dass sich ein moderates Tempo auszahlt, bestätigt auch ein Artikel von Charlotte Argue von Geotab. Bereits 16 bis 24 Kilometer pro Stunde weniger auf dem Tacho können die Reichweite um über 20 Prozent verbessern, erklärt die Expertin. Die Wirkung ist messbar - und für Pendler, Vielfahrer und Urlauber mit Zwischenladestopps ein relevanter Faktor. Wer das Maximum aus einer Akkuladung herausholen will, muss also nicht auf Klimatisierung verzichten, sondern den Fuß etwas vom Pedal nehmen. Das gilt auf Landstraßen genauso wie auf Autobahnen.

Weitere Faktoren

Neben dem Fahrverhalten spielt auch das Wetter eine Rolle. Bei frostigen Temperaturen bricht die Reichweite vieler Elektroautos ein. Laut einer weiteren Auswertung von Geotab liefern Fahrzeuge bei minus 15 Grad im Schnitt nur noch 54 Prozent der WLTP-Reichweite. Im Idealbereich um die 20 Grad können sie diese sogar leicht übertreffen, so laut Geotab. Ein weiteres Mittel zur Effizienzsteigerung ist die sogenannte Vorkonditionierung. Dabei wird das Auto - während es noch am Strom hängt - auf die richtige Betriebs- und Innenraumtemperatur gebracht. Wer diese Funktion nutzt, spart Energie im Fahrbetrieb, insbesondere bei extremen Außentemperaturen. Auch der Fahrstil macht sich bemerkbar: Sanftes Beschleunigen, weniger abruptes Bremsen und gezielte Rekuperation können spürbar Reichweite zurückgewinnen, erklärt Geotab.

Paul Schütte, Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Daniel Krason / Shutterstock.com

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02.10.26 Tesla Neutral JP Morgan Chase & Co.
28.09.26 Tesla Neutral JP Morgan Chase & Co.
25.09.26 Tesla Outperform RBC Capital Markets
24.09.26 Tesla Neutral UBS AG

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