Aktien vor Mega-Fusion? Warum Dan Ives SpaceX und Tesla vereint sieht
Wedbush-Analyst Dan Ives traut den beiden Musk-Konzernen SpaceX und Tesla einen gemeinsamen Weg zu und setzt dafür eine Wahrscheinlichkeit an, die kaum Raum für Zweifel lässt.
Werte in diesem Artikel
- Dan Ives sieht Tesla und SpaceX mit über 80 Prozent Wahrscheinlichkeit vereint
- Physische KI und Robotik bilden für ihn den Kern der gemeinsamen Story
- Wie ein Zusammenschluss aussehen könnte, lässt der Analyst offen
Wie Börsenkenner Dan Ives im Podcast „The Compound“ erklärt, hält er eine Fusion von Tesla und SpaceX für sehr wahrscheinlich und traut dem vereinten Konzern zu, nach Börsenwert zum größten Unternehmen der Welt aufzusteigen. Die Chance auf einen Zusammenschluss innerhalb der kommenden eineinhalb Jahre beziffert er auf über 80 Prozent. Seine Einschätzung fiel im Rahmen einer breiteren Debatte darüber, ob die von künstlicher Intelligenz getragene Hausse an den Aktienmärkten noch weiter laufen kann. Gemeinsam mit Tom Lee von Fundstrat reagierte Ives dabei auf einen Ausverkauf bei Halbleiterwerten, der genau diese Frage unter Anlegern wieder aufgeworfen hatte.
Warum Ives beide Musk-Konzerne zusammenwachsen sieht
Seine These stützt Ives auf die wachsende technologische Nähe der beiden Unternehmen. Tesla und SpaceX rückten bei Technologie und Dateninfrastruktur immer enger zusammen, sagte er im Podcast, die beiden Firmen von Elon Musk verbinde weit mehr als nur der gemeinsame Gründer. Ein Zusammenschluss böte Anlegern nach seiner Lesart einen Weg, an den KI-Initiativen beider Konzerne gleichzeitig teilzuhaben. Teslas KI-Ambitionen und das Raketen- und Satellitengeschäft von SpaceX wären dann unter einem einzigen Ticker gebündelt. Seine Erwartung bringt Ives dabei ohne Umschweife auf den Punkt: „Tesla und SpaceX fusionieren am Ende.“
Physische KI als Klammer für die Tesla-Aktie
Den gemeinsamen Nenner sieht Ives in der sogenannten physischen KI, also in autonomen Systemen und Robotik. Dieses Feld stuft er als das wichtigste Ziel der gesamten Branche ein und knüpft die Geschichte von Tesla und SpaceX unmittelbar daran an. Rückenwind für seine optimistische Haltung liefert aus seiner Sicht zudem das Chip-Gefälle zwischen den USA und China. Die Nachfrage nach KI-Chips übertreffe das Angebot etwa im Verhältnis 13 zu 1, rechnete Ives vor. Diese Lücke werde sich seiner Einschätzung nach nicht rasch schließen, sondern noch über Jahre bestehen bleiben und damit das Fundament der KI-Rally stützen.
Schon im Sommer lag Ives über dem Prognosemarkt
Neu ist die Prognose nicht. Bereits im Juni hatte Ives gegenüber CNBC eine ähnliche Einschätzung abgegeben und die Wahrscheinlichkeit, dass SpaceX Tesla übernimmt, ebenfalls auf über 80 Prozent taxiert. Damit war er schon damals deutlich zuversichtlicher als die Teilnehmer am Prognosemarkt Kalshi, die in einem X-Post einem Zusammenschluss vor 2028 zu jenem Zeitpunkt eine Chance von 69 Prozent einräumten. Seit dem Börsenstart der SpaceX-Aktie im Juni beträfe ein solcher Schritt zudem zwei an der Börse gehandelte Schwergewichte aus dem Umfeld von Musk, was die Tragweite einer möglichen Transaktion für Anleger beider Papiere noch einmal erhöht.
SpaceX-Aktie vor dem Umbruch? Struktur und Zeitplan einer Fusion bleiben offen
Wie ein Zusammenschluss konkret aussehen könnte, ließ Ives offen. Er erklärte weder, wie die Transaktion aufgebaut wäre, noch, wann die Aktionäre darüber abstimmen könnten, und räumte ein, die mögliche Ausgestaltung selbst noch nicht zu kennen. Ebenso unklar bleibt, ob Musk einen solchen Schritt überhaupt ernsthaft erwägt. Hinzu kommt die Frage, wie die Aufsichtsbehörden auf die Verbindung zweier derart großer Konzerne reagieren würden. Für die Tesla- und SpaceX-Aktie rücken damit vor allem Signale von Musk selbst in den Fokus.
Was ein Zusammenschluss für Anleger bedeuten würde
Für Anleger würde eine Fusion von Tesla und SpaceX die Wette auf zwei der wichtigsten KI-getriebenen Wachstumstreiber in einem einzigen Titel bündeln: Teslas Robotik- und Autonomie-Initiativen einerseits und SpaceX' Raketen-, Satelliten- und Dateninfrastruktur-Geschäft andererseits. Das könnte die Bewertung beider Unternehmen neu justieren, die Volatilität erhöhen und regulatorische sowie governance-bezogene Risiken in den Vordergrund rücken – von der Frage der Stimmrechtsstruktur bei Musk bis zu möglichen kartellrechtlichen Hürden. Gleichzeitig würde ein vereinter Konzern Anlegern einen direkteren Zugang zur "physischen KI"-Story verschaffen, die Ives als Kern der gemeinsamen Zukunft beider Firmen sieht.
Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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