Neue Tesla-Regel könnte den Weg für eine SpaceX-Fusion ebnen - Aktien im Blick
Die SEC erteilt Tesla grünes Licht für ein neues Abstimmungsprogramm, das den Weg für eine SpaceX-Fusion ebnen könnte.
Werte in diesem Artikel
- Kleinanleger stimmen künftig automatisch mit dem Tesla-Vorstand
- SpaceX braucht wegen Musks Kontrolle keine eigene Abstimmung
- Analysten halten eine Fusion beider Unternehmen für naheliegend
SpaceX, der Raumfahrtkonzern von Elon Musk, rückt näher an eine mögliche Fusion mit Tesla heran: Die US-Börsenaufsicht SEC hat Tesla am Dienstag grünes Licht für ein neues Abstimmungsprogramm für Kleinanleger gegeben. Das Programm könnte eine künftige Fusionsabstimmung der Tesla-Aktionäre erleichtern, die für einen Zusammenschluss beider Unternehmen nötig wäre.
Neues Stimmrechtsprogramm bei Tesla
Die SEC-Abteilung für Unternehmensfinanzierung teilte mit, keine Durchsetzungsmaßnahme zu empfehlen, sollte Tesla sein "Issuer Voluntary Retail Voting Program" wie beschrieben umsetzen. Teilnehmende Privataktionäre könnten demnach eine Stehanweisung wählen, die ihre Stimme automatisch im Sinne der Empfehlungen des Board of Directors abgebe, entweder bei sämtlichen Abstimmungspunkten oder bei allen außer umstrittenen Direktorenwahlen und Fusionen, Übernahmen oder Abspaltungen, wie Teslas Rechtsberater Sullivan & Cromwell erläuterte. Jeder Aktionär könne die voreingestellte Stimme für einzelne Beschlüsse jederzeit kostenlos überschreiben oder das Programm verlassen, zudem seien laut SEC mindestens jährliche Erinnerungen vorgeschrieben.
Tesla begründete den Bedarf laut eigenem Antragsschreiben an die SEC mit Daten, wonach Kleinanleger in der Proxy-Saison 2025 nur 28 Prozent ihrer Aktien abstimmten, während institutionelle Investoren auf 76,6 Prozent kamen. Für die vergangenen zwei Hauptversammlungen habe der Konzern nach eigenen Angaben mehr als zwei Millionen US-Dollar allein für Dienstleister ausgegeben, die Kleinanlegerstimmen mobilisieren. Kleinere Privatanleger halten laut Barron's unter Berufung auf Bloomberg rund vierzig Prozent der handelbaren Tesla-Aktien, etwa doppelt so viel wie bei anderen großen Technologiewerten.
SpaceX-Aktie und die Fusionsfrage
Relevanz gewinnt das Programm durch die Aussicht auf einen möglichen Zusammenschluss von Tesla mit SpaceX, dem Raumfahrt- und Satellitenunternehmen von Elon Musk. Ein solcher Deal würde eine Abstimmung der Tesla-Aktionäre erfordern, während bei SpaceX keine nötig wäre, da Musk das Unternehmen weitgehend vollständig kontrolliert. Auf dem Q2-Earnings-Call hatte Musk im Juli von wachsenden Überschneidungen zwischen beiden Unternehmen gesprochen, etwa beim gemeinsamen Halbleiterprojekt Terafab, zugleich aber betont, ein Zusammenlegen von Unternehmen lasse sich nicht auf einem Earnings Call besprechen, das brauche den passenden Prozess.
SpaceX war am 12. Juni unter dem Kürzel SPCX an die Börse gegangen und zählte von Beginn an zu den zehn größten börsennotierten Konzernen weltweit. Tesla hatte zuvor zwei Milliarden US-Dollar in xAI investiert, eine Beteiligung, die inzwischen in SpaceX-Aktien umgewandelt wurde. Laut Barron's halten viele Investoren und Analysten einen Zusammenschluss beider Unternehmen für unausweichlich.
Ein bestätigter Termin für Teslas Hauptversammlung 2026 steht weiterhin aus, ebenso ein offizieller Plan für eine mögliche Fusion mit SpaceX. Nach texanischem Recht könnten Aktionäre ab Anfang Dezember eine gerichtliche Anordnung einer Versammlung verlangen, sollte bis dahin kein Termin feststehen.
Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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Bildquellen: Thrive Studios ID / Shutterstock.com, SpaceX
