Hilfreiche Tipps für Vermieter: Den idealen Mieter finden - So geht's

Der perfekte Mieter zahlt pünktlich, behandelt die Wohnung pfleglich und fügt sich harmonisch in die Hausgemeinschaft ein. Doch zwischen automatisierten Bewerbungen und einer Flut von Interessenten den richtigen Kandidaten zu finden, gleicht oft der Suche nach der Nadel im Heuhaufen.
Die richtige Vorauswahl treffen
Bei der Mietersuche ist weniger oft mehr. Wie aus einer Meldung der Deutschen Presse-Agentur hervorgeht, empfiehlt es sich, automatisierte Antworten auf Wohnungsanzeigen zu ignorieren. Diese gehen meist sofort nach Veröffentlichung der Anzeige ein und zeigen nicht unbedingt echtes Interesse.
Eine aussagekräftige Wohnungsbeschreibung mit guten Fotos grenzt den Interessentenkreis bereits natürlich ein. Private Vermieter können zudem persönliche Prioritäten setzen und beispielsweise Interessenten bevorzugen, die sich besonders gut in die bestehende Hausgemeinschaft einfügen. Dabei sollten jedoch diskriminierungsrechtliche Grenzen beachtet werden - pauschale Ablehnungen aufgrund von Herkunft, Alter oder Religion sind unzulässig.
Wichtige Unterlagen und Bonitätsprüfung
Die Basis einer fundierten Mieterauswahl bilden vollständige Bewerbungsunterlagen. Wie die Stiftung Warentest berichtet, gehören dazu eine Mieterselbstauskunft mit Personalien und mietrelevanten Informationen, eine Personalausweiskopie zur Identitätsprüfung sowie aktuelle Einkommensnachweise. Bei Selbstständigen können Steuerbescheide der letzten Jahre oder eine betriebswirtschaftliche Auswertung als Einkommensnachweis dienen.
Eine Schufa-Auskunft darf rechtlich gesehen erst bei konkreten Vertragsverhandlungen verlangt werden. In umkämpften Wohnungsmärkten bringen jedoch viele Interessenten freiwillig eine Bonitätsauskunft mit, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Vorsicht ist bei der Mietschuldenfreiheitsbescheinigung geboten: Vorvermieter sind nicht zur Ausstellung verpflichtet, und die Aussagekraft ist begrenzt.
Den persönlichen Eindruck richtig bewerten
Neben harten Fakten spielt der persönliche Eindruck eine wichtige Rolle. Laut AssCompact, ein Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement, zeigt eine Umfrage des Immobilienportals ImmoScout24, dass 85 Prozent der befragten Vermieter vor allem auf den persönlichen Eindruck achten und für 82 Prozent steht ein nachweisbares, geregeltes Einkommen im Vordergrund. Bei der Wohnungsbesichtigung sollten Vermieter auf zulässige Fragen achten - Beruf, Einkommen und Anzahl der einziehenden Personen sind berechtigt, Fragen zu Religion oder Familienplanung hingegen unzulässig.
Der Teilnehmerkreis bei Besichtigungen sollte überschaubar bleiben, um jeden Interessenten persönlich kennenlernen zu können. Wenn beim ersten Kontakt bereits ein mulmiges Gefühl mitschwingt, kann das ein Warnsignal sein - allerdings sollte der persönliche Eindruck die objektiven Kriterien wie Bonität und Einkommen nicht überschatten. Die optimale Mieterauswahl kombiniert beide Aspekte zu einer fundierten Entscheidung, die langfristig für ein entspanntes Mietverhältnis sorgt.
Dominik Maier, Redaktion finanzen.net
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